Strombrückenzug Neue Sperrung verstärkt Baustellen-Ärger in Magdeburg

In Magdeburg sorgt momentan eine zusätzliche Baustelle für Ärger unter Autofahrerinnen und -fahrern: Strom- und Zollbrücke sind für Fahrzeuge nur stadtauswärts frei. Nun drängeln sich die Autos über den Nordbrückenzug, es gibt Staus und Kritik an den Behörden. Oberbürgermeister Trümper bittet um Geduld und Verständnis.

Straßenabsperrungen an einer Baustelle im Zentrum von Magdeburg.
Stadteinwärts kommen derzeit nur Straßenbahnen über die Strombrücke in Magdeburg. Bildrechte: MDR/Kalina Bunk

Am Hauptbahnhof in Magdeburg wird an der Baustelle für den künftigen City-Tunnel gearbeitet, auch in Buckau sorgen Gleisarbeiten seit Monaten für Verkehrsprobleme und jetzt verstärkt eine weitere Sperrung an der Baustelle für den neuen Strombrückenzug im Stadtzentrum den Frust bei Autofahrern. Seit Dienstag reparieren die Magdeburger Verkehrsbetriebe auf der Strom- und der Zollbrücke die Straßenbahngleise. Fahrzeuge können auf dem Abschnitt deswegen aktuell nur stadtauswärts unterwegs sein.

Vor allem im Berufsverkehr morgens und am Nachmittag müssen Autofahrer daher mehr Zeit einplanen, denn wer in oder durch die Stadt will, muss über den Nordbrückenzug und die Bundesstraße 1. Lange Staus sind die Folge – auch im Stadtteil Werder. In der Hauptverkehrszeit am Nachmittag gab es sogar schon Rückstau bis nach Heyrothsberge im Jerichower Land. Hinzu kommt, dass die B1 aktuell auch als Umleitungsstrecke für Bauarbeiten auf der Autobahn 2 dient.

Die Gleise an der Zoll- und der Strombrücke werden nach Angaben der Stadt saniert, damit sie noch genutzt werden können, bis der neue Strombrückenzug im Jahr 2023 in Betrieb genommen wird. Stadtauswärts wird der Autoverkehr einspurig an der Baustelle vorbeigeleitet, Radfahrer und Fußgänger müssen sich einen schmalen Weg teilen.

Straßenabsperrungen an einer Baustelle im Zentrum von Magdeburg.
Für Fahrzeuge gibt es an der Baustelle stadteinwärts aktuell kein Weiterkommen. Bildrechte: MDR/Kalina Bunk

Eine dritte Elbe-Brücke für Magdeburg?

Im Zusammenhang mit der Verkehrssituation befasst sich der Magdeburger Stadtrat immer wieder mit einem alten Streitthema: einer möglichen dritten Brücke über die Elbe. Autofahrer können den Fluss bisher nur über die Strombrücke und den Nordbrückenzug überqueren. Die Sternbrücke ist in der Regel nur für Radfahrer und Fußgänger frei.

Die Stadt lehnt eine mögliche dritte Elbquerung allerdings ab. Zuletzt hatte die Verwaltung im Juni dieses Jahres über Planungen dazu informiert. Demnach wurden vier Varianten für eine Entlastungsstraße und eine daran anschließende dritte Elbbrücke entwickelt. Das Ergebnis: Die Innenstadt werde durch keine der Varianten nennenswert entlastet. Darüber hinausgehende Planungen bzgl. einer dritten Elbquerung gebe es aktuell nicht, so der Verkehrsbeigeordnete Dieter Scheidemann (parteilos).

OB Trümper spricht von Notsituation

Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) bezeichnete die Lage als Notsituation. Trümper sagte MDR SACHSEN-ANHALT, er habe volles Verständnis für die Kritik der Bürger. Allerdings sei es nicht möglich gewesen, die Gleise zwischen Strombrücke und Zollbrücke in den Ferien zu reparieren. Man habe in der Zeit die Strecke am Hauptbahnhof oberhalb des künftigen Tunnels fertiggestellt. Dort können seit vergangener Woche wieder Straßenbahnen entlang fahren. Parallel dazu – also in den Sommerferien – seien einfach keine Baufirmen verfügbar gewesen, sagte Trümper.

Wir wussten, dass das auf uns zukommt. Es war jetzt aber in der Zeit – bevor wir die Straßenbahnstrecke am Bahnhof freigegeben haben – keine Valenzen von Baufirmen da, das zu tun. Das parallel – geht eben nicht. Und das ist die Situation, dass wir aktuell mit der Belegung von Baufirmen in der Stadt ausgereizt sind.

Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper

Behinderungen dauern noch zwei Wochen an

Die Reparaturen der Gleise auf den beiden Brücken müssten jetzt schnell über die Bühne gebracht werden, so Trümper. Am 17. September soll auf der Strom- und Zollbrücke wieder freie Fahrt möglich sein. Seit Donnerstagmorgen bis zum 9. September sorgt aber zusätzlich noch die gesperrte A2-Auffahrt Magdeburg-Zentrum (in Fahrtrichtung Hannover) für weitere Umleitungen.

Stau stadteinwärts auf der Friedrich-Ebert-Straße in Magdeburg.
Die Friedrich-Ebert-Straße am Donnerstagmorgen: Viele Autofahrer wollen aufgrund der Sperrung von Cracau auf die Nordbrücke ausweichen. Bildrechte: MDR/Norma Düsekow

Quelle: MDR/kb

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 03. September 2020 | 07:30 Uhr

2 Kommentare

C.T. vor 11 Wochen

Eines der vielen Sinnbilder dafür, wie schlecht es tatsächlich um die Infrasturktur in Deutschland steht. Nur das Nötigste, das Billigste an jeder Ecke. Das angeblich so reiche Industrieland Deutschland ist nicht in der Lage binnen 30 Jahren 3 oder 4 funktionsfähige Brückenzüge über die Elbe zu bauen. Funknetzt, Stromqalität, Straßennetz, Bahnnetz, Glasfaser, ... Ich weiß garnicht wo ich aufhören soll...

Dynamo vor 11 Wochen

Ach Magdeburger meckert nicht, in Dresden ist es auf der Bautzner Straße stadtein - und stadtauswärts genauso. Im Berufsverkehr gibt es stellenweise einen Stopp von rund 30 min. Selber miterlebt. Und wenn auf Weiterfahrt hofft, kommen einem die 30 min wie zwei Stunden vor. Aber machen wir den Stadtoberhäupten keinen Vorwurf, die Schäden, die jetzt repariert werden, gibt es erst seit zwei Monaten. Gibt es in anderen Städten auch solch ein Straßenverkehrs Chaos ? 04.09.2020 08:32

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