Kind schaukelt (Symbolfoto)
Die Misshandlungsvorwürfe richten sich gegen einen Tagesvater in Magdeburg. Es sind nicht die ersten Vorwürfe gegen den Mann. (Symbolfoto) Bildrechte: dpa

Tagesvater im Verdacht Kindertagespflege in Magdeburg wegen Misshandlungsvorwürfen geschlossen

Das Jugendamt in Magdeburg hat eine Tagespflegeeinrichtung nach Misshandlungsvorwürfen geschlossen. Hintergrund sind Vorwürfe von Eltern eines zweijährigen Mädchens gegen den betreuenden Tagesvater.

Kind schaukelt (Symbolfoto)
Die Misshandlungsvorwürfe richten sich gegen einen Tagesvater in Magdeburg. Es sind nicht die ersten Vorwürfe gegen den Mann. (Symbolfoto) Bildrechte: dpa

Das Jugendamt in Magdeburg hat eine Tagespflegeeinrichtung nach Misshandlungsvorwürfen geschlossen. Das teilte die Behörde MDR SACHSEN-ANHALT mit: "Nach Rücksprache mit der Ärztin der Rechtsmedizin, den vorliegenden Fakten und der Information der Sorgeberechtigten [...] wurde aufgrund der vorliegenden möglichen Tatbestandsmerkmale die Tagespflegestelle geschlossen."

Eine Verletzung am inneren Oberschenkel.
Für diese Verletzung am inneren Oberschenkel des zweijährigen Mädchens gibt es keine Erklärung. Bildrechte: privat

Hintergrund sind Vorwürfe von Eltern eines zweijährigen Mädchens. Das Kind war in der Einrichtung von einem Tagesvater betreut worden. Im Sommer vergangenen Jahres entdeckten die Eltern bei dem Mädchen eine Verletzung am inneren Oberschenkel. Außerdem habe sich die Zweijährige plötzlich anders verhalten. Daraufhin gingen die Eltern zum Kinderarzt. Mehrere Ärzte und Psychologen untersuchten das Kind. Für die Wunde hätte es keine harmlose Erklärung gegeben.

Vorwürfe schon vor Jahren

Der Tagesvater wies alle Vorwürfe zurück. Ein Interview mit MDR SACHSEN-ANHALT lehnte er ab. Nach eigener Aussage erhebt die Staatsanwaltschaft Magdeburg aus Mangel an Beweisen keine Anklage. Die Familie hat gegen die Entscheidung Widerspruch eingelegt.

Bereits vor drei Jahren hatte es nach Recherchen von MDR SACHSEN-ANHALT Vorwürfe gegen den Tagesvater gegeben. Schon damals schloss das Jugendamt die Einrichtung vorübergehend.

Kinderschutzbund empfiehlt Elterntelefon

Der Kinderschutzbund in Sachsen-Anhalt rät Eltern, ihre Kinder stets gut wahrzunehmen. Geschäftsführerin Andrea Wegner sagte MDR SACHSEN-ANHALT, auch kleine Kinder würden irgendwie zeigen, dass etwas nicht in Ordnung ist. Sollten Eltern Veränderungen bemerken, empfiehlt sie das anonyme Elterntelefon. Wegner: "Wer da anruft ist geschützt. Man kann sich dort Rat suchen bei geschulten ehrenamtlichen Beraterinnen und Beratern." Das Elterntelefon könne erste Empfehlungen geben. Wegner rät aber auch, das Gespräch mit den Erziehern zu suchen. Wenn das nicht funktioniere, sollte die Leitung der Einrichtung angesprochen und gegebenenfalls auch das Jugendamt eingeschaltet werden.

Die Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes gibt zu bedenken, dass es für alles eine relativ harmlose, aber auch eine sehr dramatische Begründung geben könnte. "Ich empfehle Eltern wirklich, bevor sie die Kinder befragen, sich Sicherheit zu holen, dass das, was sie beobachten, tatsächlich weiter beobachtet werden muss und ob es Konsequenzen haben muss."

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Quelle: MDR/ff,ahr

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 15. Mai 2018 | 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Mai 2018, 12:41 Uhr

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6 Kommentare

16.05.2018 11:41 Scholli 6

Vor einigen Jahren gab es eine ähnliche Situation mit zwei Tagesmüttern in Magdeburg. Auch in diesem Fall reagierte das Jugendamt erst, als sich die Vorwürfe häuften. Warum in Gottes Namen werden diese Einrichtungen nicht konsequent und nach den ersten Hinweisen geschlossen? Und das dauerhaft. Unbegreiflich! Ich fühle mit den armen Kindern und deren Eltern.

15.05.2018 19:16 Bübchen 5

Weil einige, wenn es auch nicht viele sind, in diesem Land noch arbeiten müssen und den Kindern etwas bieten wollen.

Echt schlimm, wenn in solchen Fällen die Behörden nicht genau hinschauen oder nicht hinschauen wollen. Ausbaden müssen es ja immer die Kinder...

15.05.2018 18:24 Christine 4

Es sollte doch in einem Land wie unseren möglich sein, dass unsere Kinder vor solchem Gesindel geschützt werden.Da sehe ich vor allem die Jugendämter in der Pflicht.Und ihren Kommentar " Ghettoshit" hätten sie für.sich behalten können. SIE haben offensichtlich keine Ahnung vom Leben der Familien mit Kindern.Die Realität ist, dass wir Eltern glücklich sein können eine Arbeit zu haben, um unsere Kinder, die wir gewollt in diese Welt gesetzt haben, ernähren und kleiden zu können.Wir müssen ihnen aber auch ein Dach über den Kopf bieten und eine gesicherte Zukunft.Dazu gehört leider auch, dass wir sie in die Obhut einer Kindertagesstätte übergeben, 1.dass wir der Arbeit weiter nachgehen können, 2.dass unsere Kinder auch mit Gleichaltrigen zusammen sind.Das alles hat gar nichts mit Konsum zutun,;sondern mit der Verantwortung, dass aus unseren Kindern ordentliche, ;gesellschaftsfähige Menschen werden .