Fragen und Antworten MVB bauen Gleisdreieck neu: Nächste Großbaustelle in der Innenstadt von Magdeburg

Luca Deutschländer
Bildrechte: MDR/Jörn Rettig

Baustellen sind die Magdeburger längst gewöhnt. Und Mitte März kommt die nächste dazu: Wenn die Verkehrsbetriebe mitten in der Innenstadt ein neues Gleisdreieck bauen, wird das Einschränkungen für Fahrgäste der Bahn, Autofahrer und auch für Fußgänger und Radfahrer haben. Ein Überblick.

Eine Straßenbahn biegt an einer Kreuzung in Magdeburg ab.
Hier geht ab Mitte März nichts mehr: Die Magdeburger Verkehrsbetriebe bauen das Gleisdreieck an Otto-von-Guericke-Straße und Ernst-Reuter-Allee neu. Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Mitten in der Innenstadt von Magdeburg wächst die nächste Großbaustelle: Ab 16. März bauen die Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB) ihren Straßenbahnen ein neues Gleisdreieck – und zwar direkt vor dem Haupteingang des City Carrés. Das bedeutet Einschränkungen für Fahrgäste der Straßenbahn, für Autofahrer – und auch für Fußgänger und Radfahrer.

MDR SACHSEN-ANHALT beantwortet die sechs wichtigsten Fragen zur neuesten Großbaustelle in Magdeburg.

Was wird gebaut?

An der Kreuzung von Otto-von-Guericke-Straße und Ernst-Reuter-Allee – direkt am Einkaufszentrum City Carré – wird das Gleisdreieck der Straßenbahn neu gebaut. Los geht es am 16. März, Mitte Juni 2020 soll alles fertig sein. Laut MVB wird in drei Abschnitten gebaut. Das soll 1,5 Millionen Euro kosten.

Die gelben und orangen Linien in der Karte zeigen Rad- und Fußwege, in blau sind die Fahrspuren der Autos markiert. Die grüne Linie zeigt die Route des Ersatzbusses auf Linie 41.

Muss das angesichts der vielen anderen Baustellen wirklich jetzt sein?

Blick auf eine große Kreuzung in der Innenstadt von Magdeburg
Die Schienen auf der Kreuzung sind laut MVB nicht für so viele Bahnen pro Tag ausgelegt. Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Ja, muss es. Und das hängt mit den Bauverzögerungen an der Tunnelbaustelle zusammen. Mancher erinnert sich vielleicht noch: Vor einigen Jahren fuhren kaum Straßenbahnen über die Schienen, die parallel zum City Carré verlaufen. Alle Bahnen in Richtung Stadtfeld waren stattdessen an der MVB-Zentrale in der Otto-von-Guericke-Straße links in Richtung Bahnhof abgebogen – und von dort weiter durch den Tunnel zum Damaschkeplatz gefahren.

Seit der Tunnel dicht ist und seit – anders als geplant – keine Straßenbahnen dort fahren können, weichen die Züge auf die Gleise parallel zum City Carré aus – um dann über das besagte Gleisdreieck rechts in Richtung Ernst-Reuter-Allee abzubiegen. Umgekehrt läuft es genau so. Das Problem: "Das Gleisdreieck war nicht auf so viel Straßenbahnverkehr ausgerichtet", erklärt MVB-Sprecher Tim Stein im Gespräch mit MDR SACHSEN-ANHALT.

Dazu kommt: Das Gleisdreieck ist mehr als 20 Jahre alt, der Zahn der Zeit nagt an den Gleisen. Dass nun neugebaut wird, sei aus Sicherheitsgründen gar nicht anders möglich, so Stein.

Autos fahren in Magdeburg an einer Baustelle vorbei, im Vordergrund stehen Baustellen-Schilder.
In der Ernst-Reuter-Allee geht's schon jetzt nur einspurig voran. Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Einspurig in der Ernst-Reuter-Allee: Neue Starkstrom-Leitung Wer regelmäßig durch die Ernst-Reuter-Allee kommt, dem wird es aufgefallen sein: Schon jetzt gibt es auf Höhe der Haltestelle City Carré/Hauptbahnhof eine Baustelle. Auch dort bauen die Magdeburger Verkehrsbetriebe, erklärt Sprecher Tim Stein – allerdings an einer neuen Starkstrom-Leitung. Autos in Richtung Alter Markt werden dort über eine Spur geleitet. Mit den Arbeiten am Gleisdreieck hat diese Baustelle nichts zu tun.

Worauf müssen sich Fahrgäste der Straßenbahn einstellen?

In der Otto-von-Guericke-Straße werden drei Monate lang keine Straßenbahnen unterwegs sein. Die Bahnlinien 4, 6, 8 und 10, die für gewöhnlich durch die Straße fahren, werden nach Angaben der Verkehrsbetriebe über den Breiten Weg umgeleitet. Vom Allee-Center aus fahren sie planmäßig weiter in Richtung Cracau, Herrenkrug, Barleber See oder Neustädter See – und umgekehrt.

Blick auf zwei Straßenschilder an einer Kreuzung in Magdeburg
In der Otto-von-Guericke-Straße fahren von Mitte März bis Mitte Juni Busse statt Bahnen. Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Damit die Otto-von-Guericke-Straße – und mit ihr der Hauptbahnhof – nicht komplett vom Öffentlichen Nahverkehr abgeschnitten sind, setzen die Verkehrsbetriebe einen Ersatzverkehr mit Bussen ein – auf der schon vielen Baustellen bekannten Linie 41. Der Bus pendelt werktags zwischen 5 und 19 Uhr im Zehn-Minuten-Takt zwischen Hauptbahnhof und Hasselbachplatz – und hält auf seinem Weg auch an den regulären Straßenbahnhaltestellen, also zum Beispiel der Haeckelstraße am Naturkundemuseum. Die Nachtbusse fahren ganz normal.

Und was bedeutet das für Autofahrer?

In der ersten Bauphase halten die Einschränkungen für Autofahrer sich noch in Grenzen. Egal, aus welcher Richtung man kommt: Abbiegen wird vorerst in alle drei Richtungen möglich sein. Das ändert sich, wenn voraussichtlich Anfang Mai der zweite Bauabschnitt beginnt. Wer dann aus Richtung Uniplatz durch die Otto-von-Guericke-Straße fährt, wird nicht mehr links in die Ernst-Reuter-Allee und in Richtung Alter Markt abbiegen können. Weiter geht es dann nur noch geradeaus in Richtung Hasselbachplatz.

Noch deutlicher werden Autofahrer die Einschränkungen ab Juni spüren. Dann soll der dritte und letzte Bauabschnitt beginnen. Auch aus Richtung Hasselbachplatz können Autofahrer dann nicht mehr in die Ernst-Reuter-Allee und somit in Richtung Alter Markt abbiegen. Stattdessen geht es einspurig nur noch geradeaus in Richtung Uniplatz.

Was müssen Radfahrer und Fußgänger wissen?

Wer zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist und vom City Carré in die Ernst-Reuter-Allee möchte, wird das während der kompletten Bauarbeiten auch weiter tun können – nur eben mit einem kleinen Umweg. Der direkte Übergang am Eingang des Einkaufszentrums über die Kreuzung fällt weg, stattdessen wird auf Höhe des FCM-Fanshops in der Otto-von-Guericke-Straße eine Fußgänger- und Radfahrerampel aufgebaut.

Autos fahren eine Straße entlang, im Hintergrund stehen zwei hohe Gebäude.
An dieser Stelle soll eine Ampel für Fußgänger und Radfahrer aufgestellt werden. Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Wann soll alles fertig sein?

Am 15. Juni – einem Montag – soll wieder alles nach Plan rollen. So sehen es die Pläne der Verkehrsbetriebe vor. Wenn Ende August dann wieder Straßenbahnen durch den Magdeburger Citytunnel fahren dürfen, tun sie das über das neu gebaute Gleisdreieck in der Innenstadt.

Luca Deutschländer
Bildrechte: MDR/Jörn Rettig

Über den Autor Luca Deutschländer arbeitet seit Januar 2016 bei MDR SACHSEN-ANHALT – in der Online-Redaktion und im Hörfunk. Seine Schwerpunkte sind Themen aus Politik und Gesellschaft. Bevor er zu MDR SACHSEN-ANHALT kam, hat der gebürtige Hesse bei der Hessischen/Niedersächsischen Allgemeine in Kassel gearbeitet. Während des Journalistik-Studiums in Magdeburg Praktika bei dpa, Hessischem Rundfunk, Süddeutsche.de und dem Kindermagazin "Dein Spiegel". Seine Lieblingsorte in Sachsen-Anhalt sind das Schleinufer in Magdeburg und der Saaleradweg – besonders rund um Naumburg. In seiner Freizeit steht er mit Leidenschaft auf der Theaterbühne.

Quelle: MDR/ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 14. März 2020 | 07:30 Uhr

5 Kommentare

Rosi2019 vor 12 Wochen

Dem stimme ich bedingt zu! Jedoch mit Schotterparkplatz und wildem Wuchergrün hätte die Landeshauptstadt sicher auch auf Dauer ihre Einwohner nicht glücklich machen können! Von Besuchern und Touristen mal gar nicht zu sprechen. :-(

Rosi2019 vor 12 Wochen

Wollen wir vielleicht eine "Flug-Gemeinschaft" gründen?
In Zeiten von FRIDAYS FOR FUTURE wäre das mal eine gute Lösung für das "hausgemachte" Chaos ! :-) :-)

Rosi2019 vor 12 Wochen

Auch ich wohne in Magdeburg und schlage mich, auf dem Weg zum Job, mit dem "ganz alltäglichen Wahnsinn" auf den Straßen Magdeburgs durch immer neue -und teils nicht nachvollziehbare Baustellen und Sperrungen herum!
Dazu gehören neben der "Unendlich-Baustelle" am Bahnhofstunnel auch die -unstrittig erforderlichen- Bauarbeiten und Sperrungen im Zusammenhang mit der Modernisierung und Erweiterung der MVB-Strecken. Was jedoch bei mir immer wieder für Kopfschütteln und Unverständnis sorgt, ist die Koordination der einzelnen Bauvorhaben!
Nur ein paar Beispiele:
Warum ist beispielsweise auf dem Europaring zwischen Spielhagenstraße und Diesdorfer Str. schon wieder eine Baustelle mit einspuriger Sperrung eingerichtet, obwohl dort erst vor wenigen Monaten Tiefbauarbeiten stattgefunden haben?
Warum wird die Schönebecker Straße ab Mitte März gesperrt obwohl die Arbeiten im vorherigen Abschnitt um die Höhe Warschauer Straße noch längst nicht abgeschlossen sind? Nicht zu verstehen für mich!

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