Schüler protestieren
Schüler demonstrieren vor dem Landtag in Magdeburg. Bildrechte: MDR/Sarah Peinelt

Proteste vor dem Landtag Magdeburger Schüler beteiligen sich an "Fridays-for-Future"-Demo

Immer wieder freitags wird in ganz Deutschland für mehr Klimaschutz demonstriert. Diesmal beteiligten sich auch hunderte Schülerinnen aus Magdeburg. Für das Engagement gibt es jedoch längst nicht nur Zustimmung.

Schüler protestieren
Schüler demonstrieren vor dem Landtag in Magdeburg. Bildrechte: MDR/Sarah Peinelt

Bei den Schülerprotesten im Rahmen von "Fridays for Future" sind auch Mädchen und Jungen aus Magdeburg, Wernigerode und Haldensleben für mehr Klimaschutz auf die Straße gegangen. Am Freitagvormittag zogen rund 350 Schülerinnen vor Sachsen-Anhalts Landtag, in dem sich die Landespolitiker zu ihrer Sitzung zusammengefunden hatten.

Lehrerverbände unterstützen die Schüler bei ihrer Aktion. Der Vorsitzende des Landesverbandes Bildung und Erziehung, Thorsten Wahl, sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Wenn Schüler wegen Nutzung demokratischer Grundrechte bestraft würden, wäre das nicht im Sinne des Erfinders." Wahl reagierte damit auf Diskussionen um die Schulpflicht.

Bildungsminister Tullner: "Schulpflicht bleibt Schulpflicht"

Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner (CDU) hatte bereits vergangene Woche die Schülerdemos kritisiert und erklärt, es fänden sich ständig Anlässe, um sich politisch zu artikulieren. "Heute ist es der Klimaschutz, morgen die Angst vor dem Wolf, übermorgen der Weltfrieden." Ob Schüler bestraft würden, sei jedoch Sache der Schulen. Tullner nahm auch an der Demonstration an diesem Freitag teil. "Meinungsfreiheit und Schulpflicht stehen hier in Konkurrenz – wir verhaften natürlich niemanden deswegen, aber Schulpflicht bleibt Schulpflicht."

Gewissenskonflikte drohen

Auch Torsten Wahl regte an, dass Organisatoren die Demos auf den Nachmittag verlegen, damit Kinder und Schüler nicht in Gewissenskonflikte gebracht würden. "Wenn man ein schlechter Lehrer wäre, würde man in diese Zeit der angekündigten Demo eine Klausur legen – damit würden die Kinder in gewisser Weise bestraft."

Eigentlich sollten Lehrer unabhängig parteipolitisch agieren, sagte Wahl. "Aber wenn man jetzt gut agiert könnte man zum Beispiel eine Exkursion machen und das ganze nutzen. Engagierte Lehrer würden sicher Möglichkeiten finden." Wichtig sei, dass diejenigen, die teilnehmen, auch hinter den Ideen stünden und nicht sagten: Hauptsache kein Unterricht.

Schulen sollen Demonstranten melden

Derweil sollen Sachsen-Anhalts Schulen dem Landesschulamt melden, wenn Schülerinnen und Schüler während der Unterrichtszeit an Demonstrationen teilnehmen. Ein entsprechendes Schreiben auch mit der Erläuterung der Rechtslage sei an alle Schulen gegangen, sagte ein Sprecher des Bildungsministeriums in Magdeburg am Freitag. Der Sprecher sagte, Namen sollten nicht gemeldet werden, es gehe um Zahlen und darum, einen Überblick zu bekommen.

Die weltweite Bewegung "Fridays for Future" gibt es seit September 2018 auch in Deutschland. Sie geht auf eine Aktion der 16-jährigen Schülerin Greta Thunberg aus Schweden zurück. In den vergangenen Wochen beteiligten sich tausende Schüler in ganz Deutschland an den Demonstrationen.

Quelle: dpa,MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 01. Februar 2019 | 15:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. Februar 2019, 16:52 Uhr

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25 Kommentare

03.02.2019 15:16 Fakt 25

>>jens hunger, # 23:
"pakt die fakten auf den tisch - lügen-journaille.
der klimawandel ist ein klimaschwindel. es gibt keinen menschen gemachten klimawandel."<<

Zu Ihrem ersten von mir zitierten Satz: Nur weil Sie etwas nicht verstehen oder wahrhaben wollen, ist es keine Lüge.
Zum zweiten Satz: Komisch, dass sich das Gros der ernstzunehmenden Wissenschaftler durchaus einig ist, dass ein Großteil des Klimawandels sehr wohl vom Menschen gemacht ist.

Aber wie immer: Kompetenzsimulanten sind natürlich schlauer als alle Fachleute zusammen!

03.02.2019 14:57 Der Lange 24

Ih würde auch gern zur Demo gehen, mein Plakat wäre auch in Englisch. Scheint ja so üblich zu sein. Als Losung stelle ich mir so vor: "you have to earn my fucking rente!"
Oder kriege ich da Probleme wegen dem bösen "R"-Wort?

03.02.2019 12:30 Sachse43 23

Wie in der Zone, verordnete Demos. Ende bekannt.

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