Fahrt mit geschmückten Traktoren Landwirte auf "Lichtertour" in Magdeburg für mehr Wertschätzung und höhere Preise

Sie wollen mehr wertgeschätzt werden – und dass den Menschen bewusster wird, warum sie beim Einkauf auf Produkte aus der Region setzen sollten: Landwirte aus ganz Sachsen-Anhalt haben an Neujahr in Magdeburg protestiert. Ihre Traktoren hatten sie mit Lichterketten geschmückt. Von ihrer Fahrt sollte nämlich auch ein Zeichen der Hoffnung ausgehen.

Mehrere mit Lichterketten geschmückte Traktoren stehen auf einem Betriebshof.
Rund 100 Traktoren aus Sachsen-Anhalt waren Neujahr nach Magdeburg gekommen, um durch die Stadt zu fahren. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In Magdeburg haben an Neujahr rund 100 Landwirte aus ganz Sachsen-Anhalt für mehr Wertschätzung und höhere Preise demonstriert. Dazu aufgerufen hatte die Verbindung "Land schafft Verbindung". Deren Sprecher Martin Dippe sagte MDR SACHSEN-ANHALT, es gehe darum, das Bewusstsein für deutsche Lebensmittel wieder in den Vordergrund zu rücken.

Man bekomme nicht den Preis, den die Produkte wert seien, und müsse mit billigen Lebensmitteln aus dem Ausland konkurrieren, sagte Dippe. "Wir Landwirte produzieren zu sehr hohen Standards", erklärte der Landwirt aus Wulferstedt im Landkreis Börde. Alle verlangten Verbraucherschutz. "Genau den", betonte er, "setzen wir Landwirte um".

Mehrere Traktoren fahren geschmückt mit Lichterketten über eine Straße in Magdeburg.
Ehe die Traktoren später am Hasselbachplatz in Magdeburg unterwegs waren, fuhren sie unter anderem durch den Stadtteil Reform. Bildrechte: MDR/Mandy Ganske-Zapf

Landwirte: Wer heimische Produkte kauft, isst nachhaltig

Wenn die Bevölkerung heimische Produkte kaufe, seien die Transportwege kurz. Das sei nachhaltig, umweltschonend und die Verbraucher würden vor Produkten aus dem Ausland geschützt, die laut Dippe unter niedrigeren Standards produziert werden.

Ein Mann lächelt, im Hintergrund stehen mehrere mit Lichterketten geschmückte Traktoren.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Neues Jahr, neue Vorsätze. Wir machen eine Lichterfahrt durch Magdeburg – unter dem Thema 'Ein Funken Hoffnung für das Jahr 2021'. Wir wollen Hoffnung in die Stadt bringen, gerade in dieser schwierigen Zeit aktuell.

Martin Dippe Organisation "Land schafft Verbindung"

Dippe sagte, das Corona-Jahr 2020 habe dazu geführt, dass das Bewusstsein einiger für gesunde Lebensmittel von vor Ort gewachsen sei. "Unsere Forderung ist, dass die Politik sich für die deutsche Landwirtschaft und Produkte 'Made in Germany' ausspricht", sagte Dippe.

Auf einem Traktor steht ein Schild mit der Aufschrift -Liebe Verbraucher! Wir lieben Lebensmittel. Du auch?"
An dem Protest zu Neujahr beteiligten sich rund 100 Landwirte aus ganz Sachsen-Anhalt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Protest von Landwirten vor mehreren Lagern des Discounters Aldi

Erst vor wenigen Tagen hatten Landwirte unter anderem in Ostfriesland mit ihren Traktoren ein Lager des Discounters Aldi blockiert und dort einen Misthaufen abgeladen. Dort hatten sie gegen eine drohende drastische Senkung des Butterpreises protestiert.

Landwirt Dippe sagte, inzwischen habe es Gespräche von Bauern mit den vier großen deutschen Lebensmitteleinzelhändlern gegeben. Es seien Arbeitsgruppen gegründet worden, die kurzfristig Lösungen erarbeiten sollen. "Es wäre schön, wenn das Preisdumping und die Werbung für super-günstige Sonderpreise aufhört", sagte Dippe. Nun dann könne bei den Menschen ein anderes Bewusstsein eintreten.

Quelle: MDR/ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 01. Januar 2021 | 19:00 Uhr

14 Kommentare

Britta.Weber vor 7 Wochen

otto, wenn man nur durch die grüne Brille schaut, kommt ein solcher kommentar raus. Die Landwirte arbeiten hart, um ihre Höfe zu erhalten und ihre Familien zu ernähren. Keiner wird dabei reich. Dazu brauchen sie Traktoren, Kunstdünger und Mittel zur Schädlingsbekämpfung. Vielleicht machen es unsere grünen Helden vor, mal selbst einen Hof zu führen und dabei "Vielfalt schaffen. Hecken und Brachflächen anlegen und auf Bio-Erzeugung umstellen". Viel Spass dabei.

ottovonG vor 7 Wochen

Die Argumente der Landwirte sind putzig. Warum soll man heimische Produkte bevorzugen wenn diese genauso mit Pestiziden und Kunstdünger verseucht sind wie Produkte aus Holland, Polen etc.? Gerade die EU hat Deutschland schon zig fach gerügt, dass die Grenzwerte für Nitrate im Grundwasser massiv überschritten wreden (diese verursachen Krebs). Zudem setzen hemische Bauern massiv Roundup und andere Pestizide ein und tragen einen großen Anteil am Bienen und Insekten sterben. Die Börde gelicht an vielen Stellen einer Wüste an Monokulturen. Sollen die Landwirte Vielfalt schaffen, Hecken und Brachflächen anlegen und auf Bio-Erzeugung umstellen, dann hätten sie mehr für Ihre Produkte verdient. Zudem scheinen sie nicht zu darben, alle fahre die neuesten Hohn Deere Traktoren, für Technik scheint Geld über zu sein.

Kritiker vor 7 Wochen

.... denn man kennt sich als Stammkunde und es ist auch mit Flexibilität vereinbar das eben (um mal auf dem Dorf zu bleiben) diejenigen welche nicht am "Hungertuch Geldbörse hängen" etwas mehr für eine Ware im Hofladen bezahlen und jenen die es sich nicht so sehr leisten können der Ladeninhaber eine gewisse Ermäßigung zukommen lässt. Am Ende muss die Kasse stimmen und das kann ein Landwirt = ein Hofladen = eine Müller = ein Bäcker usw. somit auch selbst bestimmen. Nur da hat dann wohl die Politik Angst zu wenig Steuereinnahmen zu bekommen = genau so wie das mit den Kassenbons verpflichtend dem Kunden (wegen möglichen Betrug am Finanzamt zu unterbinden) auszugeben ein poli. Knaller für den Ofen ist und weiter sein wird.
Mit anderen Worten: Unfähigkeit der Politik und genau so braucht kein Landwirt auf die Hilfe aus der Politik hoffen und bei den Anbietern von Waren wird das immer eine Überlegung bedeuten doch ändern wird sich nichts!
Entschuldigung der Anbieter: Wettbewerbswirtschaft.

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