Neuer Fahrplan ab 16. Dezember Streckenfreigabe in Magdeburg-Buckau: Entspannung der Verkehrssituation erwartet

In Magdeburg wird der öffentliche Nahverkehr deutlich ausgebaut. Etliche neue Straßenbahngleise werden verlegt. Mitte Dezember wird eine Strecke fertig und soll die angespannte Verkehrslage im Stadtteil Buckau entlasten.

Eine Straßenbahnstrecke mit frisch gepflanztem Rollrasen zwischen den Gleisen. Rechts und links Autofahrspuren und Parktaschen
Rollrasen zur Schalldämpfung und Verbesserung des Mikroklimas: Auf dem Bild, das im November aufgenommen wurde, braucht der Rasen noch etwas Zeit, um anzuwachsen. Bildrechte: Magdeburger Verkehrsbetriebe, Tim Stein

Mitte Dezember ist es endlich soweit. Dann soll sich die Verkehrssituation in Magdeburg-Buckau zumindest ein bisschen entspannen. Nach monatelangen Bauarbeiten werden die Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB) die Raiffeisenstraße und die Warschauerstraße erstmalig für Straßenbahn- und Autoverkehr freigeben.

In den vergangenen Monaten ist hier eine neue Straßenbahnstrecke entstanden, die die Leipziger- und Schönebeckerstraße miteinander verbindet.

Auch die Schönebecker Straße wird, aus Richtung Buckau kommend, wieder beidseitig bis zur Warschauer Straße befahrbar sein. Der kleine aber wichtige Abschnitt zwischen Warschauer Straße und Benediktinerstraße (Gesellschaftshaus) wird jedoch noch fast ein ganzes weiteres Jahr bis Herbst 2021 gesperrt bleiben. Autofahrern aus Richtung Schönebeck wird daher eine Umleitung über die Dodendorfer-Straße empfohlen.

Ein Stadtplan von Magdeburg, auf dem verschiedene Bauabschnitte der MVB eingezeichnet sind.
Die neue Süd-West-Querung der MVB soll vom Stadtteil Buckau bis nach Stadtfeld reichen. Dazu wird in der ganzen Stadt gebaut. Bauabschnitt sieben (BA 7) in Buckau ist nun grötenteils fertig gestellt. Bildrechte: MVB/Tim Stein

Auch im Fahrplan für Busse und Straßenbahnen wird es Änderungen geben. Um einen Parallelverkehr zu den neuen Straßenbahnstrecken zu vermeiden, werden etwa die Buslinien 52 und 54 nicht mehr die Porsestraße anfahren. Genaue Pläne und aktuelle Hinweise zu Umleitungen und Fahrplanänderungen stellen die MVB auf ihrer Seite bereit.

Umfassende Baukonzepte

Die Baustellen in Buckau sind Teil eines großen Bauprojekts der MVB, bei dem eine neue Süd-West-Verbindung in Magdeburg gebaut wird, die die Stadtteile Buckau, Leipziger Straße, Sudenburg und Stadtfeld via Straßenbahnstrecke miteinander verbinden soll.

Beim Bau hat die Stadt Magdeburg zahlreiche Anforderungen gestellt, die umgesetzt werden mussten. Neben barrierefreien Haltestellen, neuen Straßenführungen und veränderten Rad- und Fußwegen haben die MVB beispielsweise auch Rollrasen zur Schalldämpfung und Verbesserung des Mikroklimas zwischen den Gleisen verlegt und in der Raiffeisenstraße eine neue Baum-Allee angelegt.

Wer sich genauer für die baulichen Veränderungen interessiert, kann sich dazu ausführlich auf der Seite der Stadt Magdeburg oder im Bautagebuch der MVB informieren.

Eine frisch gepflanzte Allee rechts und links der Raiffeisenstraße in Magdeburg
Rechts und links neben der neuen Strecke auf der Raiffeisenstraße entsteht eine Allee. Zusammen mit dem Rollrasen soll so das Mikroklima verbessert und Schall gedämpft werden. Bildrechte: Magdeburger Verkehrsbetriebe, Tim Stein

Warum der ÖPNV gefördert wird

Eine Förderung des ÖPNV (Öffentlichen Personen Nahverkehrs) ist in den meisten Städten üblich und Teil eines gesellschaftlichen Konzeptes. So sollen etwa das Klima geschont oder Menschen ohne eigene Fortbewegungsmittel nicht benachteiligt werden.

Die neue Strecke soll unter anderem dazu beitragen, die Menschen besser zu vernetzen und die Strecke attraktiver zu machen. Straßenbahnen sind in Magdeburg oft Pulkführer (haben an Ampelschaltungen Vorfahrt vor Autos) und bewegen sich daher meist etwas schneller als Busse. Die MVB hoffen so dazu beizutragen, dass die vielen Reisenden in den Bahnen schneller ans Ziel kommen.

Streckenbau trotz Umsatzeinbußen

Die Magdeburger Verkehrsbetriebe hatten in den letzten Monaten hohe Umsatzeinbußen zu verzeichnen. Durch die Corona-Pandemie gingen vor allem die Verkäufe von Einzelfahrscheinen stark zurück, während Kosten für die regelmäßige Desinfektion für Busse und Bahnen hinzukamen. Deswegen bekommen die Magdeburger Verkehrsbetriebe für dieses Jahr mehr Förderung als vorgesehen. Der Magdeburger Stadtrat hatte zuletzt mehr als sechs Millionen Euro bewilligt. Das zusätzliche Geld soll voraussichtlich als Coronahilfe vom Bund übernommen werden.

Quelle: MDR/ls

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 16. Dezember 2020 | 07:30 Uhr

1 Kommentar

Ronald A. vor 7 Wochen

Der Herr Stein von den Verkehrsbetrieben hat hier auf Bild 1 eine hervorragende optische Täuschung aufgenommen, welche mir den Abend versüßt hat, weil keiner es gecheckt hat. Alle haben sich gefragt, warum die Strecke eingleisig durch Poller führt...
Erstmal vielen Dank dafür.
Aber im Endeffekt macht mir genau das Sorgen. Autofahrer rechnen nicht damit dass die Gleise so nah an der Fahrbahn liegen, daher rechne ich mit einem Unfallschwerpunkt an dieser Stelle...

Trotdem gilt, Tramnetz gerne weiter ausbauen, Ottersleben und der Nordring stehen ganz vorne auf dem Programm!!!

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