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Mehr als 100 Menschen haben vor dem Landgericht Magdeburg gegen den VW-Konzern geklagt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Abgasskandal Landgericht Magdeburg weist VW-Klagen ab

Das Landgericht Magdeburg hat am Donnerstag über mehrere Fälle im VW-Abgasskandal entschieden. Die Klagen von insgesamt acht VW-Kunden, die auf Schadensersatz klagten, sind von dem Gericht abgewiesen worden. Insgesamt laufen in Magdeburg aktuell mehr als 100 Gerichtsverfahren im VW-Dieselskandal.

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Mehr als 100 Menschen haben vor dem Landgericht Magdeburg gegen den VW-Konzern geklagt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Im VW-Abgasskandal hat das Magdeburger Landgericht die Klagen mehrerer Autokäufer abgewiesen. Zur Begründung sagte Gerichtssprecher Thomas Kluger MDR SACHSEN-ANHALT, im konkreten Fall habe es als Anspruchsgrundlage nur den Schadenersatz gegeben. VW habe ein Softwareupdate vorgenommen und damit bereits Schadenersatz geleistet. Strafmaßnahmen für unkorrektes Verhalten sehe das deutsche Recht nicht vor. Die Klagen richteten sich zum Teil gegen den VW-Konzern und gegen mehrere VW-Händler.

Tausende Kläger, gleiches Leid

Insgesamt laufen in Magdeburg mehr als 100 Gerichtsverfahren im VW-Dieselskandal. Das ist nur ein kleiner Teil, der insgesamt rund 21.000 VW-Kunden, die bislang deutschlandweit vor Gericht geklagt haben. Birgit Müller aus Schönebeck ist eine von ihnen. Sie fühlt sich von VW betrogen:

Birgit Müller
Birgit Müller, VW-Klägerin Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ich bin mit der Tatsache nicht zufrieden das ich von VW betrogen wurde. Das ich halt einen Schummelwagen fahre, der im Prinzip, wenn er die Software hat, nicht mehr das bringt, was er bringen sollte.

Birgit Müller kaufte 2013 den Volkswagen mit einem Dieselmotor als Familienwagen. Über 190.000 Kilometer hat der Golf die Familie von A nach B gefahren. Auch wenn der Wagen nicht mehr viel Wert hat, möchte die Frau um ihr Recht kämpfen: "VW verdient, gewinnt, schreibt die größten Gewinne seit Bestehen dieser Aktiengesellschaft und Verlierer sind die Käufer."

Müller hat ihren Gerichtstermin erst Ende September. Bisher gibt es auch nur wenige Fälle, in denen die Kunden gegen VW erfolgreich waren. Deshalb gibt Müller zu, sollte VW sich vorher melden: "Ich denke, ich werde mich auch auf einen Vergleich einlassen", um die "Never-Ending-Story" der Klage zu beenden. VW-Kunden können noch bis zum Ende des Jahres Klagen einreichen.

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Quelle: MDR/pat

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 09. August 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. August 2018, 21:30 Uhr

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10 Kommentare

11.08.2018 13:01 Thore 10

Kluger: "VW habe ein Softwareupdate vorgenommen und damit bereits Schadensersatz geleistet"
Diese Aussage eines Gerichts ist an Zynismus nicht zu übertreffen !
Seit wann ist denn die notwendige "Korrektur" eines "Fehlers" Schadensersatz ?
Ich hätte bis in die letzte Instanz geklagt....mit Erfolg, da bin ich mir sicher !
Mein Fazit: Wer heute noch bei diesem Betrüger-Konzern kauft, begeht Beihilfe zum Betrug....und hat es dann auch nicht anders verdient !

10.08.2018 17:55 Ralf 9

Gerichte urteilen nur im Interesse der Konzerne, dass ist Kapitalismus.
Der kleine Mann verliert immer! Spreche aus eigener Erfahrung. Wir haben nicht den Namen oder das finanzielle Portmonee.

10.08.2018 17:02 VW Fahrer 8

Ich hab seit dem Update nur noch Probleme. Bei mir wurde schon zweimal das AGR-Ventil getauscht. Bei VW tritt die Verjährung Ende 2018 ein. Wenn ich nochmal Probleme habe, dann Klage ich auch.