Neubau 2,8 Millionen Euro für Synagoge in Magdeburg

Der Neubau der Synagoge in Magdeburg rückt immer näher. Der Finanzausschuss des Landtags hat dafür 2,8 Millionen Euro freigegeben. Bereits im November hat die Stadt ein Grundstück dafür bereitgestellt.

Ein in der Mitte mit einem Davidstern verzierter achtarmiger Leuchter mit brennenden Lampen
Bereits seit den 90er Jahren gibt es den Plan, eine neue Synagoge in Magdeburg zu bauen. Bildrechte: Colourbox

Für den Neubau der Synagoge in Magdeburg hat der Finanzausschuss des Landtages ein Budget freigegeben. Für die Jahre 2021 und 2022 werden Landesmittel in Höhe von 2,8 Millionen Euro bereitgestellt. Das hat die Volksstimme berichtet. Der Haushaltsplan muss allerdings noch vom Landtag verabschiedet werden. Damit ist im Januar zu rechnen.

Gesamtkosten von 3,4 Millionen Euro

Insgesamt soll der Neubau 3,4 Millionen Euro kosten. Weitere 400.000 Euro will der Fördervereien "Neue Synagoge Magdeburg" aus Spendengeldern aufbringen. Die restlichen 200.000 Euro sollen aus Eigenmitteln der Synagogen-Gemeinde eingebracht werden.

Grundstück nahe der zerstörten Synagoge

Im November hatte der Stadtrat bereits ein Grundstück für den Synagogen-Neubau verschenkt. Die Fläche in der Julius-Bremer-Straße wurde seit Jahren freigehalten, damit dort eine neue Synagoge gebaut werden kann. 2021 könnte nahe der alten Synagoge, die 1938 in der Reichsprogromnacht von den Nazis zerstört wurde, mit dem Bau begonnen werden. Nach gegenwärtiger Planung soll die Synagoge bis 2022 fertiggestellt werden.

Jüdisches Leben in Magdeburg

Die Synagoge in Magdeburg war am 9. November 1938 verwüstet, schließlich gesprengt und ein Jahr später abgetragen worden. 1933 hatte die jüdische Gemeinde rund 2.300 Mitglieder, 1945 waren es nur noch 83. Seit 1990 ist sie vor allem durch Übersiedler aus der ehemaligen Sowjetunion auf etwa 500 Mitglieder angewachsen. Neben der orthodoxen Synagogen-Gemeinde gibt es auch eine liberale Gemeinde, die der Union Progessiver Juden angehört.

Jahrelange Pläne für Neubau

Mahnmal Alte Synagoge zu Magdeburg
Das Mahnmal am Standort der alten Synagoge in Magdeburg Bildrechte: MDR/Maria Hendrischke

Bereits seit Jahrzehnten soll in Magdeburg eine neue Synagoge gebaut werden. Sachsen-Anhalt ist das einzige Bundesland, in dem nach dem Zweiten Weltkrieg keine neue Synagoge gebaut wurde. Die Umsetzung des Vorhabens hat sich hingezogen, unter anderem weil es in Magdeburg zwei jüdische Gemeinden gibt. Denn die Synagogen-Gemeinde will die Gottesdienste in der neuen Synagoge nach streng orthodoxen Regeln abhalten. Das heißt zum Beispiel, dass Männer und Frauen bei den Gottesdiensten räumlich getrennt sind und Frauen den Gottesdienst nicht leiten dürfen.

Gegen diese Glaubensauffassung wehrt sich die liberale jüdische Gemeinde. Alternativ schlägt sie vor, eine Synagoge mit zwei Gebetsräumen zu bauen. Die genauen Pläne für den Neubau werden im kommenden Jahr erarbeitet.

Quelle: MDR/pat

Zuletzt aktualisiert: 05. Dezember 2019, 12:21 Uhr

18 Kommentare

Denkschnecke vor 10 Wochen

Und ich verwahre mich dagegen, dass Sie meine durch Art. 4 GG geschützte Religionszugehörigkeit als "Aberglaube" desavouiren. Auch wenn das Ihnen wohl wiederum durch Art. 5 GG zugestanden wird. Seien Sie froh, dass dem so ist. Manche behaupten hier, wir hätten gar keine Meinungsfreiheit mehr.

Der Matthias vor 10 Wochen

@ part

"Bereits in der Weimarer Republik wurde vom Parlament angemahnt das die Staatsleistungen an die beiden Staatskirchen einzustellen sind, obwohl reine Ländersache, hat sich bis heute nichts getan"

Doch, seither hat sich sogar eine ganze Menge "getan" und ist leider sehr viel passiert. Oder haben Sie vergessen, was nach 1933 (und speziell im Jahr 1938) in Deutschland passiert ist? Daraus erwächst eine ganz besondere Verantwortung gegenüber dem Judentum in Deutschland (die einige hierzulande allerdings nicht wahrhaben wollen und verdrängen), dem dieses Land sehr viel zu verdanken hat und dass dieses Land in vielerlei Hinsicht mitgeprägt und auf vielen Gebieten weiterentwickelt hat! Ich finde es einfach nur schäbig, diesen Synagogenneubau unter dem Vorwand der angeblichen Geld-"Verschwendung" abzulehnen oder das Judentum gar als "Aberglauben" zu desavouieren!

Der Matthias vor 10 Wochen

@ jackblack

Im Gegensatz zu Ihnen finde ich das alles andere als lustig! Eher sehr traurig und beschämend!!! Aber, wenn ich mir so manche Äußerung nur alleine mal in diesem Thread so anschaue, dann wird einem einmal mehr bewusst, dass diese Investition wohl leider sehr nötig ist! Wie gesagt: Einfach nur beschämend für uns Deutsche!!!

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