Briefkasten mit einer der Markierung "Bissiger Hund" an einem Gartentor (Symbolbild/Montage)
Das Zeichen am Briefkasten sagt aus: Hier lebt ein bissiger Hund (Symbolbild). Bildrechte: MDR/imago/photothek

Wie Diebe vorgehen Polizei: "Der typische Einbrecher nutzt den Zufall"

Gaunerzinken in der Börde – diese Meldung hatte viele Nutzer von MDR SACHSEN-ANHALT interessiert. Gemeint sind Geheimcodes, mit denen sich Einbrecher verständigen. Die Polizei in Magdeburg erklärt nun auf Nachfrage, dass der "typische Einbrecher" aber ganz anders vorgeht.

Briefkasten mit einer der Markierung "Bissiger Hund" an einem Gartentor (Symbolbild/Montage)
Das Zeichen am Briefkasten sagt aus: Hier lebt ein bissiger Hund (Symbolbild). Bildrechte: MDR/imago/photothek

Anfang des Monats hatten Anwohner im Landkreis Börde sogenannte Gaunerzinken entdeckt. Diese mit Kreide gezeichneten Codes können Einbrecher nutzen, um sich über mögliche Beute oder bissige Hunde zu verständigen. Dieses Thema hat bei den Nutzern von MDR SACHSEN-ANHALT für viel Gesprächsstoff gesorgt.

Die Polizei in Magdeburg gibt nun aber Entwarnung. Es sei kein einziger Fall bekannt, in dem ein Einbruch in Zusammenhang mit einem Gaunerzinken gestanden hätte, so eine Sprecherin. Außerdem sei im Bereich Magdeburg nicht bekannt, wann solche Codes überhaupt das letzte Mal aufgetreten seien. "Potenzielle Einbrecher laufen – soweit wir wissen – heutzutage nicht mit Kreide in der Hand umher und malen Zeichen an Briefkästen, Wände und Zäune. Es werden moderne Kommunikationsmittel dafür benutzt, auch soziale Medien."

In jedem Fall Polizei verständigen

Der typische Einbrecher sei ein "Zufallstäter" und schlage oft im eigenen sozialen Umfeld zu. Es gibt demnach allerdings auch gut organisierte Gruppen, die auf Diebestour gehen. Hier seien hauptsächlich Großstädte mit einer guten Autobahnverbindung betroffen. "Grundsätzlich weisen wir darauf hin, dass die meisten Einbrüche immer noch spontan entstehen, weil Fenster auf Kipp stehen und Balkontüren geöffnet oder nicht richtig gesichert sind", so die Sprecherin der Polizei.

Sollte man – wie im Landkreis Börde passiert – aber dennoch Gaunerzinken entdecken, rät die Polizei nach wie vor: "Falls solche Zeichen am Haus oder in der Nachbarschaft auftauchen, benachrichtigen Sie die örtliche Polizei. Dann sollte man die Zinken fotografieren und entfernen." Jedoch müsse man aufgrund dieser Geheimschrift nicht in Panik verfallen. Es könne sich auch schlicht um einen bösen Streich handeln.

Polizei-Tipps zum Einbruchschutz – Wenn Sie Ihr Haus verlassen – auch nur für kurze Zeit – schließen Sie unbedingt Ihre Haustür ab.
– Verschließen Sie immer Fenster, Balkon- und Terrassentüren. Denken Sie daran: Gekippte Fenster sind offene Fenster.
– Verstecken Sie Ihren Schlüssel niemals draußen. Es besteht ein hohes Risiko, dass Einbrecher das Versteck finden.
– Wenn Sie Ihren Schlüssel verlieren, wechseln Sie den Schließzylinder aus.
– Achten Sie auf Fremde in Ihrer Wohnanlage oder auf dem Nachbargrundstück.
– Geben Sie keine Hinweise auf Ihre Abwesenheit. 

Quelle: MDR/ash,kb

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 18. Juni 2019 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Juni 2019, 17:29 Uhr

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