Im Auftrag der Stadt Magdeburg Studie zum "digitalen Lernen" während Corona-Lockdown veröffentlicht

Die Stadt Magdeburg hat Eltern befragt, mit welchem Aufwand sie ihre Kinder in der Corona-Zeit beim "digitalen Lernen" unterstützt haben. Auch andere Erfahrungen beim Homeschooling wurden ausgewertet. Dabei zeigte sich, dass die Eltern mit der Kommunikation zwischen Schülern und Lehrern unzufrieden sind.

Ein Mädchen mit einem Tablet
Fast alle befragten Haushalte verfügen über einen Internetanschluss, um "digitales Lernen" möglich zu machen. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Das Bildungsbüro der Landeshauptstadt Magdeburg hat eine Befragung zum "digitalen Lernen" durchgeführt. Insgesamt haben 457 Eltern von Kindern aus verschiedenen Schulformen und Klassenstufen teilgenommen. Mit der Befragung zum Homeschooling während des Corona-Lockdowns im Frühjahr 2020 will das Bildungsbüro klären, welche Voraussetzungen für ein besseres "digitales Lernen" nötig sind.

Arbeitsaufwand für Eltern und Kinder

Anhand der Studie kam heraus, dass die Schülerinnen und Schüler mehr Zeit als von den Schulen vorgesehen für die Aufgaben aufwenden müssen. Insgesamt verbrachten sie knapp vier Stunden pro Tag damit. Die Eltern unterstützten die Kinder täglich etwa 1,5 Stunden.

Die Schulaufgaben wurden hauptsächlich per Mail, über ausgewählte Onlineplattformen oder über die Homepage der Schule bereitgestellt. Dabei gab es für den größten Teil der Befragten keine Probleme. Die gelösten Aufgaben mussten anschließend von den Eltern kontrolliert werden. Etwa zwei Drittel der Befragten reichte die Aufgaben wieder in der Schule ein.

Einschätzung der Eltern laut bisherigen Erfahrungen

Der größte Teil der Eltern, genau 72 Prozent, halten "digitales Lernen" für sinnvoll. Jedoch ist die Hälfte der Eltern, die an der Befragung teilgenommen hat, mit der Umsetzung der Schule unzufrieden. Als Hauptprobleme werden der Einsatz von digitalen Tools und die Kommunikation durch die Lehrkräfte genannt. Mehr als 50 Prozent der Studienteilnehmer gab an, dass die Lehrerinnen und Lehrer nicht regelmäßig Kontakt mit den Kindern aufnahmen, um sich über den Lernfortschritt oder Schwierigkeiten beim Lösen der Aufgaben zu erkundigen.

Screenshot eines Podcasts, bei dem fünf Menschen per Video zugeschaltet sind. 88 min
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Änderungswünsche

Insgesamt wünschen sich die Eltern mehr Kommunikation zwischen Schülerinnen und Schülern und den Lehrkräften. Außerdem sei es wichtig, dass die Schulen sich mehr mit dem "digitalen Lernen" auseinandersetzen. Als Tipps für das Lernen zu Hause wurde mehrheitlich angegeben, dass die Strukturierung der Schultage, Feedback für die Kinder und der Austausch mit Lehrern und Lehrerinnen hilfreich ist.

Für die Eltern sei es auch wichtig, dass es klare Ansprechpartner bei technischen Problemen gibt. Die Hälfte der Teilnehmer an der Befragung gab an, dass sie nicht wisse, ob es Lösungsmöglichkeiten seitens der Schule gibt, wenn die technische Ausstattung fehlt.

Der Internetzugang sei in fast keinem Haushalt ein Problem. Jedoch verfügen lediglich knapp 30 Prozent über eine Webcam zu Hause. Auch andere Ressourcen, wie ein Drucker oder Scanner, fehlen in manchen Haushalten. In Bezug darauf erwarten die Eltern mehr Kommunikation.

Über die Studie

Die Befragung wurde in Zusammenarbeit mit dem Amt für Statistik, Wahlen und demografische Stadtentwicklung und dem Stadtelternrat der Landeshauptstadt Magdeburg durchgeführt. Insgesamt nahmen 457 Eltern von 604 Kindern und Jugendlichen teil. Die Befragung war freiwillig. Nach Informationen der Stadt Magdeburg sind weiterführende Untersuchungen geplant.

Quelle: MDR/vö

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