Drei Jugendliche halten Dutzende Luftballons in der Hand und lächeln in die Kamera
So bunt und weltoffen, wie bei der Meile der Demokratie 2018, will sich Magdeburg auch in diesem Jahr wieder präsentieren. Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Zerstörung im Zweiten Weltkrieg Woche des Erinnerns in Magdeburg

Magdeburg erinnert in diesem Jahr auf besondere Weise an die Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg. Eine ganze Woche lang gibt es Aktionen, Veranstaltungen, Lesungen und noch viel mehr. Ein Bündnis von mehr als 50 Vereinen will Weltoffenheit demonstrieren und ein Zeichen setzen gegen den angekündigten Aufmarsch rechter Gruppen.

Drei Jugendliche halten Dutzende Luftballons in der Hand und lächeln in die Kamera
So bunt und weltoffen, wie bei der Meile der Demokratie 2018, will sich Magdeburg auch in diesem Jahr wieder präsentieren. Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Der 16. Januar 1945 ist ein Datum, das Magdeburg noch heute anzusehen ist. Weil die Innenstadt damals bei einem Angriff englischer und amerikanischer Bomber fast vollständig zerstört wurde, fehlt ein historischer Stadtkern oder ist nur noch lückenhaft zu erkennen. Jedes Jahr wird an diesen Tag erinnert, werden Kränze für die Opfer von Krieg und Gewalt niedergelegt. Immer Punkt 21.28 Uhr läuten zudem alle Kirchenglocken der Stadt. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Bombenangriffe 1945 begonnen.

In diesem Jahr wird es außerdem eine ganze Aktionswoche geben. Das Ziel: Weltoffenheit und Verständnis für Demokratie. Ein privates Bündnis von mehr als 50 Vereinen hat die Woche organisiert. Auftakt wird eine Veranstaltung auf dem Alten Markt in Magdeburg sein. Ab 17 Uhr heißt es: "Magdeburg singt für eine weltoffene Stadt."

Titelfoto der Initiative für ein weltoffenes Magdeburg
Bildrechte: Initiative Weltoffenes Magdeburg

Dazu sind laut der Veranstalter alle Magdeburgerinnen eingeladen, die ein deutliches Zeichen für Demokratie, Frieden und Toleranz setzen möchten. Weiter heißt es, gemeinsam mit Magdeburger Chören und den Domposaunisten würden im Licht von vielen Hundert Kerzen Friedenslieder gesungen, um an die Verantwortung aller Generationen für ein friedliches und tolerantes Miteinander zu erinnern. Außerdem beginnt im Opernhaus um 20 Uhr das traditionelle Gedenkkonzert "Für eine friedliche Welt".

Höhepunkt am Samstag

Ein weiterer Höhepunkt der Aktionswoche soll Samstag, der 19. Januar sein. Die Schulen der Landeshauptstadt werden sich auf dem Breiten Weg in der Nähe des Alten Marktes präsentieren. Sie stellen ihre Projekte des Netzwerkes "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" vor und wollen mit Kunst, Kultur, Leckereien und Lebenslust, Weltoffenheit zeigen. Auf einer Bühne treten außerdem gemeinsam mit mehreren Schulbands Künstler wie Sebastian Krumbiegel von den Prinzen, Sänger und MDR-Moderator Stefan Michme und Breakdancer Nico Hilger auf. Hier das gesamte Programm.

Keine "Meile der Demokratie"

An diesem Tag soll es auch eine Kungebung geben. Das Organisations-Bündnis sehe sich in der Nachfolge der "Meile der Demokratie", sagte Sprecherin Bettina Wiengarn. Die Meile wird es in diesem Jahr zum ersten Mal seit vielen Jahren nicht mehr geben.

Die Meile war 2009 als Reaktion auf die Aufmärsche von Neonazis entstanden. Ihnen habe man nicht den öffentlichen Raum überlassen wollen, sagte Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD). 2017 gab es erstmals keine Demonstration der Rechten mehr.

Im vergangenen Jahr hatte es dann aber Streit um die Meile gegeben, weil erstmals die AfD teilnahm. Die Stadt als Veranstalter könne niemanden ausschließen, argumentierte Trümper. Die diesjährige Aktionswoche organisiere ein privates Bündnis, das auch Teilnehmer ablehnen könne. "Das ist der Unterschied", so Trümper.

Nach Angaben der Magdeburger Polizei sind 13 Veranstaltungen in der Magdeburger Innenstadt geplant. Außerdem haben rechte Gruppen für den 19. Januar eine Demonstration mit rund 250 Teilnehmern angemeldet.

Quelle: MDR/dpa/jw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | MDR SACHSEN-ANHALT | 16. Januar 2019 | 09:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Januar 2019, 20:00 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

26 Kommentare

17.01.2019 18:16 Dieter 26

In der DDR gab es auch solche bestellten Demos, die waren meist für den Frieden (da konnte ja keiner dagegen sein) und gegen den Klassenfeind. Jetzt geht es für Weltoffenheit (wer ist schon dagegen, ich kenne keinen) und dann gegen Hass, gegen die Populisten.
Ein echter Dialog wäre nötig, keine einseitigen Demos.

17.01.2019 18:04 Dresdener Bürger 25

Viel Agitprop statt Gedenken und Mahnung an den Frieden.

17.01.2019 16:08 Paule 24

Auch ein Frührentner sollte verstehend lesen können.