Mehr als 500 Menschen betroffen Magdeburg: Ende der Quarantäne naht

Am Samstag, den 4. Juli, dürfen mehr als 500 Menschen in Magdeburg ihre 14-tägige Quarantäne verlassen. Um an Schulen und Arbeitsplätze zurückzukehren zu dürfen, ist ein Coronatest nötig.

Ein Mehrfamilienhaus im Magdeburger Stadtteil Neue Neustadt
Endlich wieder raus aus der Wohnung: Am Samstag geht die Quarantäne zu Ende. Bildrechte: MDR/Annette Schneider-Solis

Bald ist sie geschafft: Die 14-tägige Quarantäne, unter der sich mehr als 500 Magdeburger und Magdeburgerinnen in der Neuen Neustadt und in Salbke befunden haben, um eine Ausbreitung von Covid-19 zu verhindern. Am 4. Juli dürfen sie wieder ihre Häuser verlassen. Das teilte Magdeburgs Amtsarzt Dr. Eike Henning am Dienstag mit.

Henning stellte allerdings klar, dass es für die Entlassenen nur mit negativem Coronatest möglich sei, wieder zur Arbeit oder in die Schule zu gehen. Die Tests können in der Fieberambulanz in der Brandenburgerstraße 8 durchgeführt werden.

Keine neuen Infektionen in Magdeburg

Vier Autos stehen vor einem Mehrfamilienhaus im Magdeburger Stadtteil Neue Neustadt, darunter ein Streifenwagen der Polizei.
Polizei und Ordnungsamt kontrollierten die Quarantäneauflagen Bildrechte: MDR/Annette Schneider-Solis

Es handele sich bei den Tests nicht um Zwangstests, sondern nur um Voraussetzungen, zur Schule zu gehen, betonte Henning, der sich darüber freute, dass in Magdeburg seit Freitag vergangener Woche keine neue Infektion mit dem Coronavirus festgestellt worden seien. "Ich habe es schon letzte Woche gesagt: Magdeburg ist sicher", so Henning wörtlich.

Auch Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) betonte, dass die Maßnahmen insgesamt sehr erfolgreich gewesen seien, und dass das Ansteckungsrisiko in Magdeburg derzeit bei Null liege. Soweit man das nach tausenden Tests sagen könne. Auf Grund der Länge der Pandemie halte er es weiterhin für richtig, auf Gebote statt auf Verbote zu setzen.

Quarantäne endet ein paar Stunden früher

Trümper berichtete weiter, dass die Quarantäne statt Samstagnacht schon Samstagmorgen beendet werden wird. Ziel sei es, dass die Menschen genug Zeit haben, um sich vor Arbeits- bzw. Schulbeginn am Montag testen zu lassen, und um am Samstag einkaufen zu gehen und die eigene Versorgung sicherzustellen.

Helfer:innen verteilen Spenden in 16 Pappkartons.
Das Nachbarschaftsbündnis "Moritz hilft!" hatte unter anderem Spiele und Babynahrung besorgt, um die Quarantäne der Menschen erträglicher zu machen. Bildrechte: MDR/Leonard Schubert

Trümper rief eindringlich alle dazu auf, sich freiwillig testen zu lassen und auch weiterhin alle Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten, um einen neuen Ausbruch zu verhindern.

Zahlreiche Menschen warten sehnlichst darauf, ihre Wohnungen wieder verlassen zu dürfen. Zwischendurch hatte es Schwierigkeiten mit der Versorgung der Menschen und Unmut über die Begleitumstände gegeben. Nachbarschaftsbündnisse und die Johanniter hatten den Menschen geholfen, ihre Quarantänezeit möglichst gut zu überstehen.

Mit Augenmaß agieren bei neuen Fällen

Amtsarzt Henning sagte, sollte jemand positiv getestet werden, werde eine Einzelquarantäne verhängt. Ganze Blöcke würden erstmal nicht wieder isoliert werden.
Trümper ergänzte später, dass man zukünftig auch bei positiven Fällen in Schulen überlegen müsse, nur Klassen in Quarantäne zu stecken, aber nicht ganze Schulen zu schließen. Man könne Eltern und Kindern diese ständige Unsicherheit nicht dauerhaft zumuten und den ganzen Betrieb immer wieder aufhalten, so Trümper. Wenn sich alle daran hielten, könne man auch einen normalen Lebensalltag aufbauen.

Schulen und Jugendhäuser öffnen wieder

Auch die elf Schulen, die auf Grund von Ansteckungsgefahr geschlossen werden mussten, dürfen unter Hygiene- und Sicherheitsauflagen nach und nach wieder öffnen. Während die Grundschule am Umfassungsweg (Neue Neustadt) schon wieder besucht wird, öffnet als letzte die Grundschule Westerhüsen erst nach dem 3.7. wieder ihre Türen.
Am längsten trifft es die geschlossenen Kinder- und Jugendhäuser und Spielplätze, die noch bis einchließlich 9.Juli verriegelt bleiben.

Hintergründe und Aktuelles zum Coronavirus – unser Newsletter

In unserem Newsletter zur Corona-Lage in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen fassen wir für Sie zusammen, was am Tag wichtig war und was für Sie morgen wichtig wird.

Das Corona-Daten-Update – montags bis freitags um 20 Uhr per Mail in Ihrem Postfach. Hier können Sie den Newsletter abonnieren.

Quelle: MDR/ls

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 30. Juni 2020 | 16:30 Uhr

0 Kommentare

Mehr aus Magdeburg, Börde, Salzland und Harz

Mehr aus Sachsen-Anhalt