Evangelische Kirche Mitteldeutschland Landesbischöfin Junkermann aus dem Amt verabschiedet

Nach zehn Jahren ist Schluss: Die Evangelische Kirche Mitteldeutschland hat am Sonnabend Landesbischöfin Ilse Junkermann aus dem Amt verabschiedet. In einem Festgottesdienst wurde die 62-Jährige als "mutig und unerschrocken" gelobt.

Ilse Junkermann predigt während des Gottesdienstes anlässlich ihrer Verabschiedung von der Kanzel im Magdeburger Dom.
Scheidet als Landesbischöfin aus: Ilse Junkermann wurde am Sonnabend verabschiedet. Bildrechte: dpa

Landesbischöfin Ilse Junkermann ist am Sonnabend aus ihrem Amt bei der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland (EKM) verabschiedet worden – nach zehn Jahren. Wie die EKM mitteilte, wurde die 62-Jährige bei einem Festgottesdienst im Magdeburger Dom offiziell entpflichtet.

Der Präses der EKM-Landessynode, Dieter Lomberg, würdigte bei dem Gottesdienst die Verdienste Junkermanns. Sie habe sich vor zehn Jahren mutig auf das Amt eingelassen, sagte Lomberg. Junkermann habe von Beginn an Themen gesetzt und Defizite angesprochen.

Für manche ist es schwer, dieses Wort überhaupt mit Kirche in Verbindung zu bringen. Aber die EKM gilt heute als innovativ.

Dieter Lomberg über die Arbeit von Landesbischöfin Ilse Junkermann

Lob für die Arbeit von Ilse Junkermann kam auch von der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche. Deren leitender Bischof Ralf Meister würdigte Junkermann als "mutig und unerschrocken". Sie sei eine klare Stimme für die Kirchen in den neuen Bundesländern gewesen.

"Mit deinem persönlichen Stil hast du deinen Mund aufgetan für die Stummen. Und du hast das Risiko, anzuecken und Widerspruch zu erregen, nicht gescheut", sagte Meister. Junkermann selbst sagte, ihr sei etwas wehmütig ums Herz.

Noch bis August im Amt, dann an die Uni

Trotz Abschiesgottesdiensts am Sonnabend bleibt Ilse Junkermann noch bis Ende August im Amt. Erst im September wechselt sie an die Universität in Leipzig. Junkermann will dort in den kommenden vier Jahren zur Kirche in der DDR forschen. Ursprünglich hatte Junkermann bis zu ihrem Ruhestand 2023 Landesbischöfin der EKM bleiben wollen. Überraschend hatte sie dafür aber nicht die notwendige Zustimmung des Landeskirchenrats. Gründe für die Entscheidung waren damals nicht genannt worden.

Bischöfin Ilse Junkermann nimmt während eines Gottesdienstes anlässlich ihrer Verabschiedung ihr Amtskreuz ab.
Legt das Amtskreuz ab – und übergibt es an Frierich Kramer: ilse Junkermann Bildrechte: dpa

Das Amt des Landesbischofs der EKM übernimmt ab September Friedrich Kramer. Er war bei der Frühjahrstagung der Kirche im Mai dieses Jahres als Nachfolger gewählt worden.

Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland hat in ihrem Gebiet nach eigenen Angaben 712.000 Mitglieder in Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie kleinen Teilen von Sachsen und Brandenburg.

Friedrich Kramer, künftiger Bischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM)
Bildrechte: dpa

Das ist der neue Landesbischof Nachfolger von Ilse Junkermann im Amt des Landesbischofs ist Friedrich Kramer. Der 54-Jährige wurde in Greifswald geboren und ist in Wittenberg aufgewachsen. Er studierte Theologie in Berlin, arbeitete bis zuletzt als Direktor der Evangelischen Akademie in Sachsen-Anhalt. Er will sich nach eigenen Worten für eine weltoffene und fröhliche Kirche einsetzen. Kramer ist verheiratet und hat zwei Töchter.

Quelle: MDR, dpa,epd,kna/ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 06. Juli 2019 | 11:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Juli 2019, 15:48 Uhr

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12 Kommentare

08.07.2019 14:43 Erna 12

@ 1 richtig das sind solche Heuchler die stets fordern bei anderen aber selber keinerleie Vorbildrolle spielen , die kann doch die gesamten Asylanten bei sich aufnehmen soviel Geld hat diese bestimmt noch zur verfügung.

07.07.2019 21:28 Martin 11

Ja, wir kennen unsere Geschichte, aber nach vier Jahren kennt sie die dann auch!

07.07.2019 19:23 paul 10

"Erst im September wechselt sie an die Universität in Leipzig. Junkermann will dort in den kommenden vier Jahren zur Kirche in der DDR forschen."
Wer braucht das??? Wir kennen unsere Geschichte!!!
Besser wäre doch die "Forschung" zum
Kindesmissbrauch.

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