Modedesign Wie aus einer Idee Kleidung wird

Wie entsteht handgemachte Mode in Zeiten der billigen Massenware? Eine Designerin aus Magdeburg zeigt MDR SACHSEN-ANHALT die einzelnen Schritte, die dazu gehören – zumindest bei handgefertigter Mode – und erklärt, was ein qualitativ hochwertiges Kleidungsstück ausmacht. Dass Designer ihre eigene Mode selbst schneidern, ist nicht gewöhnlich. Viele entwerfen nur und geben dann die Aufträge für Produktion auf. Gerade bei den großen Modeketten werden die Stücke in großen Mengen im Ausland produziert.

Olga Patlan
Bildrechte: MDR/Alexander Friederici

von Olga Patlan, MDR SACHSEN-ANHALT

Skizze wird gezeichnet
Am Anfang steht immer eine Idee: So ist es auch bei der Entstehung von Kleidungsstücken. Diese muss zunächst aufs Papier gebracht werden. Dass Modedesigner gut zeichnen können, sei kein Muss, aber von Vorteil, so Carolin Goldmann, Modedesignerin aus Magdeburg mit eigenem Atelier. Bildrechte: MDR/Olga Patlan
Skizze wird gezeichnet
Am Anfang steht immer eine Idee: So ist es auch bei der Entstehung von Kleidungsstücken. Diese muss zunächst aufs Papier gebracht werden. Dass Modedesigner gut zeichnen können, sei kein Muss, aber von Vorteil, so Carolin Goldmann, Modedesignerin aus Magdeburg mit eigenem Atelier. Bildrechte: MDR/Olga Patlan
Skizze wird gezeichnet
Es entsteht eine Designskizze, die die Vorlage für das fertige Kleidungsstück bildet. In diesem Fall entwirft die Designerin ein Abendkleid. Die Schritte der Produktion seien jedoch für jedes Kleidungsstück die gleichen, so Goldmann. Bildrechte: MDR/Olga Patlan
Goldener Stoff
Ist die Skizze perfekt, geht es darum, den passenden Stoff zu kaufen, der die Idee nun Realität werden lassen soll.

Für das Abendkleid von Carolin Goldmann soll es goldenes Kunstleder sein. Wichtig dabei ist die richtige Menge des benötigten Stoffes. Diese wird anhand des Fassons und der Größe der Trägerin berechnet. Je nach Schnitt werden zwei bis zehn Meter Stoff benötigt. Zur Materialberechnung gibt es Maßtabellen.
Bildrechte: MDR/Olga Patlan
Puppe wird mit Maßband vermessen
Dafür muss vorher natürlich Maß genommen werden. Hier wird es beispielhaft an einer Puppe gezeigt. Für alle Konfektionsgrößen gibt es auch standardisierte Maße.
Wird ein Kleidungsstück handgefertigt und individuell geschnitten, so werden auch die individuellen Maße genommen, damit das zukünftige Teil richtig sitzt. In der Industrie werden die Standardmaße verwendet, die je nach Land schwanken können.
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Schnittmuster wird an Papier gelegt
Dann geht es an die Schnittkonstruktion. Dafür werden klassische Schnittmuster verwendet, die je nach Fasson und Größe der Trägerin angepasst werden. Die Papier-Schnittmuster hat die Designerin in ihrem Atelier vorrätig. Diese findet man aber auch in Schnitt-Lehrbüchern. Sie müssen dann nach dem richtigen Maßstab übertragen werden. Bildrechte: MDR/Olga Patlan
Schnittmuster werden ausgeschnitten
Eine Schnittkonstruktion besteht aus mehreren Teilen. Die nun passenden Schnittteile eines Musters werden nummeriert und ausgeschnitten, damit sie auf den Stoff übetragen werden können. Ein Kleid hat in der Regel acht Schnittteile, wenn es ärmellos ist. Bildrechte: MDR/Olga Patlan
Schnittmuster werden an einem Stoff angelegt und gemessen
Der Stoff wird nun mithilfe der Schnittmuster und mit einem Lineal ausgeschnitten. Wichtig dabei ist es, ausreichend Platz für die Nähte zu lassen, da sonst die Größe des fertigen Stücks nicht mehr passen würde. Das ist die sogenannte Nahtzugabe. In der Regel werden dafür fünf Millimeter Stoff an jeder Seite dazugerechnet. Bildrechte: MDR/Olga Patlan
Stoff wird mit Nähmaschine genäht
Nun werden die einzelnen Stoffteile zusammengenäht. Zunächst jedoch nur mit einem großen Stich, der nur circa alle fünf Millimeter einen Nadelstich setzt. Das sogenannte Zusammenheften dient der Anprobe, um zu schauen, ob das Kleidungsstück passt. Im Falle einer Änderung müsste nicht die feste Naht aufgeschnitten werden. Bildrechte: MDR/Olga Patlan
Stoff wird an eine Puppe angelegt
Die Anprobe ist nun der Test, ob die Schnittberechnung richtig war. Bei einem Stoff mit Muster wäre es auch wichtig, zu schauen, ob die Muster zusammenpassen. Das sei ein wichtiges Qualitätskriterium, so Goldmann. In der Industrie werde sich dafür selten Zeit genommen, das unterscheide die Handarbeit von der Massenproduktion.

Weitere Qualitätskriterien seien gebügelte Nähte, so Goldmann. Außerdem müsse der Stoff und Schnitt im Fadenlauf verarbeitet werden. Das wohl wichtigste Kriterium sind hochwertige und natürliche Stoffe, wie Baumwolle oder Seide, statt Synthetik.
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Zwei Stoffe werden mit Maßband vermessen
Passt alles, so wird der Stoff endgültig und fest zusammengenäht. Dazu kommt noch der Futterstoff an den Rock. Dieser soll Stabilität und ein angenehmeres Tragegefühl verleihen. Bildrechte: MDR/Olga Patlan
Frauenhände nähen Perlenknäpfe an
Abschließend kommen die Details an die Kleidungsstücke, wie Knöpfe oder Applikationen. In diesem Fall sind es goldene Perlen, die dem Rock das gewisse Etwas schenken. Diese Liebe zum Detail mache einen der Unterschiede zur Massenware aus, sagt Goldmann. Bildrechte: MDR/Olga Patlan
Goldener Rock an einer Kleiderpuppe
Fertig ist der Rock des Kleides. Dazu wird die Designerin noch das Oberteil anfertigen. Die Fertigstellung eines Kleides dauert in Handarbeit je nach Schnitt fünf bis zehn Stunden. Besonders aufwendige Stücke können auch 15 Stunden in den Anspruch nehmen. Bildrechte: MDR/Olga Patlan
Skizze wird gezeichnet
Das fertige Kleid wird die Modedesignerin auf der Modavision, einer Fashion- und Lifestyleshow in Magdeburg, am 10. November präsentieren – gemeinsam mit anderen handgefertigten Stücken.



Dieses Thema im Programm:
SACHSEN-ANHALT HEUTE | 10.11.2018 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR/pat
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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 10. November 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. November 2018, 19:17 Uhr

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