Schüler müssen sich Test unterziehen Tuberkulose-Fall in Berufsschule in Schönebeck

In einer Berufsschule in Schönebeck hat sich ein Schüler mit Tuberkulose infiziert. Seine Mitschüler müssen sich deshalb nun einem Test unterziehen. Der Schulalltag läuft aber ganz normal weiter, betont die Schulleitung. Unterdessen wurden in Sachsen-Anhalt dieses Jahr mehr Fälle von Tuberkulose registriert als im gesamten vorigen Jahr. Das Magdeburger Gesundheitsamt warnt aber vor Panikmache.

An einer Berufsschule in Schönebeck ist ein Fall von Tuberkulose nachgewiesen worden. Betroffen sei ein Schüler, teilte das Gesundheitsamt des Salzlandkreises mit. An der Schule lernen demnach insgesamt 1.200 Schüler. Drei Klassen und knapp 30 Menschen aus dem Umfeld des Infizierten müssten sich nun auf die Krankheit untersuchen lassen, hieß es.

Der Leiter der Berufsschule sagte MDR SACHSEN-ANHALT, dass der Fall schon Anfang August bekannt wurde. Das Thema sei aber noch aktuell, weil Mitschüler erst jetzt zu einem Test eingeladen worden seien. Der Schulalltag laufe aber normal weiter. Der Tuberkulose-Infizierte sei weiter in stationärer Behandlung und werde die Schule erst wieder besuchen, wenn er gesund sei. Es handele sich um einen Schüler im berufsvorbereitenden Jahr. Dieser strebe den Hauptschulabschluss an und sei noch schulpflichtig.

Viele Stunden in einem Raum mit Infiziertem Der Leiter des Gesundheitsamtes in Magdeburg, Eike Hennig, teilte MDR SACHSEN-ANHALT mit, dass bei einer Tuberkuloseerkrankung Menschen ermittelt werden, die sich viele Stunden in einem Raum mit dem Infizierten aufgehalten haben. Nach acht Wochen müssten sie sich dann einem Bluttest unterziehen. Es gebe zwar noch keinen "vernünftigen Impfstoff" gegen Tuberkulose. Die Erkrankung lässt sich Hennig zufolge aber gut mit Antibiotika in den Griff bekommen. Symptome für Tuberkulose sind demnach Husten, Fieber oder Müdigkeit.

Nach Angaben des Landesamts für Verbraucherschutz wurden in diesem Jahr bis Anfang Oktober 134 Erkrankungen gezählt. Das sind mehr Fälle als im gesamten vergangenen Jahr. Damals waren in Sachsen-Anhalt 129 Menschen an Tuberkulose erkrankt. 2015 wurden sogar 194 Fälle gezählt.

Erhöhte Zahl von Tuberkulose-Fällen unter Asylsuchenden

In Deutschland war Tuberkulose bis nach dem Zweiten Weltkrieg noch weit verbreitet, mittlerweile sind solche Fälle sehr selten. Jedoch registrieren die Behörden seit 2013 einen Anstieg der gemeldeten Erkrankungsfälle. Offensichtlich gibt es einen Zusammenhang zur erhöhten Zahl an Asylsuchenden in Deutschland. Viele Infizierte sind nicht in Deutschland geboren, 2015 waren es 70 Prozent.

Aus den Daten des Robert Koch-Instituts geht zudem hervor, dass eine vergleichsweise erhöhte Häufigkeit von Tuberkulose-Fällen bei Asylsuchenden aus den ostafrikanischen Ländern Eritrea und Somalia festgestellt wurde. Die Zahl der Tuberkulosefälle war auch in Sachsen-Anhalt vorübergehend deutlich gestiegen. 2015 wurden 194 Fälle gezählt. Vor allem bei Asylbewerbern wurde die Krankheit häufig festgestellt.

Tuberkulose in Deutschland Die Wahrscheinlichkeit, sich in Deutschland mit Tuberkulose anzustecken, liegt nach Angaben des Magdeburger Gesundheitsamtes bei gerade einmal 0,01 Prozent. Dass Tuberkulose im Zuge der Flüchtlingsbewegung in einer besonderen Größenordnung zurückkehre, ist nach Angaben von Leiter Eike Hennig aber nicht der Fall. Jährlich gebe es in Deutschland etwa 6.000 Neuerkrankungen. "Damit lässt sich umgehen als Gesundheitsbehörde", sagte Hennig. In den 90er Jahren seien es noch um die 12.000 Neuerkrankungen gewesen.

In Magdeburg habe es im laufenden Jahr 12 Erkrankungen gegeben. "Das bringt mich seuchenhygienisch nicht aus der Ruhe", sagte Hennig.

Tuberkulose zählt zu häufigsten Infektionskrankheiten

Laut Robert-Koch-Institut zählt die weltweit verbreitete Tuberkulose neben HIV/AIDS und Malaria zu den häufigsten Infektionskrankheiten. Übertragen wird Tuberkulose per Tröpfcheninfektion. Die Infektionserkrankung betrifft in den meisten Fällen die Lunge. Nicht von allen Erkrankten geht eine Ansteckungsgefahr aus. Die Krankheit wird mit einer Kombination von Medikamenten behandelt. Die Therapie dauert sechs Monate und führt in den meisten Fällen zur Heilung.

Quelle: MDR/fw,ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 17. Oktober 2018 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Oktober 2018, 09:47 Uhr

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3 Kommentare

20.10.2018 20:17 Einer aus der Frühschicht 3

@ 1 K.Morasch: Bitte belegen Sie ihre Aussage: "Genau dieder Zusammenhang wurde vor kurzem noch wehement von Ärzten und vielen Medien bestritten!" mit der entsprechenden Quellenangabe.
30 Prozent der Infizierten sind aber in Deutschland geboren. Wo stammt die TBC da her? Und eines zum Schluß, so bedauerlich die Erkrankung ist: Die Wahrscheinlichkeit, sich in Deutschland mit Tuberkulose anzustecken, liegt nach Angaben des Magdeburger Gesundheitsamtes bei gerade einmal 0,01 Prozent. Dass Tuberkulose im Zuge der Flüchtlingsbewegung in einer besonderen Größenordnung zurückkehre, ist nach Angaben von Leiter Eike Hennig aber nicht der Fall.

18.10.2018 09:07 Leo-Armine 2

Hatte ich selbst schon. - Was einem dann beinahe ählich zusetzt, ist die Reaktion im Umfeld. Also bitte: Ball flachhalten. zum Test gehen und dem Betroffenen gute Genesung wünschen.

18.10.2018 09:00 K.Morasch 1

Zitat: "Offensichtlich gibt es einen Zusammenhang zur erhöhten Zahl an Asylsuchenden in Deutschland. Viele Infizierte sind nicht in Deutschland geboren, 2015 waren es 70 Prozent."

Genau dieder Zusammenhang wurde vor kurzem noch wehement von Ärzten und vielen Medien bestritten!

Nur noch lächerlich alles!