Trotz vieler Neuinfektionen Kein neuer Corona-Lockdown in Magdeburg

Seit vergangenem Freitag gibt es viele neue bestätigte Corona-Infektionen in Magdeburg. Ein Lockdown ist nach Angaben von Gesundheitsministerin Grimm-Benne vorerst aber nicht geplant. Allerdings hat die Stadt angekündigt, dass eine weitere Grundschule sowie weitere Freizeiteinrichtungen vorerst schließen.

Petra Grimm-Benne
Sozialministerin Petra Grimm-Benne (Archivbild) Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

In Magdeburg wird es nach dem jüngsten Corona-Ausbruch vorerst keinen Lockdown geben. Das hat Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) klargestellt. Sie sagte MDR SACHSEN-ANHALT, der Oberbürgermeister habe bereits das getan, was das Ministerium empfohlen habe.

Als Beispiel nannte Grimm-Benne die erfolgten Schulschließungen. Außerdem hätten Altenpflegeheime und Krankenhäuser ihre Besuche wieder eingeschränkt: "Also ist in vielen Bereichen ja schon ein Lockdown passiert." Man werde sich bei weiteren Schließungen immer daran orientieren, wo sich das Virus genau verbreite.

Nach aktuellem Stand gab es in Magdeburg seit Beginn der Pandemie bisher insgesamt 195 Coronavirus-Fälle, 74 davon seit vergangenem Freitag.

Elfte Schule muss schließen

Am Donnerstag musste eine weitere Schule – die Grundschule "Westerhüsen" – wegen einer Covid-19-Erkrankung geschlossen werden. Das gab die Stadt am Donnerstagnachmittag bekannt. Ein Reinigungsmitarbeiter sei positiv auf Corona getestet worden. Für ihn sei Quarantäne verhängt worden. Den Schülern, Pädagogen und Eltern rät die Stadt, sich testen zu lassen und ansonsten zu Hause zu bleiben. Es ist die elfte Schule in der Landeshauptstadt, die nun für 14 Tage geschlossen bleibt.

Außerdem kündigte die Stadt an, vorsorglich weitere Freizeiteinrichtungen zu schließen. In den betroffenen Häusern hätten sich Kinder und Jugendliche aufgehalten, in deren Familien aktuelle Coronafälle bekannt seien.

Bis voraussichtlich 1. Juli geschlossen bleiben:

  • Kinder- und Jugendhaus "Magnet" (Sudenburg)
  • Kinder- und Jugendhaus "Altstadt"
  • Kinder- und Jugendhaus "HOT Alte Bude" (Buckau)
  • Kinder- und Jugendhaus "Fuchsbau" (südliche Altstadt)
  • "zone! – der Medientreff" (am Universitätsplatz)
  • Jugendwerkstatt "Buntes Werkstattprojekt" (Neustädter Feld)
  • Familien- und Jugendzentrum am Rennebogen (Neu Olvenstedt)

 

Sozialministerin: Mundschutz tragen und waschen

Petra Grimm-Benne mahnte die Sachsen-Anhalter zu einem sorgsameren Umgang mit ihrem Mund-Nasen-Schutz. Grimm-Benne sagte MDR SACHSEN-ANHALT am Donnerstag, der Schutz sollte überall da getragen werden, wo es wichtig sei, und das nicht nur als Symbol: "Es wäre schon schön, wenn manche ihren Mund-Nasen-Schutz öfter mal entweder waschen oder erneuern würden."

Die Ministerin warnte, die Pandemie sei nicht vorbei. Es könne immer wieder regionale Ausbrüche wie zur Zeit in Magdeburg geben. Grimm-Benne verwies in dem Zusammenhang auch auf ein aktuelles Beispiel aus Gütersloh in Nordrhein-Westfalen. Man müsse daher weiter Abstand halten und die Hygieneregeln einhalten.

Insgesamt bezeichnete Grimm-Benne die Corona-Situation in Sachsen-Anhalt aber als ruhig. Man habe fünf bis zehn Infizierte pro hunderttausend Einwohner und daher noch keine landesweiten Entscheidungen treffen müssen.

Zahl der Infektionen verdoppelt sich vergleichsweise schnell

Das Ministerium hatte ein Ampel-Warnsystem eingeführt, nach dem gehandelt werden muss. Nach Aussage der Ministerin stehen in Magdeburg fast alle Ampeln auf rot. Das Land habe aber bereits frühzeitig mit der Stadt eine Taskforce gebildet.

In Magdeburg hat es zuletzt fast 30 Neuinfektionen pro hunderttausend Einwohner gegeben. Die Verdopplungszeit, in der sich das Virus ausbreitet, beträgt in der Landeshauptstadt aktuell 10,8 Tage. Zum Vergleich: Im Landkreis Harz waren es – Stand Mittwoch – 891 Tage. Im Mai hatte es über mehrere Wochen keinen neuen Fall in Magdeburg gegeben.

Die Stadt sucht nach eigenen Angaben weiterhin den Grund für den aktuellen Ausbruch in der Stadt. Möglicherweise spiele der Kontakt zu einem Pfarrer aus Berlin eine Rolle bei der Verbreitung des Virus. Das sagte Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) am Dienstag auf einer Pressekonferenz.

Am Dienstagabend war eine weitere Schule in Neu-Olvenstedt geschlossen worden. Bei einem Pädagogen war das Virus nachgewiesen worden. Diese Infektion scheint nach aktuellen Informationen aber unabhängig davon zu sein.

Quelle: MDR/jh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 18. Juni 2020 | 15:00 Uhr

9 Kommentare

nie wieder cdu vor 6 Wochen

Wenn durch Panik und Hysterie der normalen Schulbetrieb weiter gestört wird, dann sehe ich für diese Generation schwarz. Wie sollen unter diesen Umständen vernünftige und gleichwertige Abschlüsse möglich sein. Spätestens bei der Bewerbung auf eine Lehrstelle wird es eng und wer den Test nicht besteht geht leer aus.

nie wieder cdu vor 6 Wochen

Petra Grimm-Benne mahnte die Sachsen-Anhalter zu einem sorgsameren Umgang mit ihrem Mund-Nasen-Schutz. Grimm-Benne sagte MDR SACHSEN-ANHALT am Donnerstag, der Schutz sollte überall da getragen werden, wo es wichtig sei, und das nicht nur als Symbol: "Es wäre schon schön, wenn manche ihren Mund-Nasen-Schutz öfter mal entweder waschen oder erneuern würden."
Träumen sie weiter, sie haben ja noch ein ganzes Jahr bis zur kommenden Wahl.

Denkschnecke vor 6 Wochen

Woher wissen Sie, dass das etwas mit "verfehlter Integrationspolitik" zu tun hat? Genau so könnten Sie sich über "die Christen" mokieren, oder "die Bewohner bestimmter Stadtviertel", oder "die Nicht-Akademiker".

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