Entscheidung der Stadt Viele Coronafälle: Unerlaubte Party in Magdeburg wird Fall für Staatsanwaltschaft

Es war ein großer Aufreger Ende Oktober. Eine unerlaubte Party hatte dafür gesorgt, dass Magdeburg zu einem Corona Hotspot wurde. Mehr als 80 Gäste und Kontaktpersonen hatten sich dort mit dem Virus infiziert. Jetzt soll die Staatsanwaltschaft ermitteln.

Lutz Trümper, 2015
Oberbürgermeister Trümper will ein Zeichen gegen solche Veranstaltungen setzen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Eine Party eines Eventveranstalters in Magdeburg, bei der sich zahlreiche Gäste mit Corona infiziert hatten, ist jetzt ein Fall für die Justiz. Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper sagte, er habe die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Die Stadt sei nicht bereit, die Sache mit einem kleinen Ordnungsgeld auf sich beruhen zu lassen. Es bestehe in diesem Fall in seinen Augen der Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung, erklärte Trümper. Wie die Staatsanwaltschaft den Fall bewerten wird, wisse er jedoch nicht. Er wolle aber ein Zeichen setzen.

Wir werden das abgeben, um ein Signal zu setzen,  dass solche Veranstaltungen wirklich ganz dramatischer Unfug sind.

Lutz Trümper, Oberbürgermeister

#MDRklärt Corona-Spreader: Deshalb sind private Feiern gefährlich

Viele Corona-Infektionen lassen sich zu privaten Feiern zurückverfolgen. Auf diesen Partys kann ein Infizierter gleich mehrere Personen anstecken. Denn selbst kleine Feiern bieten viele Ansteckungsmöglichkeiten.

Corona-Spreader: Deshalb sind private Partys so gefährlich
Bildrechte: Colourbox.de
Corona-Spreader: Deshalb sind private Partys so gefährlich
Bildrechte: Colourbox.de
Bei einem Treffen von 50 Personen ergeben sich 2.450 Ansteckungsmöglichkeiten.
Bildrechte: pixabay, MDRklärt
Bei einem Treffen von 25 Personen ergeben sich 600 Ansteckungsmöglichkeiten.
Bildrechte: pixabay, MDRklärt
Bei einem Treffen von 50 Personen ergeben sich 2.450 Ansteckungsmöglichkeiten.
Bildrechte: pixabay, MDRklärt
Texttafel: "Mehr Erklärgrafiken und -videos auf Instagram @mdrklaert"
Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 27. Oktober 2020 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR/mx
Bildrechte: MDR/Max Schörm
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Nach Privatfeier wurde Magdeburg zu Corona-Hotspot

Der Partyveranstalter hatte ein Oktoberfest als Privat-Feier deklariert, um so das schon damals geltende Verbot öffentlicher Veranstaltungen zu umgehen. Mehr als 100 Teilnehmer kauften Eintrittskarten. In der Folge wurden mehr als 50 Corona-Infektionen bei Gästen festgestellt. Zusammen mit den Kontaktpersonen der Infizierten sollen sich laut der Stadt mehr als 80 Menschen durch diese Feier infiziert haben.

In der Folge wurde die Stadt Magdeburg zu einem Corona-Hotspot. Die Zahl der Infizierten stieg so stark an, dass der Inzidenzwert Ende Oktober bei fast 80 lag.

Quelle: MDR/jw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | MDR SACHSEN-ANHALT | 20. November 2020 | 08:00 Uhr

9 Kommentare

Harri vor 6 Tagen

Dem OB stimme ich voll zu, solche Ignoranten knallhart zu Kasse bitten, bei Folgeschäden der Erkrankten die volle finanzielle Übernahme. Das Virus sollte nicht überwertet, aber auch nicht unterschätzt werden. Die Hygienemaßnahmen sind zur Zeit eine effektive Maßnahme, ohne diese wäre es zu deutlich schlechteren Zuständen gekommen.

Stadtkind vor 6 Tagen

Was ist eigentlich eine illegale Feier? Soweit mir bekannt ist durften sich zu diesem Zeitpunkt mehrere Hundert Menschen zu Veranstaltungen mit einem Hygienekonzept treffen. Davon abgesehen ist doch gar nicht gesichert das sich die Leute genau dort nun angesteckt haben sollen. Und der Mann der Monatelang strikt gegen Bußgelder war will nun plötzlich ein Zeichen setzen. Sollten dann nicht auch Ermittlungen gegen Politiker geführt werden die weiterhin an offenen Schulen festhalten obwohl sich dort täglich mehrere Hundert Kinder und Schüler begegnen und man es einfach mit der Aussage abtut das die Schulen sicher wären. Das ist doch alles nur noch ein schlechtes Theaterstück ohne Schlussakt das nun wirklich keinen Applaus verdient hat. Wie dem auch sei, man wird weiter dem Aktionismus folgen mit halbherzigen Maßnahmen die kaum etwas bringen, auf andere Leute zeigen um vom eigenen Versagen abzulenken.

Ritter Runkel vor 6 Tagen

Ich bezweifle, dass es im Winter überhaupt möglich ist, die Inzidenz auf unter die willkürlich gesetzten 50/100000 zu senken. Will man dann also Lockdown bis Mai? Psychisch katastrophal und nicht zu finanzieren!
Es müssen nicht Inzidenzen gesenkt, sondern Risikogruppen geschützt werden, die Politik will und will das nicht einsehen. Wir brauchen tägliche Tests für Pfleger, Schnelltests in Pflegeheimen für Bewohner und Besucher und auch Schnelltests für zu Hause. Andere Länder planen endlich durch wiederholte Schnelltests von 2/3 der Bevölkerung Infizierte herauszufinden und vorübergehend zu isolieren. In D ist davon keine Rede, hier setzt man auf unverantwortlichen Dauer-Lockdown.
Hätten wir Massen-Schnelltests zur Verfügung, würden jetzt Weihnachtsmärkte stattfinden und man könnte sich mit Freunden treffen und trotzdem wäre die Zahl der schweren Fälle niedriger!

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