Die Elbe in Magdeburg mit Blick auf den Strombrückenzug und den Dom
Magdeburgs Oberbürgermeister Trümper befürchtet, dass sich die Baukosten erhöhen. Bildrechte: MDR/Hanns-Georg Unger

Gerichtstermin erneut vertagt Baubeginn für Strombrückenzug in Magdeburg verzögert sich

Der Neubau des Strombrückenzugs in Magdeburg verzögert sich weiter. Die wichtige Elbquerung soll verlängert werden, doch ein laufender Rechtsstreit zur Vergabe des Bauauftrags verhindert den Bauauftakt. Eine Entscheidung vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf ist an diesem Mittwoch erneut vertagt worden. Der neue Termin ist für April angesetzt. Die Stadt hofft unterdessen weiter, dass noch in diesem Jahr die Bagger anrollen können.

Die Elbe in Magdeburg mit Blick auf den Strombrückenzug und den Dom
Magdeburgs Oberbürgermeister Trümper befürchtet, dass sich die Baukosten erhöhen. Bildrechte: MDR/Hanns-Georg Unger

Der Bau des neuen Strombrückenzuges verzögert sich weiter. Der Grund: Eine Entscheidung im laufenden Rechtsstreit um den Neubau wurde erneut vertagt – diesmal auf den 17. April. In dem Verfahren vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf geht es um die Frage, welche Firma den Bauauftrag erhält. Baustart sollte eigentlich vor einem Jahr sein, doch er verzögert sich wegen der Rechtsstreitigkeiten immer wieder. Die Stadt Magdeburg hofft allerdings, dass der Bau noch in diesem Jahr beginnen kann.

Brückenbau liegt auf Eis

Im Detail: Die Stadt hatte sich im Dezember 2017 zur Vergabe für den günstigsten Anbieter Züblin/Strabag entschieden. Der zweitplatzierte Bieter Hochtief legte dagegen Widerspruch bei der Vergabekammer ein und bekam in erster Instanz Recht. Hochtief hatte argumentiert, Züblin/Strabag erfülle nicht alle Auflagen aus der Ausschreibung.

Dagegen hatte nun Züblin/Strabag in Düsseldorf geklagt. Der erste Anhörungstermin im September 2018 fiel allerdings ins Wasser und wurde auf März 2019 verschoben. Doch nun will das Gericht erst im April entscheiden. Bislang wurden für den Brückenbau nur die Vorbereitungen getroffen, Bäume gefällt und Flächen beräumt. Der eigentliche Brückenbau liegt auf Eis.

Strombrückenzug
So soll die geplante Verlängerung der Strombrücke einmal aussehen. Bildrechte: Bauwerksentwürfe Leonhardt, Andrä und Partner und VI-EX Visualisierung

Erwartet wird, dass die Baukosten steigen

Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) geht davon aus, dass weitere Kosten auf die Stadt zukommen, da Preise am Markt steigen – das betrifft zunächst Bereiche, die mit dem Bauwerk an sich nichts zu tun haben. So sagte er bereits im September, als die erste Anhörung dazu geplatzt war, dass etwa wesentlich mehr für die Entsorgung von Aushub bezahlt werden müsse. Auch die Baukosten selbst könnten wegen der Verzögerung höher ausfallen.

Die Magdeburger Strombrücke ist eine wichtige Elbquerung der Stadt. Der heutige Strombrückenzug über die Elbe, Zollelbe und Alte Elbe besteht aus der Strombrücke (gebaut 1965), der Zollbrücke (1881) und der Anna-Ebert-Brücke (1882). Bereits seit Jahrzehnten gab es die Idee für einen neuen Brückenzug, indem die Strombrücke mit einem neuen Bau verlängert wird.

Quelle: MDR/mg

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 20. März 2019 | 16:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. März 2019, 17:30 Uhr

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6 Kommentare

21.03.2019 11:41 jackblack 6

Zu 4-wenn sich viele Verfahren bis zum St. Nimmerleinstag hinziehen, das gilt übrigens für viele Bereiche, diese dann z. T. auf Unterbesetzung geschoben wird, dann wäre eine Reform angebracht, so aber wird der Staat HANDLUNGSUNFÄHIG-da hilft das Wort RECHTSSTAAT wenig.

21.03.2019 10:40 böse-zunge 5

Im Normalfall gibt es aber eine Bekanntgabe des Vertagungsgrundes - was ist es denn??

Und, später - mag für Otto-Normal kein Beinbruch sein ... würden Jahrhunderthochwasser nicht aller 1-1,5 Dekaden auftreten, neuerdings.
Und besagtes Brücklein ist ja nicht nur hochbetagt und einer, unvollständigen, Sprengung entronnen - es ist daher auch baulich in eher kritischem Zustand ... mit unsicherer Prognose.

Von daher, was war nochmal der Grund der Vertagung??

21.03.2019 07:09 Auf dem Teppich bleiben! 4

Kommentar zu jackblack

Ihre pauschale Kritik verstehe ich nicht. Wen halten Sie genau für unfähig und inkompetent? Den Rechtsstaat? Dass in einem solchen gegen Verwatungsentscheidungen geklagt werden kann, ist ja wohl eine Errungenschaft. Dass die neue Brücke später kommt, ist zwar ärgerlich, aber keine Katastrophe.


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