"Grüner Stadtmarsch" Neues Wohnviertel in Magdeburg: WOBAU und MWG setzen jetzt auf Umweltschutz

Es ist ein Projekt, das seit Monaten die Gemüter in Magdeburg erhitzt: die Bebauung des Stadtmarsches. Eine Umweltsünde sagen einige – und haben sich zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen. Jetzt haben die Macher ihre Pläne konkretisiert und setzen auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit.

Grafische Darstellung Stadtplanung, Menschan am und auf dem Fluss, Häuser am Ufer.
Dieser Entwurf der Architekten soll weiterentwickelt werden. Bildrechte: Bauherren: WOBAU und MWG

Die Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg mbH (WOBAU) und die Magdeburger Wohnungsbaugenossenschaft eG  (MWG) wollen ein neues Wohnviertel am Stadtmarsch bauen. Ihre Pläne haben die beiden künftigen Bauherren am Montag konkretisiert. Ihr Motto lautet ab sofort „Grüner Stadtmarsch“. Unter diesem Namen existiert auch eine Internetseite. Demnach soll am Eingang zum Stadtpark ein Wohnquartier entstehen, das so gut wie ohne Energie von außen auskommt. Es wäre nach Aussagen der Bauherren das erste seiner Art in ganz Deutschland.

WOBAU-Geschäftsführer Peter Lackner sagte am Montag MDR SACHSEN-ANHALT, er wolle ein Wohnviertel für die Zukunft bauen. "Ich habe den Anspruch, dass wir ein Haus bauen, was den zukünftigen Generationen gerecht wird. Für meine Kinder und späteren Enkelkinder möchte ich gerne Häuser haben, die energieautark sind. Das wäre ein Ziel, was wir in so einem Referenzprojekt umsetzen könnten und sollten.“ Lackner hofft nun auf zahlreiche Unterstützer.

Kritiker sind gegen das Projekt

Genug Gegenwind hatte das Projekt bereits bekommen. Eine Bürgerinitiative kämpft gegen die Bebauung und ist der Ansicht, dass das Baugebiet zum Stadtpark gehört und damit zur grünen Lunge der Stadt. Auch die Demonstranten von fridays for future sind gegen das Wohnviertel. Sie protestierten an einem ihrer Freitagsproteste vor dem Stadtmarsch.

Pläne sind überaus ambitioniert

Die neuen Pläne der bauwilligen Wohnungsbau-Unternehmen sind nun viel umweltorientierter. Nach Angaben beider Firmen ändert sich eben der Zeitgeist, Umweltschutz spiele eine immer größere Rolle. Das wollten sie auch bei ihren Bauprojekten berücksichtigen. Die Wärme für die Wohnungen auf dem Stadtmarsch etwa soll durch Solarenergie und die Wasserkraft der Elbe entstehen.

Außerdem soll das Areal autofrei sein, so Thomas Fischbeck, der Vorstandschef der MWG. "Was den grünen Stadtmarsch ausmachen sollte, ist, dass da keine Autos hinkommen." Wenn überhaupt sollten nur die Notdienste das Wohngebiet befahren dürfen. "Das ist ein ganz moderner Ansatz", so Fischbeck. Geplant ist weiterhin auch eine neue Brücke für Rad-und Fußgängerbrücke über die Elbe. Sie soll das Wohngebiet mit der Innenstadt verbinden.

Was den grünen Stadtmarsch ausmachen sollte, ist, dass da keine Autos hinkommen.

MWG

Wichtigstes Ziel der beiden Chefs der Wohnungsbau-Unternehmen scheint es jetzt zu sein, den Magdeburgern die Angst zu nehmen, dass ihr Stadtpark bebaut werden soll. Sie würden ihrer Ansicht nach vielmehr ein modernes Wohnviertel bekommen, was einmalig ist in Deutschland, auf einem Areal, was bereits vor dem Krieg bebaut war und außerhalb des Stadtparkes liegt. Auch ein Luxusviertel solle es nicht werden, hieß es. Das verbiete schon das Genossenschaftsprinzip so Thomas Fischbeck. Allerdings gebe es in Magdeburg eine große Nachfrage nach Wohnraum in der Innenstadt. Dieser Forderung wollten sie auch mit diesem Bauprojekt gerecht werden.

Stadtrat entscheidet im Januar

Im Januar muss erst einmal der Stadtrat über einen Antrag von Gegnern entscheiden, der ein komplettes Ende der Bebauungspläne fordert. Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper hält diesen Antrag aber für den falschen Weg. Wird der Antrag abgelehnt, wird laut Trümper ein Bebauungsplan erarbeitet und öffentlich ausgelegt. Das alles werde noch mindestens zwei Jahre dauern.

Wie das Wohnviertel aussehen wird

Die Ideen der Architekten für das neue Wohnviertel hatten nach Veröffentlichung bereits hohe Wellen geschlagen. Der Entwurf, der dem Publikum am besten gefiel, soll  nach neuesten Planungen nicht weiterverfolgt werden. Stattdessen setzt man auf den 1. Preis  der Fachjury. Dieser Entwurf soll nun weiterentwickelt und noch besser in die vorhandene Landschaft eingebettet werden.

Quelle: MDR/jw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | MDR SACHSEN-ANHALT | 04. November 2019 | 16:30 Uhr

1 Kommentar

Altmagdeburger vor 45 Wochen

Und so verschieden immer mehr Klein Gärten, für Bauobjekte, danke Magdeburg und wer ist der nächste?

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