Neues Kita-Jahr Nach Kita-Neubauten weniger Probleme bei Platzvergabe in Magdeburg

Noch vor drei Jahren war die Kitaplatzsuche in Magdeburg schwierig. Dann wurden neue Kitas gebaut und auch digitales Portal installiert, was die Vergabe erleichtern sollte. Am 1. August hat das neue Kita-Jahr begonnen – und es scheint für Eltern nun tatsächlich besser zu laufen.

Gummistiefel für Kinder
Das neue Kita-Jahr hat angefangen. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Die Magdeburgerin Ulrike G. hat ihr Kind zwar gerade erst geboren, trotzdem kann sie sich schon jetzt über einen Kitaplatz in Magdeburg freuen. Denn schon in der Schwangerschaft hatte sie sich um den Platz gekümmert und sich bei der Stadt informiert.

Die Stadt Magdeburg hatte Anfang 2019 ein neues digitales Portal für Eltern freigeschaltet. Am 1. August, mit Beginn des neuen Kita-Jahres, konnte sich auch Ulrike G. dort anmelden. Sie war auf der Suche nach einem Platz für August 2021. Und schon jetzt hat sie den Platz sicher.

Digitale Plattform für die Kitaplatz-Anmeldung

Ulrike G. steht lächelnd auf einer Grünfläche in Magdeburg
Ulrike G. hat sich schon während ihrer Schwangerschaft im Elternportal angemeldet. Bildrechte: MDR/Vesile Özcan

Über das Elternportal können sich Eltern ein Jahr im Voraus für einen Betreuungsplatz anmelden. Dabei können sie drei Wunscheinrichtungen eingeben. Das hat auch Ulrike G. gemacht. Gleich am 1. August hat sie ihre Wunschkitas im Elternportal ausgesucht. Das war an einem Samstag, die Zusage kam gleich am Montag.

Ulrike G. erzählt vom Ablauf des Verfahrens: "Der Bearbeitungsstatus hat sich relativ schnell bei allen dreien zu 'in Bearbeitung' geändert. Dann lief alles maschinell ab. Von einer Kita kam ein Vertragsentwurf und ein paar Minuten später hat sich der Status auf 'Vertrag bearbeitet und Bedarf gedeckt' verändert. Bei den anderen beiden Kitas stand dann da, dass die Anfrage storniert wurde".

Eltern sehen noch Verbesserungspotenzial

Diese automatische Stornierung findet Ulrike G. schade. Wegen der Corona Pandemie hatte sie keine Möglichkeit, die Kitas vorher anzuschauen. Die Wunscheinrichtungen habe sie durch die Erfahrungen von Freunden oder aufgrund der Onlineportfolios ausgewählt. "Man kann keine Prioritäten angeben. Das sind halt drei Einrichtungen und das was klappt, klappt halt", erzählt Ulrike G.

Hätte sie allerdings Prioritäten angeben können, wäre die Kita mit der Zusage ihre letzte Wahl gewesen, weil sie am weitesten von Wohnung und Arbeitsplatz entfernt ist. "Ich hätte mir gewünscht, bei den anderen beiden Kitas auf der Liste stehen zu bleiben. Dann hätte ich noch eine Chance. Das ist aber bei dem Elternportal technisch gar nicht möglich", sagt sie.

Zusätzliche Infos zu den Kitas fehlen im Portal

Ulrike G. hätte sich zwar noch die Chance gewünscht, ihre anderen Wunschkitas näher kennenzulernen, aber sie freut sich, dass alles so unkompliziert und schnell ging. Während der Anmeldungsphase sei das Personal telefonisch gut erreichbar gewesen und habe alle Fragen freundlich und aufgeschlossen beantwortet. Auch mit der Kitaleitung sei der Erstkontakt gut gelaufen. "Ich habe mit der Leiterin telefoniert. Sie war sehr nett und entgegenkommend. Im September treffen wir uns. Das Konzept der Kita hat mich eigentlich überzeugt", erzählt sie.

Junge Mutter mit Kinderwagen
Für Ulrike G. war die Nähe zum Wohnungsort eins der Kriterien. Bildrechte: MDR/Vesile Özcan

Was sie dagegen bemängelt: Dass sie in dem Portal keine ausführlichen Informationen über alle Kitas bekommt. "Ich würde mir wünschen, dass die Kitas ausführlicher vorgestellt werden. Bei manchen stand einfach nur da 'ausgezeichnet als Sprachkita'", erzählt Ulrike G. Mehr Informationen über spezielle Angebote wären aber sinnvoll, findet die junge Mutter.

Wichtig sei für sie beispielsweise das Essen. In manchen Kitas würde selbst gekocht, in anderen nicht. All das seien wichtige Angaben, die im Moment noch nicht in dem Elternportal stehen. Diese Informationen würden laut Ulrike G. jede Menge Zeit und zusätzliche Telefonate bei den Kitas ersparen.

Erweiterte Kapazitäten

Ulrike G. hat trotzdem Glück. In Magdeburg wurden in den letzten Jahren mehrere neue Kitas gebaut und somit die Plätze erweitert. Noch 2017 war die Situation viel prekärer. Für viele Eltern war monatelanges Warten angesagt, bis sich ein Platz ergab. Auch heute gibt es noch Wartelisten. Schon jetzt stehen 848 Voranmeldungen für das nächste Jahr auf der Liste der Stadt.

Außerdem suchen aktuell noch 41 Eltern für diesen September einen Kita-Platz in Magdeburg. Die Stadt geht davon aus, dass auch alle einen Kita-Platz bekommen werden, weil genügend Kinder in die Schule gewechselt seien.

Aktuelle Zahl der Kita-Plätze in Magdeburg

Von 2016 bis 2019 wurden die Kinderbetreuungsangebote in Magdeburg um 1.158 Plätze ausgebaut. Dafür wurden mehrere Einrichtungen saniert, erweitert oder auch neu gebaut.

Erweiterungen in den letzten Jahren

Folgende Kitas wurden in den letzten drei Jahren neu gebaut:

  • Kita "Valentin"
  • Kita "Traumhügel"
  • Kita "Funkelfix"
  • Kita "Wolkenschäfchen"
  • Kita "Wolkenstein"
  • Kita "Mimmelitt"
  • Kita "Königskindergarten"


Folgende Kitas wurden um Plätze erweitert:

  • Kita "Spielkiste"
  • Kita "Nordpark"


Bei folgenden Kitas kam ein Anbau hinzu:

  • Kita "Nordwest"
  • Kita "Buckauer Spatzen"

Im Moment gibt es in Magdeburg damit insgesamt 144 kommunale Kitas. Zusätzlich stehen 82 private Betreuungseinrichtungen oder Tageseltern zur Verfügung. Seit dem 1. August sind nun 17.708 Kinder in der Betreuung in einer Kita, Krippe oder Hort. Die Stadt geht anhand der Voranmeldungen und den Wartelisten davon aus, dass die Auslastung wieder sehr hoch sein wird.

Quelle: MDR/vö

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 24. August 2020 | 09:30 Uhr

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