Zwei Schulranzen stehen auf dem Boden eines Klassenzimmers
Für knapp 200.000 Schüler beginnt heute das neue Schuljahr. Bildrechte: imago images / photothek

Überblick Zum Schulanfang: Das ist neu – das fehlt

Heute startet in Sachsen-Anhalt das neue Schuljahr. Für Schüler und Lehrer bedeutet das in diesem Jahr aber auch, dass es einige große Veränderungen gibt. Welche das sind und wo es immer noch Probleme gibt: ein Überblick.

Zwei Schulranzen stehen auf dem Boden eines Klassenzimmers
Für knapp 200.000 Schüler beginnt heute das neue Schuljahr. Bildrechte: imago images / photothek

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Der Beginn des neuen Schuljahres bringt Veränderungen für Schüler und Lehrer mit sich. Was sich ändert und wo es noch hakt – ein Überblick.

Das ist neu:

Grund- und Leistungskurse kehren zurück

Das Land kehrt nach mehr als 15 Jahren zum Modell der Grund- und Leistungskurse zurück. Oberstufenschüler belegen künftig drei fünfstündige Leistungskurse auf erhöhtem Anforderungsniveau. Zur Wahl stehen Mathematik, Deutsch, eine Fremdsprache und eine Naturwissenschaft. In zwei der drei Fächer gibt es eine schriftliche Abiturprüfung auf erhöhtem Niveau. Das Fach Geschichte müssen alle Schüler auf Grundkurs-Niveau belegen, einen Leistungskurs gibt es nicht. Nach Angaben von Bildungsminister Tullner soll das Abitur damit bundesweit vergleichbarer werden.

Praxislerntage an Sekundarschulen

Mit dem neuen Schuljahr werden hierzulande Praxislerntage an den Sekundarschulen eingeführt. Schüler sollen damit mehr Bezug zur Berufswelt bekommen und das Ziel soll sein, Handwerk, Industrie und Schule einander näherzubringen. Dazu arbeiten Sekundarschulen mit Berufsschulen, Betrieben und Banken der Region sowie sozialen Einrichtungen zusammen. Die Praxislerntage finden an einem Unterrichtstag pro Schulwoche im 14-tägigen Rhythmus statt. Zunächst ist vorgesehen, dass Acht- und Neuntklässler in 30 Schulen daran teilnehmen.

Modellprojekt: Schulverwaltungsassistent

15 besonders große Schulen im Land bekommen im Rahmen eines zweijährigen Modellprojekts sogenannte Schulverwaltungsassistenten. Sie sollen bei der Organisation des Unterrichts, schulischer Veranstaltungen, dem Schulanmeldeverfahren und Elternsprechtagen mitarbeiten.

Wieder mehr Schüler

Zum Schuljahresbeginn 2019 sind die Schülerzahlen wieder leicht angestiegen. Nach Schätzungen der Landesregierung werden rund 200.000 Schüler im neuen Schuljahr erwartet. Genaue Zahlen könne man aber erst in einigen Wochen nennen, sagte der Sprecher des Bildungsministeriums, Stefan Thurmann, MDR SACHSEN-ANHALT.

Im vorigen Schuljahr haben laut Statistischem Landesamt 195.897 Kinder und Jugendliche Schulen besucht. Die Anzahl war mit Beginn der 90er Jahre innerhalb von fast fünfzehn Jahren um 220.000 Schüler gesunken. Während es 1995 rund 390.000 Schüler in Sachsen-Anhalt gab, waren es 2009 nur noch rund 170.000. Seitdem steigen die Zahlen kontinuierlich wieder an.

Das fehlt:

Lehrer

Ein Lehrer betritt das Lehrerzimmer in einem Gymnasium.
In Sachsen-Anhalt gibt es noch unbesetzte Lehrerstellen. Bildrechte: dpa

Zum Start des Schuljahres sind viele Lehrerstellen im Land noch unbesetzt. Wie das Bildungsministerium mitteilte, laufen derzeit Bewerbungsgespräche. 550 Stellen waren im Juli dieses Jahres ausgeschrieben worden. 660 Bewerber hätten sich gemeldet. In den ersten Monaten des Jahres waren bereits 591 Lehrerstellen besetzt worden.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hatte wiederholt über einen Lehrermangel in Sachsen-Anhalt geklagt. Gewerkschaftsvorsitzende Eva Gerth sagte, die jüngsten Zahlen ließen befürchten, dass nur etwa 96 Prozent des Unterrichts personell abgedeckt seien.

Neben regulären Lehrkräften, fehlen auch Schulleiter. Laut Bildungsministerium sind zurzeit auch 57 Schulleiterstellen unbesetzt - mehr als Dreiviertel davon betrifft Grundschulen.

Quelle: MDR/fl

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 15. August 2019 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. August 2019, 10:59 Uhr

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2 Kommentare

15.08.2019 19:47 ger 2

Das Abitur wird durch 3 Leistungskurse nicht vergleichbarer! Die meisten Länder haben nur zwei!
Von diesen dreien werden nur zwei geprüft! Hat der Schüler z. B. Seine Leistungskurse in Deu, Che, Phy gewählt kann dann z.B. die Noten vom Leistungskurs Phy streichen! Dadurch gehen etwa 320 Stunden nicht in Bewertung ein!

15.08.2019 12:12 filou 1

Oh, schau einer an. Man erfindet das Rad neu, mit der Einführung der Praxistage. So etwas gab es zu DDR Zeiten. Bei uns hieß es damals ESP und PA Unterricht.Wo wir einmal in der Woche in Betrieben arbeiten mussten. Nur konnten wir es uns nicht aussuchen damals, wo wir diesen Praktischen Unterricht machen. Hoffe man macht es heute besser und lässt die Schüler es dort machen, wo Sie später vlt. einmal arbeiten bzw. Ihre Lehre absolvieren möchten. Denn nur dann ergibt das ganze einen/seinen Sinn.

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