Fünf Millionen Euro für Sanierung Geldregen für Magdeburger Hyparschale

Der Bund fördert die Sanierung der denkmalgeschützten Hyparschale im Magdeburger Stadtpark mit fünf Millionen Euro. Das markante Gebäude ist eines von bundesweit 35 Projekten, mit denen der Städtebau unterstützt wird.

Innenansicht der Hyparschale in Magdeburg.
Charakteristisch für Hyparschale ist ihre selbsttragende Dachkonstruktion – mittlerweile muss sie gestützt werden. Bildrechte: MDR/André Strobel

Die millionenschwere Sanierung der denkmalgeschützten Hyparschale in Magdeburg erhält finanziellen Rückenwind vom Bund. Der Bau ist eines von 35 "Nationalen Projekten des Städtebaus 2018/19", die das Bundesinnenministerium am Freitag vorgestellt hat. Für die Wiederbelebung der Hyparschale werden fünf Millionen Euro zur Verfügung gestellt. "Sie ist ein Baustein in der gesamthaften Aufwertung des Rothehornparks mit seiner Vielzahl an bedeutenden Gebäuden unterschiedlicher Phasen der Moderne", heißt es in dem Papier.

Das Förderprogramm vergibt weitere gut drei Millionen Euro in den Harz. Sie sind für die Sanierung des Klosters Ilsenburg.

Hyparschale: 50 Jahre und dem Verfall nahe

Der Bau der Hyparschale in Magdeburg.
1969: Geburtsjahr der Hyparschale: Gut zu sehen ist die Konstruktion der nur 7 cm dicken Decken-Schale. Bildrechte: Stadtarchiv Magdeburg
Der Bau der Hyparschale in Magdeburg.
1969: Geburtsjahr der Hyparschale: Gut zu sehen ist die Konstruktion der nur 7 cm dicken Decken-Schale. Bildrechte: Stadtarchiv Magdeburg
Die Hyparschale in Magdeburg wurde zu DDR-Zeiten als Ausstellungs- und Veranstaltungshalle genutzt.
Das markante Gebäude mit dem selbsttragenden Dach wurde als Mehrzweckhalle gebaut und zu DDR-Zeiten für Ausstellungen und Veranstaltungen genutzt. Bildrechte: Stadtarchiv Magdeburg
Die Außenansicht des aktuellen Zustands der Hyparschale in Magdeburg.
Nach der Wende endete die ruhmreiche Zeit der Hyparschale. 1990 wurde sie noch unter Denkmalschutz gestellt. Nur vereinzelt wurde sie noch genutzt. Bildrechte: MDR/André Strobel
Hyparschale Magdeburg, Innenansicht
Seit 1997 ist die Hyparschale baupolizeilich gesperrt – und ungenutzt. Bildrechte: MDR/André Plaul
Hyparschale Magdeburg, Innenansicht
Innenaufnahme aus dem Jahr 2014: Unter anderem das Hochwasser hat Schäden im Inneren hinterlassen. Bildrechte: MDR/André Plaul
Innenansicht der Hyparschale in Magdeburg.
Heute muss die Deckenkonstruktion gestützt werden. Der Glanz des Parketts im Inneren ist lange verblasst. Bildrechte: MDR/André Strobel
Sanierung Hyparschale Magdeburg
Trotz Absperrung gab es bis zuletzt Waghalsige, die auf das Dach der Hyparschale geklettert sind. Bildrechte: MDR/André Plaul
Sanierung Hyparschale Magdeburg
Die Vandalismusschäden der vergangenen Jahre sind großflächig mit Holzplatten kaschiert. Bildrechte: MDR/André Plaul
Sanierung Hyparschale Magdeburg
Seit Anfang April steht auch an einer Außenfassade der Hyparschale ein Gerüst, die Sanierungsarbeiten können beginnen.

Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 05.04.2019 19:00 Uhr

Quelle: MDR/ap
Bildrechte: MDR/André Plaul
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Sanierungskosten im zweistelligen Millionenbereich

Der Magdeburger Stadtrat hatte im Herbst 2018 beschlossen, die Mehrzweckhalle für 17 Millionen Euro zu sanieren. Am Freitagmorgen wurden erste Gerüstteile an der Hyparschale aufgestellt. Das Gebäude, 1969 errichtet nach den Plänen des bekannten DDR-Bauingenieurs Ulrich Müther, ist eines der Wahrzeichen Magdeburgs. Hier fanden einst Messen und Konzerte statt. Seit 1990 steht die Hyparschale unter Denkmalschutz.

Das Gebäude ist seit 1997 mit der selbsttragenden Dachkonstruktion wegen Baufälligkeit gesperrt und Vandalismus ausgesetzt. Weitere Bauten im Stil der Hyparschale stehen heute unter anderem noch in Rostock. Dort wird sie unter anderem von einem Supermarkt genutzt. Eine weitere steht als Modell in Binz, der Geburtsstadt Müthers.

... städtebaulich sehr bedeutsam als prägender Solitärbau am östlichen Elbufer mir großer Fernwirkung, dominantes Element des Stadthallen-Ensembles ...

Denkmalverzeichnis der Stadt Magdeburg über die Hyparschale

Entwürfe So soll die neue Hyparschale in Magdeburg aussehen

Architektenentwurf für die Hyparschale Magdeburg, Außenansicht.
Die Hyparschale – das einstige kulturelle Wahrzeichen der Stadt – soll den Glanz früherer Tage wiederbekommen. Bildrechte: gmp Architekten
Architektenentwurf für die Hyparschale Magdeburg, Außenansicht.
Die Hyparschale – das einstige kulturelle Wahrzeichen der Stadt – soll den Glanz früherer Tage wiederbekommen. Bildrechte: gmp Architekten
Architektenentwurf für die Hyparschale Magdeburg,  Innenansicht.
Dafür kalkuliert die Landeshauptstadt 16,9 Millionen Euro ein. Bildrechte: gmp Architekten
Architektenentwurf für die Hyparschale Magdeburg,  Innenansicht.
Entstehen soll eine moderne Veranstaltungsstätte für Tagungen, Kongresse und Kulturveranstaltungen. Bildrechte: gmp Architekten
Hyparschale. Mehrzweckhalle aus dem Jahre 1969 im Magdeburger Kulturpark Rotehorn. Fassade besteht aus Glas, die vier Ecken des Gebäudes streben nach oben.
Aktuell ist das Gebäude wegen des Verfalls baupolizeilich gesperrt.

Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT – Das radio wie wir | 23.08.2019 | 06:30 Uhr

Quelle: MDR/pat,jr
Bildrechte: MDR/Andreas Tempelhof
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Der Bau der Hyparschale in Magdeburg.
Bau der Hyparschale 1969 Bildrechte: Stadtarchiv Magdeburg

Daten & Fakten zur Hyparschale • erbaut 1969 nach Entwurf von Ulrich Müther und Fritz Retzloff
• quadratischer Grundriss
• Spannbreite 48 x 48 Meter
• 12 Meter Gebäudehöhe
• im Inneren stützenfreie Tragkonstruktion aus hyperbolischen Paraboloiden
• Konstruktion aus Spritzbeton von 160 bis nur 70 Millimeter Dicke
• überspannt eine Nutzfläche von 2.304 Quadratmetern
• kann bis 1.627 Sitzplätze aufnehmen
• ehemals sternförmiges Oberlicht aus Glasprismenbetonplatten
• Fußboden ursprünglich mit Parkett
• im Inneren Spielfeldbereich von 40 x 20 Metern

Quelle: MDR/ap

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 05. April 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. April 2019, 16:39 Uhr

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3 Kommentare

05.04.2019 23:13 Zollenreuter 3

Für die Absicherung der denkmalgeschützten Halle ist jahrelang offenbar nichts getan worden. Auf den Fotos kann man ja sehen, dass zahlreiche Vandalen in das Gebäude eingebrochen sind. Die Innenwände wurden beschmiert, der Boden teilweise herausgerissen, usw.

05.04.2019 17:12 optinator 2

Kommt das Geld von der Nord LB ?
Dann bekommen wir noch Zinsen für die Rettung aufgedrückt.

05.04.2019 17:06 kein Otto 1

1995 oder 1996 hab ich da drin noch beim Messebau geholfen. Da war auch das Parkett noch vollkommen intakt und wir haben großflächig Teppichboden ausgelegt. Wenn ich die Schmierereien und die Zerstörung im Inneren sehe, werde ich einfach nur wütend.

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