Sanierungsarbeiten Gerüste stehen, Bäume sind gefällt: So geht es an der Hyparschale in Magdeburg voran

Die Bauarbeiten an der Hyparschale in Magdeburg schreiten sichtbar voran: An der Rückseite des architektonisch besonderen Gebäudes wurde ein Gerüst aufgestellt – laut Stadt, um mit der Sanierung der Dachschalen zu beginnen. Auch im Innern stehen bereits Teile eines Gerüsts. Außerdem werden Bäume in der näheren Umgebung gefällt.

Gerüst an der Außenwand einer leerstehenden Halle sowie ein Gärtnereitransporter
Das Außengerüst an der Nordostseite der Hyparschale Bildrechte: MDR/Julia Heundorf

Der offizielle Baustart war der 4. Dezember 2019 – seitdem wurde die Hyparschale in Magdeburg entkernt und es wurden Schadstoffe entfernt. Unter anderem musste das Gebäude von Asbest befreit werden. Auch der Fußbodenaufbau enthielt Schadstoffe, weil das Parkett und der darunterliegende Beton mit einem Teerkleber verbunden waren.

Erster Bauabschnitt: Sanierung der Dachschalenkonstruktion

Gerüst an einem nach oben spitz zulaufenden Gebäude mit Glaswand
An der Außenseite steht bereits ein großer Teil des Gerüsts. Bildrechte: MDR/Julia Heundorf

Die Bauarbeiten an der Dachkonstruktion beginnen nun im nord-östlichen Viertel des Gebäudes. Ein Teil des Außengerüsts steht bereits. Im März soll dann ein Gerüst auf der Innenseite aufgebaut werden, sagt die Stadt. Das sei notwendig, um die Dachschale zu sanieren. Die Sanierung der Dachschalenkonstruktion und des dazugehörigen Tragwerks kostet etwa 4,2 Millionen Euro. Sie soll voraussichtlich bis Mai 2021 abgeschlossen sein.

Die Grundfläche der Hyparschale ist quadratisch mit ungefähr 48 Metern pro Seite.

Derzeit werden die Gerüste gebaut, die notwendig sind, um die Dachschalen zu sanieren. Ein Teil des Außengerüsts steht bereits, doch auch von innen muss die Dachschale für die Sanierung komplett unterbaut sein.

Außerdem laufen Baumfällarbeiten, die für den Bau notwendig sind. Das Umweltamt der Stadt hatte dafür die Genehmigung unter Auflagen, darunter Neupflanzung, erteilt. Insgesamt müssen 15 Bäume gefällt werden. Neue Bäume sollen dann ab 2022 gepflanzt werden, wenn das Umfeld der Hyparschale gestaltet wird.

Sanierung So sieht die Hyparschale im Februar 2020 aus

Entkerntes Gebäude, Gerüstbau und Baumfällarbeiten.

Halle mit Betonfußboden und Fensterfront
Die Hyparschale Magdeburg hat eine Grundfläche von ungefähr 48 mal 48 Metern. Bis 2022 soll die Sanierung des Denkmals abgeschlossen sein. Bildrechte: MDR/Julia Heundorf
Halle mit Betonfußboden und Fensterfront
Die Hyparschale Magdeburg hat eine Grundfläche von ungefähr 48 mal 48 Metern. Bis 2022 soll die Sanierung des Denkmals abgeschlossen sein. Bildrechte: MDR/Julia Heundorf
Leerstehende Halle mit Betonfußboden, Glasfront und offener Tür
Seit dem Baustart am 4. Dezember 2019 wurde das Gebäude entkernt. Asbest wurde entfernt, außerdem Teerkleber, der das Parkett mit dem Betonboden verbunden hatte. Bildrechte: MDR/Julia Heundorf
Außenwand einer leerstehenden Halle mit Glasfenstern und Stützbalken aus Beton
Das Glas der Außenwände ist derzeit im unteren Bereich verkleidet. Dem Architektenentwurf nach wird das Glas nach unten hin wieder so weit reichen wie hier links von der Öffnung zu sehen. Bildrechte: MDR/Julia Heundorf
Außenwand einer leerstehenden Halle mit Gerüstaufbau und Baustellenmaterial
Auf der Rückseite der Hyparschale liegt bereits Material für den Gerüstbau. Ein Teil des Außengerüstes an der Nordostseite steht bereits. Bildrechte: MDR/Julia Heundorf
Gerüst an der Außenwand einer leerstehenden Halle sowie ein Gärtnereitransporter
Die Dachschalenkonstruktion wird zuerst im nordöstlichen Viertel saniert. Dafür werden derzeit Gerüste errichtet. Bildrechte: MDR/Julia Heundorf
Gerüst an einem nach oben spitz zulaufenden Gebäude mit Glaswand
Die Sanierung der gesamten Dachschalenkonstruktion und des dazugehörigen Tragwerks kostet etwa 4,2 Millionen Euro. Sie soll voraussichtlich bis Mai 2021 abgeschlossen sein. Bildrechte: MDR/Julia Heundorf
Grünfläche mit gefällten und zersägten Bäumen und Gabelstapler
Für die Sanierungsarbeiten ist es notwendig, 15 Bäume zu fällen. Das hat das Umweltamt der Stadt genehmigt. Die Baufirma muss allerdings Auflagen erfüllen und unter anderem neue Bäume pflanzen. Das soll im Zuge der Umgestaltung des Umfeldes passieren, sobald die Sanierung abgeschlossen ist. Bildrechte: MDR/Julia Heundorf
Nahaufnahme eines schrägen Betonpfeilers und Gerüstaufbaus
Die Hyparschale wurde 1969 gebaut und zu DDR-Zeiten für Veranstaltungen genutzt. Bildrechte: MDR/Julia Heundorf
Leerstehende Halle mit Betonfußboden, Glasfront und Gerüst an einer Wand
Die Gerüstbauarbeiten für die Sanierung der Dachschalenkonstruktion sind im Gange. Bildrechte: MDR/Julia Heundorf
Gebäude mit spitz zulaufendem Dach mit Baustelleninformationsschild
Der erste Sanierungsabschnitt soll im Mai 2021 geschafft sein. Dann folgt der Ausbau: Energieoptimierung, Veranstaltungstechnik, Küchenbereich und anderes stehen dann auf dem Plan. Bildrechte: MDR/Viktoria Schackow
Architektenentwurf für die Hyparschale Magdeburg, Außenansicht.
Der Architektenentwurf für die Hyparschale: So soll das Gebäude in Zukunft aussehen.

Quelle: MDR/jh
Bildrechte: gmp Architekten
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Anschließend soll der Rest des Gebäudes saniert und ausgebaut werden. Dafür sind rund 12,7 Millionen Euro eingeplant. In der Hyparschale soll neue Gebäude- und Veranstaltungstechnik installiert werden, die Gebäudehülle wird verstärkt und unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes energetisch aufgewertet. Es soll ein Küchenbereich entstehen und ein Hochwasserschutz- und Lichtkonzept umgesetzt werden.

Entwürfe So soll die neue Hyparschale aussehen

Architektenentwurf für die Hyparschale Magdeburg, Außenansicht.
Die Hyparschale – das einstige kulturelle Wahrzeichen der Stadt – soll den Glanz früherer Tage wiederbekommen. Bildrechte: gmp Architekten
Architektenentwurf für die Hyparschale Magdeburg, Außenansicht.
Die Hyparschale – das einstige kulturelle Wahrzeichen der Stadt – soll den Glanz früherer Tage wiederbekommen. Bildrechte: gmp Architekten
Architektenentwurf für die Hyparschale Magdeburg,  Innenansicht.
Dafür kalkuliert die Landeshauptstadt 16,9 Millionen Euro ein. Bildrechte: gmp Architekten
Architektenentwurf für die Hyparschale Magdeburg,  Innenansicht.
Entstehen soll eine moderne Veranstaltungsstätte für Tagungen, Kongresse und Kulturveranstaltungen. Bildrechte: gmp Architekten
Hyparschale. Mehrzweckhalle aus dem Jahre 1969 im Magdeburger Kulturpark Rotehorn. Fassade besteht aus Glas, die vier Ecken des Gebäudes streben nach oben.
Aktuell ist das Gebäude wegen des Verfalls baupolizeilich gesperrt.

Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT – Das radio wie wir | 23.08.2019 | 06:30 Uhr

Quelle: MDR/pat,jr
Bildrechte: MDR/Andreas Tempelhof
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Was bisher geschah

Die Hyparschale wurde 1969 gebaut und zu DDR-Zeiten für Veranstaltungen genutzt. Im Gebäude wurde beipielsweise mehrmals die Jugendsendung "rund" gedreht. Beliebte Bands wie die Puhdys und Bap traten hier auf. Kurz nach der Wende wurde das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt.

Die Hyparschale war seit 1997 polizeilich abgesperrt und Wind und Wetter überlassen. 2010 war eine Bürgerinitiative für den Erhalt des Denkmals gegründet worden, drei Jahre später hatte der Stadtrat beschlossen, das Dach und die Stützen für 1,8 Millionen Euro zu sanieren, fand aber keinen Investor. 2018 präsentierte die Stadt neue Pläne für die Sanierung der Hyparschale als moderne Veranstaltungsstätte.

Quelle: MDR/jh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 25. Februar 2020 | 06:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Februar 2020, 15:48 Uhr

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