Hilfe für die Eltern So funktioniert Sozialarbeit in Magdeburgs Kitas

Seit Jahresbeginn werden in Magdeburgs Kindertagesstätten Sozialarbeiterinnen eingesetzt. Sie sollen benachteiligten Kindern bei einem guten Start ins Leben helfen. Noch wichtiger sind sie aber für die Eltern.

Eine Sozialarbeiterin bei der Arbeit mit Kindern.
Doreen Raguschke ist eine der ersten Kita-Sozialarbeiterinnen in Magdeburg. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Lange haben Kindertagesstätten im Land mehr Personal gefordert – nicht nur Erzieherinnen, sondern auch Sozialarbeiterinnen. In Magdeburg wird diese Forderung nun erfüllt: In den Kitas dort werden seit dem Jahreswechsel Sozialarbeiterinnen eingesetzt. Die Kita-Sozialarbeiterinnen sollen erkennen, wenn Kinder den Anschluss verlieren könnten – und wenn deshalb zum Beispiel ein guter Start in die Schule gefährdet ist.

Sozialarbeiterin Doreen Raguschke von der Kita "Weltkinderhaus" erklärt die Idee: "In unserem Job geht es darum, dass wir mit Eltern beraten, was ihre Kinder brauchen, um sich gut zu entwickeln. Das kann nur Frühförderung sein, wo wir hin vermitteln und beraten. Oder ganz einfach, dass wir Eltern auch mit begleiten, um eine Ergotherapie oder Logopädie für die Kinder zu finden." Grundsätzlich stehe die Entwicklung der Kinder im Vordergrund, so Raguschke.

Sozialarbeit hilft Erzieherinnen, Eltern und Kindern

Jetzt werden sich viele fragen: 'Moment, ist das nicht auch der Auftrag der Erzieherinnen?' Aber eine Erzieherin hat in ihrem Job mit etlichen Kindern zu arbeiten und diese fachgerecht zu betreuen. Deshalb hat sie kaum den Raum dafür, mit Eltern zu reden, welche Förderprogramme es für ihr Kind gibt, welche Stellen sich darum kümmern und zusammen Anträge dafür auszufüllen. Genau so etwas machen in Magdeburgs Kitas nun die Sozialarbeiterinnen.

Finanzierung aus Landesmitteln

Das Geld dafür – 600.000 Euro pro Jahr – kommt aus den Kassen des Landes. 2019 wurde mit dem "Kinderförderungs-Gesetz" die Finanzierung der Kindertagesstätten im Land neu geregelt. Durch das neue Gesetz können die Städte und Gemeinden nun auch Geld für die Sozialarbeit bekommen. In Magdeburg startet die Kita-Sozialarbeit mit 13 Sozialarbeiterinnen. Im Fokus stehen dabei die Stadtteile, in denen es viele sozial-schwache Familien gibt.

Die Kinder dort sollen früh gefördert werden, damit ihre Chancen auf eine erfolgreichen Schulabschluss und einen ordentlichen Einstieg ins Berufsleben langfristig steigen. Im "Weltkinderhaus" und den anderen Magdeburger Kitas ist die Sozialarbeit zunächst für fünf Jahre fest eingeplant. Spätestens danach muss die Kita-Sozialarbeit auch konkrete Erfolge vorweisen müssen. Wie diese Überprüfung genau funktionieren soll, ist aber noch unklar.

Vergleichbare Projekte gibt es auch in anderen Städten in Sachsen-Anhalt – etwa in Halle. Weitere sind nach Angaben der Volkssolidarität, die sich für mehr Sozialarbeit in Kitas einsetzt, in Planung.

Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 15. Januar 2020 | 13:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Januar 2020, 15:35 Uhr

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