Hasselbachplatz in Magdeburg 2008 am Abend
Nach vielen Negativschlagzeilen wollen die Gastronomen am Hasselbachplatz den Ruf des Viertels wieder verbessern. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Kneipenviertel Wirte fordern mehr Polizeipräsenz am Magdeburger "Hassel"

Das Kneipenviertel Hasselbachplatz in Magdeburg kämpft nach mehrfachen Ausschreitungen um seinen Ruf. Gastronomen und Oberbürgermeister Lutz Trümper haben über Möglichkeiten gesprochen, wie die Situation verbessert werden kann. Die dort ansässigen Wirte fordern eine ständige Polizeipräsenz. Auch Trümper hat sich für intensivere Sicherheitsmaßnahmen ausgesprochen.

Hasselbachplatz in Magdeburg 2008 am Abend
Nach vielen Negativschlagzeilen wollen die Gastronomen am Hasselbachplatz den Ruf des Viertels wieder verbessern. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Die Gastronomen vom Magdeburger Hasselbachplatz fordern eine Citywache von Polizei und Ordnungsamt rund um den Platz in der Innenstadt. Diese solle auch nachts anwesend sein. Auch Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) hat sich für weitere verstärkte Sicherheitsmaßnahmen in dem Kneipenviertel ausgesprochen.

Bisherige Streifen nicht ausreichend

Zuvor hatte er sich der OB am Montag mit Gastronomen rund um den Platz in der Innenstadt getroffen. In dem Gespräch wurden Möglichkeiten diskutiert, wie die aktuelle Situation in dem Viertel verbessert werden kann. Zwar gibt es bereits gemeinsame Streifen von Ordnungsamt und Polizei, diese reichen aber nicht aus. Probleme gibt es laut der Gastronomen am sogenannten Hassel vor allem, wenn die Dienstzeiten enden.

Trümper kündigte an, über diese Möglichkeit mit der Polizei zu sprechen. Er sagte MDR SACHSEN-ANHALT, Ordnungsamt und Polizei sollten dort rund um die Uhr sichtbar und ansprechbar sein. Die Situation zeige, dass es solche Maßnahmen braucht.

Wenn man Ordnung in der Stadt haben will und in bestimmten Zeiten auch keine Randale haben will, dann muss man auch für die Einhaltung von Normen sorgen.

Lutz Trümper, Oberbürgermeister der Stadt Magdeburg

Eine dieser Normen könnte laut Trümper sein, dass Spätshops nach 1:00 Uhr nachts keinen Alkohol mehr verkaufen dürfen. Der Alkoholverkauf bis spätnachts ist nach Ansicht vieler Gastronomen derzeit das Hauptproblem am Hasselbachplatz. OB Trümper kündigte an, sich nochmals mit Landespolitikern treffen zu wollen, um über die Möglichkeiten einer entsprechenden Gesetzesänderung für den Ladenschluss zu sprechen.

"Hassel" erst nachts ein Kriminalitätsschwerpunkt

Die Stadt Magdeburg hatte in der Vergangenheit vermehrt versucht, ein Alkoholverbot zu verhängen. Das war immer an Klagen oder der Ablehnung des Innenministeriums gescheitert.

Trümper betonte, dass der Hasselbachplatz ein Kriminalitätsschwerpunkt in Magdeburg sei – allerdings meist nach 1:00 Uhr nachts. Bis Mitternacht könne man auf dem Platz in Ruhe essen gehen.

Symbolbild zum Thema Öffnungszeiten der Spätshops in der Neustadt in Dresden.
Viele Gastronomen sehen den nächtlichen Alkoholverkauf in den "Spätis" als Hauptproblem. (Symbolbild) Bildrechte: imago/Sven Ellger

Bereits von 2008 bis 2010 hatte es in der Landeshauptstadt ein Alkoholverbot gegeben. Nach Ansicht Trümpers habe es dadurch Erfolge gegeben. Schon damals war es durch eine Klage wieder rückgängig gemacht worden. Die Zahl der Straftaten, die am Hasselbachplatz begangen werden, ist nach Daten der zuständigen Polizeidirektion Nord seit Jahren stabil. 2010 ist mit 886 angezeigten Straftaten der niedrigste Wert seit 2008 erreicht worden. 2017 wurden am "Hassel" 1.109 Straftaten begangen.

In dem Kneipenviertel kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen betrunkenen Menschen. Bei der Aufstiegsfeier des 1. FC Magdeburg hatten mehrere Menschen randaliert.

Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 15. Oktober 2018 | 15:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Oktober 2018, 19:55 Uhr

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24 Kommentare

17.10.2018 13:36 Bernd L. 24

Denkschnecke:
Mit Singen ernste Probleme lösen zu wollen, ist gegenwärtig in Mode- kommen Campino oder Grönemeyer auch? Ich fürchte, das löst nix.

16.10.2018 21:53 ingo d. 23

fakt ist doch eines, als ich noch selber regelmäßig den hasselbachplatz in der jahrtausendwende zu kneipentouren besucht habe, gab es solche zustände nicht. dieses millieu was sich dort mittlerweile etabliert hat ist für die besucher, gastronomen und für die ganze stadt magdeburg absolut indiskutabel. selbst bürger die dort eine wohnung haben sind bestrebt schnellstmöglich eine andere wohnung zu finden um diesem "buntem" klamauk zu entfliehen.

16.10.2018 19:44 CDU Wählerin 22

"Traue keiner Statistik, die Du nicht selber gefälscht hast" ist ein Zitat, welches in kaum einem Artikel oder Buch über Statistik fehlt.
Da sollte MDR recherchieren ob wirklich alles erfasst oder vieles eben nicht mehr polizeilich erfasst wird.
Die Hells Angels und Bandidos sind in Sachsen-Anhalt kaum noch sichtbar. Das seit März 2017 geltende Kuttenverbot zeigt offenbar Wirkung.
Ist dem wirklich so oder wird es nicht mehr erfasst?

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