Herbstmesse Nach Vergewaltigung in Magdeburg: Mann muss knapp zwei Jahre ins Gefängnis

Das Landgericht Magdeburg hat einen jungen Mann wegen Vergewaltigung verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sich der 20-jährige vor zwei Jahren auf der Herbstmesse in Magdeburg an einer Jugendlichen vergangen hatte.

Herbstmesse Magdeburg
Auf der Magdeburger Herbstmesse wurde 2018 eine Jugendliche vergewaltigt. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Wegen der Vergewaltigung einer 14-Jährigen muss ein heute 20-jähriger Mann für ein Jahr und zehn Monate ins Gefängnis. Das hat das Landgericht Magdeburg am Montag entschieden. Dabei bewertete das Gericht die Tat beim Urteil anders als zu Beginn des Prozesses. Zunächst lautete der Vorwurf sexueller Missbrauch. Inzwischen geht die Strafkammer davon aus, dass es sich bei der Tat im Oktober 2018 um eine Vergewaltigung handelte.

Zwei Jugendliche vergewaltigen Mädchen

Drei afghanische Jugendliche hatten damals die Herbstmesse besucht – ein Jahrmarkt in Magdeburg – und trafen dort auf eine völlig betrunkene 14-Jährige, die sie nicht kannten. Gemeinsam boten sie dem Mädchen an, es zu beschützen. Anschließend führten sie die Jugendliche in eine dunkle Ecke jenseits des Messegeländes. Dort vergewaltigte einer der Männer das Mädchen, danach ein zweiter. Trotzdem sah das Gericht zu wenig Anhaltspunkte für eine gemeinschaftliche Vergewaltigung.

Die beiden anderen mutmaßlichen Beteiligten wurden erst durch die Aussage des Angeklagten während des Prozesses namentlich bekannt. Gegen sie wird gesondert ermittelt. Weil er sich offenbar bis heute nicht der Schwere seiner Tat und ihrer Folgen für die 14-jährige bewusst ist, sah das Gericht eine Gefängnisstrafe als notwendig an. Mit einem Jahr und zehn Monaten lag der Urteilsspruch deutlich unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die 3 Jahre und 6 Monate für angemessen hielt. Die Verteidigung hatte zwei Jahre auf Bewährung gefordert.

Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 13. Juli 2020 | 13:00 Uhr

22 Kommentare

Mama-von-3 vor 2 Wochen

In solchen Situationen stirbt nach und nach mein Vertrauen in die Justiz...

Ich kenne sogar einen Fall, bei dem gab der Täter ein Geständnis ab und wurde nicht verurteilt. Von daher kotzt mich dieses Urteil hier zwar an,aber überrascht mich nicht. 🙈🤷

Kann man nur dafür sorgen,dass die eigenen Kinder immer beschützt sind und das sie Leib und Leben auch von anderen zu würdigen wissen!

Micha69 vor 2 Wochen

Was für ein Witz. Ich selbst saß 3 Jahre für fahren ohne fahrerlaubnis im knast. OK, ist lange her, aber wenn ich das jetzt lese, frage ich mich, was hab ich eigentlich getan? Ich hatte nie einen Unfall oder jemanden verletzt.
Mit welchen mass wird hier gemessen?

Heike1986 vor 2 Wochen

@jackblack
Ich würde Ihnen gerne den interessanten Beitrag "Schafft die Gefägnisse ab" von Thomas Galli in der Zeit empfehlen. Der Autor ist u.a. Jurist und Psychologe und hat sich intensiv mit dem Thema beschäftigt, was Gefängnisstrafen für Opfer und Täter bedeuten. Ich fand es sehr lehrreich.

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