Straßenbahnen fahren durch den Breiten Weg in Magdeburg.
Täglich fahren mehr als 100.000 Menschen Bus und Bahn in Magdeburg. Bildrechte: MVB

Nach Prügelattacke MVB wollen in Sicherheit investieren

Die Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB) wollen für mehr Sicherheit in Straßenbahnen und Bussen aktiv werden. Erste Maßnahmen sind bereits für September angesetzt. Damit reagiert die MVB auf eine Prügelattacke am Samstag.

Straßenbahnen fahren durch den Breiten Weg in Magdeburg.
Täglich fahren mehr als 100.000 Menschen Bus und Bahn in Magdeburg. Bildrechte: MVB

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Nach einer Prügelattacke in einer Magdeburger Straßenbahn erwägen die Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB) verstärkte Sicherheitsvorkehrungen. Wie der MVB-Sprecher Tim Stein MDR SACHSEN-ANHALT am Montag sagte, werden ab September alle Mitarbeiter der MVB mit einem speziellen Anti-Aggressiontraining geschult. Dabei würden erstmals Mitarbeiter zum Coach. Die Mitarbeiter sollen ihre Kollegen trainieren.

Überwachungskameras im Einsatz

Als Sicherheitsvorkehrung sei rund die Hälfte aller Straßenbahnen und Bussen mit Videokameras ausgestattet, so Stein. Die MVB würde sich Gedanken um die Aufstockung von Videotechnik und von Sicherheitspersonal machen, kündigte Stein an. Verwies aber gleichzeitig darauf hin, dass es schwer sei, neues Personal zu finden.

Ein "Extremfall"

Der Sprecher reagierte mit Entsetzen auf die Prügelattacke vom Samstag und sprach aber von einem "Extremfall". Täglich würden mehr als 100.000 Menschen in Magdeburg mit Bus oder Bahn befördert. Der betroffene Fahrer der Straßenbahn am Samstag sei nicht von Fahrgästen auf den Vorfall angesprochen worden. Er bemerkte den Vorfall, erst als das Opfer aus der Bahn gezogen worden sei, danach habe er den internen Notruf abgesetzt.

Vier Verdächtige festgenommen

Nach bisherigem Erkenntnisstand hatten am Samstagabend vier Jugendliche in einer Bahn randaliert. Als ein 22-Jähriger aus Hamburg sie zur Rede stellen wollte, sollen die zwei jungen Männer und zwei jungen Frauen auf den Mann losgegangen sein und ihn schwer verletzt haben. Der Mann schwebte vorübergehend in Lebensgefahr. Die Polizei hat die mutmaßlichen Täter inzwischen festgenommen und verhört.

Berits im April hat sich ein anderer Angriff in einer Magdeburger Straßenbahn ereignet. Dabei wurden eine Schülerin und ein Student attackiert und verletzt.

Verhaltenstipps der Polizei

Wer Zeuge einer Auseinandersetzung im öffentlichen Raum wird, dem rät die Polizei sich nicht in Gefahr zu bringen und besser an der nächsten Haltestelle auszusteigen und die Polizei zu informieren.

So verhalten Sie sich am besten:

  • Nehmen Sie Ihre Umgebung aufmerksam wahr. Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl. Es warnt Sie instinktiv vor bedrohlichen Situationen.
  • Halten Sie Abstand, entfernen Sie sich so früh wie möglich von bedrohlichen Situationen. Begeben Sie sich an sichere Orte (z.B. andere Straßenseite /U-Bahn-Abteil wechseln, Kioske, Geschäfte, Restaurants aufsuchen).
  • Siezen Sie die provozierende Person. Damit signalisieren Sie Außenstehenden, dass es sich um keine private Streitigkeit handelt.
  • Vermeiden Sie verbale Provokation und körperliche Konfrontation.
  • Sprechen Sie unbeteiligte Personen direkt an ("Hey Sie mit der grünen Jacke…"). Beschreiben Sie die Situation und fordern Sie Hilfe ein.
  • Rufen Sie die Polizei über die Notrufnummer 110 und erstatten Sie Strafanzeige, um weitere Angriffe der Person zu verhindern.


Wichtig ist nach Angaben der Polizei, sich kurz Zeit zu nehmen und gedanklich unter Berücksichtigung der oben genannten Verhaltenstipps auf gefährliche Situationen vorzubereiten. So sei man in einer akuten Situation vorbereitet und sicher in den Handlungen. Das beeinflusse auch die Ausstrahlung und kann dazu beitragen, potentielle Täter abzuschrecken.

Quelle: MDR/pat

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 12. August 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. August 2019, 19:03 Uhr

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12 Kommentare

13.08.2019 15:57 Ossi 65 12

Wenn ich der MVB mal einen Tipp in Sachen Sicherheit geben darf für die Zukunft.
1. Kameras in jedem Fahrzeug, mit Echtzeitübertragung an einen Dispatcher, der dann im Notfall Polizei und Rettungsdienst zu dieser Bahn senden kann.
2. Einen Alarmknopf oder Sprechanlage in die Fahrerkabine zur Übermittlung von Notfällen an den Fahrer.
Erstere Maßnahme käme einem Stillen Alarm gleich und würde der Polizei mehr Möglichkeit geben die Täter noch vor Ort zu Verhaften.

13.08.2019 12:09 Luftikus 11

Die Verrohung unserer Gesellschaft nimmt weiter zu. Ursachenforschung ohne Tabus ist angesagt. Und genau da hakt es. Ich wünsche den Opfern schnelle Genesung und den Tätern harte Strafen im Schnellprozeß, ohne den Einfluß von Kuschelrichtern. Der Ausbau der Videoüberwachung ist das eine. Eine Bestreifung von Bus,- Straßenbahn- und S- Bahnlinien nach einem Sicherheitskonzept, ist besser. Sucht man qualifiziertes Bewachungspersonal, müssen die Bezahlung, die Weiterbildung und die Aufstiegsmöglichkeiten stimmen. Jede größere Stadt sollte wie München, eine Art komunalen Außendienst haben. Da die Kommunen aber meistens klamm sind, werden solche Dienstleistungen versubt und die Qualität ist dementsprechend dürftig. Im Fall MD hoffe ich auf Taten und nicht nur bloßen Aktionismus, bis Gras über die Sache gewachsen ist.

13.08.2019 10:34 Dada 10

Und dann sollen wir laut unserer Klimahysteriker mit Bus und Bahn fahren. Nein danke ich nehme lieber weiter das Auto , da ich nicht lebensmüde bin. Auch Couches und Kameras werden wildgewordene Machotypen nicht abhalten weiterhin alles kaputt zu schlagen und noch schlimmer Unschuldige zu verprügeln und schlimmeres. Da hilft nur die harte Keule, aber das sind ja immer ganz unschuldige Knaben. Die Opfer sind die Bösen was stellen die sich auch dazwischen. Es muss ein Umdenken passieren sonst wird es noch schlimmer hier.

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