Motto "Raus aus der Leere" Magdeburg stellt Konzept für Kulturhauptstadt-2025-Bewerbung vor

Die Stadt Magdeburg hat ihr Bewerbungsbuch für den Titel europäische Kulturhauptstadt 2025 eingereicht. Auf insgesamt 60 Seiten hat das Team des Bewerbungsbüros seine Vision für das Magdeburg der Zukunft festgehalten. Unter dem Motto "Out of the Void – Raus aus der Leere" wurde das erste Konzept vorgestellt.

Lisa Felgendreff
Bildrechte: MDR/Jörn Rettig

von Lisa Felgendreff, MDR SACHSEN-ANHALT

Außenansicht des Bewerbungsbüros zur Kulturhauptstadt in Magdeburg.
Die Vorstellung des Konzepts fand im Bewerbungsbüro zur Kulturhauptstadt statt. Bildrechte: MDR/Lisa Felgendreff

Mehrere Monate feilte das Magdeburger Büro an dem Bewerbungsbuch, um die 38 Fragen der EU zu beantworten und ein zukunftsweisendes Grundkonzept für Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt zu entwickeln. Am Donnerstag wurde das Bewerbungsbuch nun vorgestellt.

Motto: "Out of the Void"

Mit dem Motto "Out of the Void" beziehe man sich auch auf Otto von Guericke, der schon damals die Kraft des Luftdrucks und des Vakuums entdeckte, erklärte der Beigeordnete für Kultur, Schule und Sport, Matthias Puhle. Dabei schlug er auch die thematische Brücke ins 21. Jahrhundert: "Bei unseren Recherchen gab es immer wieder den Tenor, dass es in Magdeburg noch zu viele Leerstellen und zu wenig Urbanität gibt. Es ist wichtig, dass wir die Innenstadt stärken und die Bevölkerung auch kulturell stärker mitnehmen müssen."

Mehrere Poster, die das Motto der Bewerbung Magdeburgs zur Kulturhauptstadt zeigen.
"Out of the Void" ist das Grundkonzept der Bewerbung. Bildrechte: MDR/Lisa Felgendreff

Das Vakuum soll damit auch als Freiraum interpretiert werden, der mit vielen kreativen und unkonventionellen Ideen gefüllt wird. Dass der Begriff Leere einen unangenehmen Beigeschmack hat, war Puhle aber auch bewusst:"Es geht nicht um ein Marketingkonzept und nicht darum, zu zeigen wie prachtvoll und schön Magdeburg ist, sondern zu beschreiben, warum wir diesen Titel brauchen."

Nächster Schritt: Präsentation vor einer europäischen Jury

Nachdem die Bewerbung abgegeben wurde, können sich die Beteiligten jetzt aber noch nicht zurücklehnen. Der nächste Schritt sei die Präsentation des Konzepts vor einer zwölfköpfigen europäischen Fachjury im Dezember, erläuterte der Leiter des Bewerbungsbüros Tamás Szalay. "Wir wollen nicht das wiederholen, was schon im Bewerbungsbuch steht. Es geht darum, Geschichten und Erzählungen mitzubringen, um unser Gesamtnarrativ noch weiter zu stärken und uns so zu präsentieren, dass es die Jury endgültig überzeugt." Bei der Auswahl für die zweite Runde spiele die mündliche Präsentation eine fast genau so wichtige Rolle wie das Bewerbungsbuch, betont Szalay.

Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper, der Kulturbeigeordnete Matthias Puhle und der Leiter des Bewerbungsbüros Tamás Szalay.
(v.l.n.r.) Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper, der Kulturbeigeordnete Matthias Puhle und der Leiter des Bewerbungsbüros Tamás Szalay. Bildrechte: MDR/Lisa Felgendreff

Er sei überzeugt, dass sie es geschafft haben, ein sehr starkes und überzeugendes Konzept zu erstellen, das nicht nur sehr authentisch sei, sondern auch wichtige europäische Themen anspreche. Dabei soll unter anderem eine künstlerische Nutzung von Stadträumen und Parks, der Aufbau neuer kultureller Hotspots im Stadtzentrum und mehr gesellschaftliche Vielfalt sowie Inklusion im Vordergrund stehen. Aber auch die Elbe und die Wahrzeichen der Stadt sollen verstärkt in den Fokus rücken.

Für die Stadt von "unschätzbarem Wert"

Sollte das Gesamtpaket auch die Jury in Berlin überzeugen, dann darf Magdeburg im nächsten Jahr in der zweiten Runde das Konzept noch einmal überarbeiten und konkretisieren – als eine von vier deutschen Städten.

Oberbürgermeister Lutz Trümper betonte sein gutes Gefühl, was die Bewerbung angeht. Auch wenn er von den ersten Kapiteln des Buches nicht so begeistert gewesen sei: "Die Stadt in den höchsten Tönen zu loben, ist die Aufgabe eines Bürgermeisters – nicht aber zu erzählen, wie schlecht eine Stadt ist und was alles noch fehlt."

Magdeburgs Bürgermeister Lutz Trümper steht vor dem Bewerbungsbüro mit dem Katalog zur Bewerbung zur Kulturhauptstadt.
Magdeburgs Oberbürgermeister Trümper zeigte sich überzeugt von der Bewerbung. Bildrechte: MDR/Lisa Felgendreff

In dem Bewerbungsbuch wurde er in den ersten Kapiteln genau damit konfrontiert, was Magdeburg, im Vergleich zu anderen europäischen Städten, noch brauche. "Das ist vor allem als Oberbürgermeister schwer zu lesen", sagte er. Trotzdem ist Trümper ein Verfechter der Bewerbung: "Wenn Magdeburg Kulturhauptstadt wird, wäre das ein riesen Sprung." Dabei verwies er auch darauf, dass allein der Prozess für den Tourismus, die Wirtschaftskraft und das Image der Stadt von unschätzbarem Wert sei.

Nur ein kleiner Schritt in einem längeren Prozess

Büroleiter Tamás Szalay sieht in der Bewerbung ein Entwicklungsprojekt, in dem 2025 nur ein Meilenstein sein soll: "Wir wollen, dass Magdeburg eine noch viel internationalere Stadt wird und mit seinen Themen auch international Aufsehen erregt. Wir haben das Potential, wir müssen es nur nutzen. Ich sehe eine Stadt, wo die Leute viel mehr Möglichkeiten und auch mehr Lust haben mitzumachen und mitzugestalten. Wir wollen die Wahrnehmung und das Verständnis für die Stadt verändern. Das ist das Wichtigste, was wir über 2025 hinaus erreichen können."

Quelle: MDR/fl

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 26. September 2019 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. September 2019, 08:29 Uhr

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