Nordabschnitt Breiter Weg in Magdeburg soll "place to be" werden

Zu DDR-Zeiten war er Mittelpunkt der Stadt – der Nordabschnitt des Breiten Weges in Magdeburg. Mit dem Kinderkaufhaus, Exquisit-Laden und etlichen Gaststätten spielte sich dort das Leben ab. Heute wirkt die breite autofreie Straße eher verwaist. Doch das soll sich ändern. Im Juni wird der Nordabschnitt zum Experimentierfeld. Ein Freiraumlabor soll entstehen – mit Platz für Kunst, Kultur, Sport und Erholung.

Urst urbanes Straßenfest 2017
So wie hier bei einem Straßenfest in der Großen Diesdorfer Straße, soll es im Juni auch im Nordabschnitt des Breiten Weges aussehen. Bildrechte: Arno Battke

Magdeburgs Innenstadt soll attraktiver werden – ganz genau der Nordabschnitt des Breiten Weges. Visionen und Ideen dazu werden im Juni erstmals in einem sogenannten Freiraumlabor ausprobiert.  Sechs Wochen lang soll ab 12. Juni erforscht werden, was ankommt bei den Magdeburgern. Zwischen Universitätsplatz und Ratswaagehotel wird es Streetfood, Kletterwand, Bühnen und viel Gelegenheit für sportliche Aktivitäten geben.

Gina Maria Mund von META architektur leitet das Projekt Freiraumlabor und wünscht sich einen Platz, der bunt, divers und kulturell belebt sein soll. Sie sagte MDR SACHSEN-ANHALT, sie wolle erreichen, dass die Magdeburger die Innenstadt als Raum wahrnehmen, in dem sich jeder gerne aufhält und nicht nur allein, um dort einzukaufen.

Gina Mund, META architektur
Gina Maria Mund von META architektur leitet das Projekt "Freiraumlabor". Bildrechte: Phillip Böhme, fotonen.eu

Der Breite Weg wird im Juni zum ‚place to be‘. Er lädt dazu ein, einen Teil der alltäglichen Freizeit und Erholung im öffentlichen Raum auszuüben. Menschen gehen dorthin, wo andere Menschen sind.

Gina Maria Mund, Projektleiterin

Streetfood, Kunst und Sport

Geplant ist, dass der Universitätsplatz mit Spiel und Sport zum Leben erweckt wird und der Platz vor dem Hotel Ratswaage mit Kunst, Kultur und offener Bühne. Beide Plätze werden mit Streetfood-Ständen ausgestattet. Für Behaglichkeit sollen grüne Wände sorgen, ein Sand- und Wasserspielplatz Kinder zum Spiel animieren. Kletterer sollen sich an einer Boulderwand ausprobieren können.

Das Freiraumlabor soll aber vor allem Begegnungen schaffen. Menschen sollen sich eingeladen fühlen, den Nordabschnitt zu erkunden und dabei anderen Magdeburgern und Gästen zu begegnen. Für Abwechslung sollen Stadtmöbel, Spielräume und Kunstaktionen sorgen.

Oberbürgermeister Lutz Trümper findet die Idee gut. Er sagte MDR SACHSEN-ANHALT, der Nordabschnitt solle ja nicht nur eine Durchfahrtstrecke für Radfahrer sein. Wenn sich dort viele Menschen aufhielten, dann würde das immer zur Attraktivität beitragen. Das solle mit diesem Projekt getestet werden.

Mehr Leben im Nordabschnitt – alle können mitmachen

Mit dem Freiraumlabor soll in jedem Fall mehr Leben in den Nordabschnitt des Breiten Weges einziehen. Die Planer stellen sich vor, dass die Magdeburger die Innenstadt als vielfältigen sozialen und kulturellen Erlebnis- und Verweilraum wahrnehmen. Damit das Gelingen kann, sind alle aufgefordert mitzumachen beim Projekt Freiraumlabor.

Eine historische Straßenbahn fährt durch den Breiten Weg in Magdeburg.
Nicht viel Leben bisher im Nordabschnitt des Breiten Weges. Bildrechte: MDR/Fabian Frenzel

Händler, Gastronomen und Dienstleistende sollen ihre Anforderungen an eine vitale Innenstadt formulieren und sich aktiv einbringen. Ebenso sollen alle Magdeburger das Leben im Freiraumlabor aktiv mitgestalten.

Die Stadt investiert 150.000 Euro in das Projekt. Der Stadtrat hatte dem im Februar 2019 zugestimmt. Ein Expertengremium aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft hatte in einer Ausschreibung die Magdeburger Firma META architektur als Projektbüro ausgewählt. Dort werden die Ideen auch entgegengenommen.

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Bildrechte: MDR/Viktoria Schackow

Quelle: MDR/jw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 05. März 2020 | 09:30 Uhr

6 Kommentare

Grosser Klaus vor 12 Wochen

Da hat doch die Stadt Magdeburg für die Umsetzung des Projektes eindeutig das falsche Architekturbüro gewählt, denn diese haben keine Ahnung von Stadtentwicklung und diese haben ebenso keine Grundsätze für Stadtentwicklung.
Der Nordabschnitt des Breiten Weges kann nicht nach folgenden drei Grundsätzen entwickelt werden:
1. Größenwahn,
2. Überheblichkeit,
3. Größe Klappe und nichts dahinter.

kritischer Realist vor 12 Wochen

schmunzelnd habe ich mir den Artikel mehrmals durchgelesen und mir dann die Frage gestellt, ob Magdeburg jetzt endgültig auch zum Brexit-Territorium gehört. Wenn ich Magdeburger ansprechen möchte, dann sollte es auch in der entspr. Landessprache geschehen. Weiterhin scheint es nur eine Gutwettervariante zugeben, was ist bei Regen oder anderen Unbilden. Dieses Konzept erinnert mich mehr an sog. Workout-Zonen und Relaxing Area (toll, habe es auch in englisch hinbekommen) für gewisse Altergruppe.

Denkschnecke vor 13 Wochen

Herr Trümper, der Breite Weg ist alles andere als eine "Durchfahrtstrecke für Radfahrer". Da ist ja nicht mal ein Radweg, sondern nur ein Streifen, auf dem auch Radfahrer (im Schritttempo) fahren dürfen, und der etwa acht Wochen im Jahr für irgendwelche Volksbelustigungen komplett gesperrt wird. Umleitungsstrecken sind dann immer vierspurige Straßen ohne Radweg wie die Jakobstraße.

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