Magdeburg-Rothensee Polizei löst rechtsextreme Boxveranstaltung auf

In Magdeburg haben sich am Samstag etwa 90 Rechtsextreme für die Boxveranstaltung "Kampf der Nibelungen" versammelt. Aus zehn Bundesländern kamen sie nach Magdeburg. Eine Stadt in Sachsen hatte die Veranstaltung im vergangenen Jahr bereits untersagt. In Magdeburg war die Polizei wegen der Kampfveranstaltung am Samstag im Großeinsatz.

Zwei Polizisten an einer Autoschlange auf einem Hof mit vier Polizeibussen im Hintergrund
In Rothensee waren 140 Polizeikräfte im Einsatz. Bildrechte: TNN

In Magdeburg hat die Polizei heute eine rechtsextreme Kampfsportveranstaltung vorzeitig abgebrochen. Nach Angaben der Beamten hätte sie im Magdeburger Stadtteil Rothensee auf dem Gelände eines Motorrad-Clubs stattfinden sollen.

Rund 90 Teilnehmer und Besucher waren dafür aus zehn Bundesländern angereist. Rund 140 Polizisten waren im Einsatz. Die Polizei durchsuchte das Gelände des Bikerclubs. Sie ließ den Boxring abbauen und beschlagnahmte ihn.

Gemeinde in Sachsen hatte Veranstaltung verboten

Vier Polizisten stehen vor einem holzvertäfelten Gebäude
Laut Polizei verlief der Einsatz ruhig. Bildrechte: TNN

Verboten wurde der Wettkampf, weil der begründete Verdacht bestand, dass die Veranstaltung und der dort praktizierte Kampfsport das Ziel haben, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu gefährden.

Die Veranstaltung war als "Kampf der Nibelungen" ausgeschrieben. Sie ist laut Bundesamt für Verfassungsschutz "die größte und renommierteste europäische Kampfsportveranstaltung der rechtsextremistischen Szene."


Die Veranstaltung hatte in den vergangenen Jahren in Sachsen stattgefunden. Zuletzt in der Gemeinde Ostrau, wo sie vergangenes Jahr verboten wurde.

Quelle: dpa, MDR/jh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 26. September 2020 | 15:00 Uhr

20 Kommentare

Denkschnecke vor 3 Wochen

Den die Beteiligten ja bekanntlich allein innerhalb des gerade beschlagnahmten Boxrings ausüben?
Wenn der Verfassungsschutz das seit Jahren auf der Liste hat als "die größte und renommierteste europäische Kampfsportveranstaltung der rechtsextremistischen Szene", geht es um Politik.

Thommi Tulpe vor 4 Wochen

Man löste etwas auf, von dem man vor "Wettkampfbeginn" nichts wusste? Oder blockierten rechtssympatisierende Polizisten ein früheres Einschreiten? Egal. Noch ist Sachsen-Anhalt (speziell Magdeburg) zum Glück (noch) ein "schweres Pflaster" für diesen braunen Sch...!

Simone vor 4 Wochen

Ich finde es gut, dass die Polizei gegen diese Rechtsextremisten vorgeht. Einigen hier im Forum muss man es zwar erklären, aber Rechtsextremisten sind nicht die netten Nachbarn von Nebenan, die Deutschland nur ein wenig mehr lieben wie als der Durschnittsbürger sondern i.d.r kriminelle Gewalttäter. Seltsam, dass man das immer wieder erklären muss.

So und jetzt freue ich mich auf die üblichen relativierenden Kommentare. Da kann man doch gleich sehen, wessen Herz für den Rechtsextremismus schlägt.

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