Jungen zeigen verschiedene Plakate.
Obwohl die Demonstration erst am Nachmittag stattfanden, kamen 150-200 Schüler. Bildrechte: MDR/Michael Gerdes

"Fridays for Future" Umwelt-Demonstration außerhalb der Schulzeit

Nach der Kritik an den Protesten innerhalb der Schulzeit haben die "Fridays for Future"-Demonstrationen am Freitag erst nachmittags stattgefunden. Trotzdem demonstrierten etwa 150 Schüler.

Jungen zeigen verschiedene Plakate.
Obwohl die Demonstration erst am Nachmittag stattfanden, kamen 150-200 Schüler. Bildrechte: MDR/Michael Gerdes

Am Freitag wurde in Magdeburg wieder unter dem Motto "Fridays for Future" für den Klimaschutz demonstriert. Dieses Mal musste dafür aber niemand die Schule schwänzen. Nachdem es in den letzten Wochen Kritik gegeben hatte, weil die Demonstration in der Schulzeit stattfand, hatten die Organisatoren die Veranstaltung dieses Mal auf den Nachmittag verschoben. Um 15.30 Uhr ging es auf dem Magdeburger Domplatz los.

Die späte Zeit hatte noch einen weiteren Nutzen: Maren Hildebrand vom Organisations-Team sagte MDR SACHSEN-ANHALT, es sollten so viele Bevölkerungsschichten wie möglich angesprochen werden. Laut den Organisatoren haben sich bei der Demonstration etwa 200 Personen versammelt, die Polizei sprach von 150 Demonstrierenden.

Eine Menschenmasse vor einem Dom, eine Person trägt ein Eisbärenkostüm
Am Domplatz startete die "Fridays for Future"-Demonstration um 15.30 Uhr. Bildrechte: MDR/Michael Gerdes

Aktivistin Greta Thunberg ist gerade in Hamburg

Die "Fridays for Future"-Bewegung war durch die schwedische 16-jährige Aktivistin Greta Thunberg entstanden. Seit August 2018 geht sie jeden Freitag nicht zur Schule, sondern protestiert vor dem schwedischen Parlament. Seit einer Rede vor dem Weltwirtschaftsforum im Januar ist Thunberg weltbekannt. Aktuell ist sie in Deutschland. In Hamburg sagte die Aktivistin vor rund 4.000 Schülern, die Leute an der Macht seien schon zu lange damit durchgekommen, nichts zu tun, um die Klimakrise zu bekämpfen. Deshalb werde der Schulstreik so lange fortgesetzt, bis etwas passiere.

Dass die Schüler bisher während der Unterrichtszeit demonstriert hatten, hatte für Unmut gesorgt. Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner sprach sich dafür aus, dass die Schulpflicht eingehalten werden müsse. Er bezweifelte, dass es den Schülern mit ihren Protesten ernst sei. Tullner:

Heute ist es der Klimaschutz, morgen die Angst vor dem Wolf, übermorgen der Weltfrieden

Urs Liebau, einer der Organisatoren der Magdeburger Demonstrationen, sagte aber: "Ich kann versichern, dass den Schülern und Studenten der Klimaschutz wirklich am Herzen liegt. Sie machen das alles nicht nur, weil es gerade cool ist."

Quelle: MDR/aso

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 01. März 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. März 2019, 10:43 Uhr

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40 Kommentare

04.03.2019 09:50 Susan 40

Schon witzig, wie ein kleines Mädchen das ganze autoritäre Gesocks überall aus seinen Löchern lockt. Manche Kommentare sind wirklich widerwärtig. Wer solche Eltern hat, ist für sein Leben bestraft. Liebe Kinder und Jugendliche, lasst euch bitte nicht von solchen autoritären und boshaften Alten beeinflussen, die von euch erwarten, genauso gehorsame Untertanen zu sein, wie sie es selbst sind. Beschäftigt euch mit der kapitalistischen Produktionsweise als Ursache für das Dilemma; ihr lernt nicht für die Alten, die euch das alles eingebrockt haben, sondern für euch. Seid niemals willige Untertanen!

04.03.2019 09:29 Bernd 39

Sicher Klimaschutz ist wichtig, da hat sich einiges getan und es muss sich noch einiges tun. Aber diese Demos ist wie bei den Gruenen das zeigen auf andere. Das sich uebwer andere erheben. Und das eventuell grundlos. Jeder kann oder muss beim Klimaschutz seinen Anteil leisten, so z.B. zur Schule laufen, Einschraenkung der Handy-Nutzung, Klassenfahrtewn mit der Bahn und nicht dem Flugzeug, Urlaub dito, Verzicht auf Plastikverpackungen, Strom sparen. Und da ist die Frage ob die Schueler hier ihre Moeglichkeiten nutzen. Aber auch bei der Stromwende fuer mich ist es Schwachsinn den Osten mit Windraedern vollzupflastern wenn der Strom im Suedwesten benoetigt wird. Dazu wenn die Stromleitungen noch laenger sind weil sich Hessen erfolgreich weigert. Ergo wir alle muessen etwas fuers Klima tun aber das ist nicht auf andere zu zeigen!!

04.03.2019 09:00 Emil 38

Also, wer hier noch der Meinung ist, daß die Schüler nicht aufgehetzt und benutzt werden, dem ist nicht mehr zu helfen. Weitet solche Aktionen nur noch aus, das gibt dann den Gesamtschulen nach Inklusion, Kindern ohne Deutschkenntnissen und Lehrermangel noch den Rest.

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