Stadtrat gibt Geld frei Nachtmanager für den "Hassel" in Magdeburg

Der Hasselbachplatz in Magdeburg hat ein Imageproblem. Es gab Ausschreitungen, Kneipen machten dicht. Viele trinken Alkohol auf der Straße. Das schreckt viele Magdeburger ab. Nun soll ein Nachtmanager helfen.

Die Stadt Magdeburg bekommt einen Nachtmanager. Das hat am Montagabend der Stadtrat beschlossen. Für 2019 wurden 35.000 Euro dafür bewilligt. Die Stelle des "Nachtwächters" soll demnach für zwei Jahre vergeben werden. Der Nachtmanager soll vor allem dafür sorgen, dass der Hasselbachplatz wieder ein attraktiver Ausgehort für alle Magdeburger wird.

Um die Stelle zu besetzen, ist ein öffentliches Verfahren geplant, bei dem mit Publikumsvotum ein geeigneter Kandidat oder eine geeignete Kandidatin ausgewählt wird. Laut dem entsprechenden Antrag von der Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen soll die Auswahlkommission aus Vertretern der Stadtverwaltung, Kulturschaffenden und der Gastronomen vom Hasselbachplatz bestehen.

Neue Ideen für den "Hassel"

Der Nachtmanager soll Ansprechpartner sein, für Anwohner, Laden- und Immobilienbesitzer, Gastronomen, die Kulturszene und die Stadtverwaltung und zwischen allen Beteiligten vermitteln. Er soll aber auch Ideen entwickeln, etwa für neue Veranstaltungsreihen und so wieder für ein angenehmes Ausgehgefühl sorgen. Im Gespräch sind auch regelmäßige Stammtische, als Austauschplattform für alle, die am Hasselbachplatz leben, arbeiten oder sich amüsieren wollen.

Nachtmanager sollte aus der Szene kommen

Der wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Stadtentwicklung und Bauwirtschaft Jörg Kosinski hatte sich bereits im Interview mit MDR SACHSEN-ANHALT für einen Nachtmanager ausgesprochen. Er befasst sich mit Strategien für sichere und attraktive Ausgehviertel und sagte, so eine Stelle könne eine Art Schnittstelle und Kummerkasten sein. Er hatte empfohlen, dass der künftige Nachtmanager aus dem Nachtleben kommen und auch einen Draht dorthin haben sollte. Das sei wichtig, um die Belange der Szeneleute zum Beispiel bei Politikern entsprechend zu "übersetzen", weil diese häufig mit anderen Voraussetzungen auf Themen blickten.

Am Hasselbachplatz gibt es seit Längerem Probleme. Der Ort wird laut Polizei als "gefährlich" eingestuft. Immer wieder gab es Ausschreitungen. Viele Spätshops sorgen dafür, dass die Kunden auf der Straße Alkohol trinken. Es kommt dadurch oft zu Streitereien und Auseinandersetzungen. Auch die Zahl der Kneipen geht zurück. Einige Gastwirte haben schon geschlossen andere planen dies. Alle verbliebenen Gastwirte versuchen nun gemeinsam den "Hassel" als Ausgehviertel zu erhalten.

Quelle: MDR/jw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | MDR SACHSEN-ANHALT | 11. Dezember 2018 | 12:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Dezember 2018, 12:07 Uhr

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13 Kommentare

12.12.2018 12:04 Ingrid Schwarz 13

Vielmehr wird am unserem Hassel ein Schlichter gebraucht, der erstmal zwischen den ganzen ausländischen Clans vermittelt. Dann erst, erst dann
kann man eventuell an ein urbanes Leben denken.
Zwischen Realität und theroretischen Floskeln liegen leider noch Welten.

11.12.2018 18:38 Pe57 12

....welch einen Blödsinn erfindet man noch in der Landeshauptstadt, um die Lage am "Hassel" zu normalisieren und auf ein erträgliches Maß zurückzuführen? Die Idee mit dem "Nachtwächter"... Tschuldigung ...Nachtmanager ist ja wohl das Allerletzte...und kaum erfolgversprechend. Und dann noch jemand aus der "Szene". Nehmt doch gleich einen arabischen Clan.

11.12.2018 17:24 REXt 11

Da sieht u. ließt man es wieder, die Hilflosigkeit, wenn es um die Durchsetzung von Recht u. Gesetz geht, erweist sich der Staat, Politik u. auch die Polizei, als zahnloser Tiger!

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