Laudatio von Außenminister Maas Kaiser-Otto-Preis an Rumäniens Staatschef in Magdeburg verliehen

In Magdeburg ist der Kaiser-Otto-Preis von Außenminister Heiko Maas und Oberbürgermeister Lutz Trümper an den Rumänischen Staatschef Klaus Johannis verliehen worden. Der Preisträger gilt nach diskriminierenden Äußerungen durchaus auch als umstritten.

Heiko Maas, Lutz Trümper und Klaus Johannis bei der Ehrung des Kaiser-Otto-Preises
Außenminister Heiko Maas und Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper haben Rumäniens Staatschef den Preis überreicht. Bildrechte: MDR/Stephan Schulz

Der Rumänische Staatspräsident Klaus Johannis ist am Mittwoch mit dem Kaiser-Otto-Preis der Landeshauptstadt Magdeburg geehrt worden. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat bei dem Festakt im Magdeburger Dom die Laudatio gehalten. Maas würdigte Johannis als einen großen Europäer und einen engen Freund Deutschlands. Für Johannis seien die Entwicklung und der Wohlstand Rumäniens untrennbar verbunden mit der Entwicklung und dem Wohlstand Europas.

Heiko Maas steht an einem Rednerpult.
Außenminister Heiko Maas hielt eine Laudatio auf den Preisträger. Bildrechte: MDR/Stephan Schulz

Maas sagte nach der Ehrung zu MDR SACHSEN-ANHALT: "Ich würde mir wünschen, dass es in Europa öfter solch prinzipienfeste, mutige Staatsführer gibt."

Man bräuchte langfristige Lösungen für die Probleme, mit denen Europa zu tun habe. Da sei Johannis immer einer gewesen, der so verlässlich war, dass er nicht nur seinem Land gut getan habe, sondern auch der ganzen Europäischen Union.

"Ich bin überzeugter Europäer"

Oberbürgermeister Trümper begründete die Wahl von Johannis damit, dass er "ein Kämpfer für Europa" sei. "Er ist jemand, der in seinem Land eine Minderheit (Anmerkung d. Red.: Johannis gehört zur deutschsprachigen Minderheit in Rumänien) vertritt, es aber trotzdem schafft, die Einigung in seinem Land hinzubekommen", sagte Trümper MDR SACHSEN-ANHALT.

Johannis selbst freute sich über die Ehrung. "Das ist eine sehr wichtige Anerkennung meiner Politik, aber vor allem auch der rumänischen Politik im europäischen Umfeld", sagte er MDR SACHSEN-ANHALT. Der Preis sei Ansporn, seine Politik im Sinne der europäischen Integration weiterzuführen. "Das ist leider nicht mehr so selbstverständlich heutzutage. Ich bleibe dabei: Ich bin überzeugter Europäer."

Das ist der Kaiser-Otto-Preis

EU-Außenbauftragte Federica Mogherini an einem Rednerpult
Im Bild: Die Medaille von 2017 für Federica Mogherini. Bildrechte: Landeshauptstadt Magdeburg

Der Kaiser-Otto-Preis wird seit 2005 alle zwei Jahre verliehen und ehrt Persönlichkeiten, die sich um die Förderung des europäischen Gedankens verdient gemacht haben und sich für Dialog, Frieden und Verständigung einsetzen. Die Ehrung wird in Form einer Bronzemedaille samt Urkunde verliehen.

Der Preis erinnert an den ersten deutschen Kaiser Otto I., der das Erzbistum Magdeburg gründete.

Unter den bisherigen Preisträgern waren zum Beispiel Richard von Weizsäcker, Egon Bahr und Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Willi Polte schlug den Preisträger vor

Den Preisträger vorgeschlagen hatte Willi Polte – Magdeburgs ehemaliger Oberbürgermeister. Polte sitzt in der Jury. Auf die Idee kam er bei einer Reise nach Rumänien, die ihn auch in Johannis' Heimatstadt Sibiu (zu deutsch: Hermannstadt) führte. "Die Stadt machte auf mich einen wunderbaren Eindruck. Da fragt man sich, wer hat das alles mit bewirkt. Und da fiel der Name Johannis", so Polte. Johannis war Oberbürgermeister von Sibiu. Er beendete dort die Korruption und holte viele deutsche Investoren. In seiner Heimatstadt stand er deshalb stets für Wandel und Aufschwung. Die politische Aufgabe, die Johannis in der Stadt übernommen hatte, sei herausragend gewesen, sagte Polte MDR SACHSEN-ANHALT.

Vor sechs Jahren wurde Johannis dann überraschend zum rumänischen Staatpräsidenten gewählt und im vergangenen Jahr im Amt bestätigt.

Umstrittene Aussagen

Eine Medaille liegt auf einem roten Tuch.
Die Medaille für Klaus Johannis Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Preisträger ist jedoch nicht unumstritten. Im Frühjahr 2020 sorgte Johannis mit diskriminierenden Äußerungen über die ungarische Minderheit in Rumänien für Aufsehen. Johannis gehört selbst der deutschsprachigen Minderheit in Rumänien an. Der Nationale Rat gegen Diskriminierung belegte ihn daraufhin mit einer Geldstrafe von 1.000 Euro.

Die Entscheidung, ihm den Kaiser-Otto-Preis zu verleihen, fiel in Magdeburg allerdings lange vor den umstrittenen Äußerungen. Eigentlich hätte Klaus Johannis den Kaiser-Otto-Preis bereits im Frühjahr bekommen sollen. Doch die Corona-Pandemie verhinderte das. Auch den Karlspreis der Stadt Aachen hätte er bereits erhalten sollen. Diese Ehrung ist nun auf das kommende Frühjahr verschoben.

Quelle: MDR,dpa/ff

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 14. Oktober 2020 | 19:00 Uhr

2 Kommentare

Baldur von Ascanien vor 6 Wochen

Da möchte ich garnicht erst wissen, welche Qualitäten die anderen Mitbewerber hatten. Aber seit Bushido das BDVK bekommen hat, weis ich was die Medallien wert sind, NICHTS.

Emil Kaminsky vor 7 Wochen

Hetzt gegen Minderheiten, bekommt aber einen Preis der Stadt Magdeburg. Was für eine Farce.

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