Urteil am Landgericht Millionenbetrug an Ehemann – Arzt-Gattin muss hinter Gitter

Der Fall hatte für Aufsehen gesorgt: Weil sie ihren eigenen Ehemann über Jahre um fast eine Million Euro betrogen hat, muss eine Arzt-Gattin aus Magdeburg mehrere Jahre ins Gefängnis. Das hat das Landgericht Magdeburg am Dienstag entschieden.

Magdeburg: Blick auf die Lichtspuren einer Straßenbahn. Sie fährt am Landgericht vorbei. (Langzeitbelichtung)
Das Landgericht Magdeburg hat eine Arztgattin am Dienstag zu mehreren Jahren Haft verurteilt. (Archivfoto) Bildrechte: dpa

Das Landgericht Magdeburg hat eine Frau wegen Computerbetrugs in 37 Fällen und versuchten Betrugs in Tateinheit mit Urkundenfälschung zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Das sagte ein Gerichtssprecher am Dienstag MDR SACHSEN-ANHALT. Der Fall hatte für Aufsehen gesorgt, weil die Frau über mehrere Jahre fast eine Million Euro von den Konten ihres Mannes auf das eigene Konto überwiesen hatte.

Die Taten haben sich zwischen März 2015 und August 2018 ereignet. Mit dem Geld des Allgemeinmediziners, den sie 2012 kennenlernte und mit dem sie zwei Töchter hat, habe sie vor allem ihren ausschweifenden Lebensstil finanziert, urteilte das Gericht. Ihrem Mann und allen anderen habe sie über Jahre vorgegaukelt, als Rechtsanwältin selbst sehr gut zu verdienen. Sie habe die Post ihres Mannes abgefangen und habe eine "sehr komplexe Lügengeschichte" aufgebaut, sagte der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung.

Frau saß bereits in Untersuchungshaft

Die 41-Jährige saß seit vorigem Sommer in Untersuchungshaft. In ihrem Schlusswort sagte sie, sie wolle ihr Leben aufräumen. Das Urteil nahm die Frau nach Schilderung einer Reporterin von MDR SACHSEN-ANHALT emotionslos hin.

Quelle: MDR, dpa/ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 10. März 2020 | 10:00 Uhr

13 Kommentare

Anita L. vor 12 Wochen

"Juristen dürfe wohl alles, weil sie sich auskennen und - was noch viel schlimmer ist - ihnen viele Menschen vertrauen. Vertrauensbruch in eine ganze Berufsgruppe sozusagen. Schämt euch!"

Die Frau ist deshalb immer noch kein Jurist, wenn sie vorgibt (!), Rechtsanwältin zu sein. Wieso werfen Sie also einem kompletten Berufszweig Vertrauensbruch vor?

Anita L. vor 12 Wochen

"Woher hat dieser Allgemeinmediziner das Geld?"

Bei allem Respekt, aber was geht Sie das an? Und wo steht geschrieben, er würde sich "als was Besseres fühlen"?

Harka2 vor 12 Wochen

Sie hat sich ihren 20 Jahre älteren Allgemeinmediziner als erfolgreiche Wirtschaftsanwältin ausgegeben, obwohl sie nicht mal die Ausbildung zur Rechtsanwaltsgehilfin geschafft hat. Allgemeinmediziner sind permanent überfordert, denn es gibt einfach zu wenige. Das ein Allgemeinmediziner jemanden, dem er vertraut, seine Bücher überlässt, ist nicht verwunderlich, denn er hat besseres zu tun. Das die Dame hier eher eine Versorgungsstelle suchte, jemanden, der sie und ihr Luxusleben bezahlte und zudem zu beschäftigt ist, wenn die Dame Seitensprünge macht und andere Liebhaber mit Luxusgeschenken bedachte, das konnte der Arzt nicht einschätzen. Letztlich ist er auch nur ein naiver Narr, der einem Luxusweibchen zum Opfer fiel. Hoffentlich lebt er lang genug, um den gemeinsamen Kindern bessere Werte für ihr Leben zu vermitteln.

Mehr aus Magdeburg, Börde, Salzland und Harz

Mehr aus Sachsen-Anhalt