Prof. Dr. Hans-Jochen Heinze, Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirates Universitätsmedizin Niedersachsen
Der Ärztliche Direkter Hans-Jochen Heinze beklagt, dass die Landesregierung nicht genug in die Uniklinik Magdeburg investiert hat. Bildrechte: imago/Hubert Jelinek

Ärztlicher Direktor Hans-Jochen Heinze Uniklinik Magdeburg beklagt "brutale Unterfinanzierung"

Jahrelang sei in die Uniklinik Magdeburg zu wenig investiert worden. Das wirft der Ärztliche Direktor der Landesregierung vor. Dadurch werde es schwierig, bundesweit konkurrenzfähig zu bleiben und Fachkräfte anzuziehen.

Prof. Dr. Hans-Jochen Heinze, Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirates Universitätsmedizin Niedersachsen
Der Ärztliche Direkter Hans-Jochen Heinze beklagt, dass die Landesregierung nicht genug in die Uniklinik Magdeburg investiert hat. Bildrechte: imago/Hubert Jelinek

Die Magdeburger Universitätsklinik wirft der Landesregierung schwere Versäumnisse bei der Finanzierung vor. Der Ärztliche Direktor der Klinik, Hans-Jochen Heinze, sprach von einer "brutalen Unterfinanzierung". Das sei inakzeptabel, sagte er MDR SACHSEN-ANHALT.

Heinze wies darauf hin, dass der Landesrechnungshof schon 2014 festgestellt habe, dass es der Uniklinik massiv an Geld fehle. "Wir sind ein High-Tech-Unternehmen mit 350 Millionen Euro Umsatz. Das Land hätte die Aufgabe, jährlich zehn Prozent davon zu investieren. Leider wurde über viele Jahre hinweg überhaupt nicht investiert. So hungert man eine Klinik kaputt", sagte Heinze. "Wenn wir bei Lehre, Forschung und Krankenversorgung auf bundesdeutschem Niveau mitspielen wollen, muss in Gebäude und Geräte investiert werden, so wie es andere Länder auch machen.

Wenn das Land will, dass neueste Forschungsergebnisse in Therapien übergehen, muss es uns adäquat ausrüsten.

Hans-Jochen Heinze, Ärztlicher Direktor Uniklinik Magdeburg

Politik hat Probleme nicht ernst genommen

Die Notaufnahme der Uniklinik in Magdeburg.
Die Uniklinik Magdeburg werde kaputtgespart, sagt Heinze. Bildrechte: MDR/ André Plaul

Heinze verwies auch auf den Zusammenhang mit dem Problem Fachkräftemangel. "Bei den Unikliniken in Hannover, Göttingen und Hamburg wird derzeit fast je eine Milliarde Euro verbaut – wie sollen wir da mithalten bei Ärzten und Pflegern? Wir müssen uns um die besten Köpfe bemühen. Die Menschen gehen da hin, wo es die besten Arbeitsbedingungen gibt." Bis 2013 sei die Uniklinik Magdeburg auf gutem Niveau gewesen. Die Politik habe die Probleme aber nicht ernst genommen und nicht geschaut, wie es andere Länder machten.

Nach Ansicht des ärztlichen Direktors wird in Magdeburg trotzdem "hervorragend gearbeitet mit engagierten und hochqualifizierten Ärzten und Pflegekräften." Nach Heinzes Worten geht es um "die Zukunft dieser fantastischen Einrichtung, die weit über die Grenzen Sachsen-Anhalts hinaus exzellente Medizin macht."

Diskussion um Unikliniken in Magdeburg und Halle

Heinze geht von einer Gesamtsumme von 800 Millionen Euro aus, die in die Universitätsklinik investiert werden müsste. Die Uniklinik Magdeburg könnte in diesem Jahr einen Verlust von 27 Millionen Euro einfahren. Daher wird im Landtag derzeit diskutiert, wie sich das Land sowohl die Uniklinik in Magdeburg als auch die in Halle leisten kann.

Quelle: MDR/mh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 21. Mai 2019 | 15:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Mai 2019, 16:05 Uhr

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3 Kommentare

22.05.2019 16:05 Christoph 3

Man muss aber mal unterscheiden das die anderen Krankenhäuser privat sind und nur auf Profit aus sind. Ein Universitätsklinikum muss kein Plus erwirtschaften. Sie haben den Auftrag der Lehre und der Forschung. Das haben andere Krankenhäuser nicht. Daher sollte man das mal differenzieren. Die Hochschulmedizin im gesamten Bundesland sind komplett unterfinanziert.

21.05.2019 18:57 Beton 2

Den Investitionsstau haben doch viele Krankenhäuser im Land. Die Unikliniken sind doch nur die vermeintlich prominente Spitze des Eisberges und rufen am Lautesten.

Gibt es irgendwo eine Statistik zur Entwicklung der jährlichen Investionszuschüssen des Landes an die Kliniken insgesamt?

21.05.2019 16:58 hannelore otto 1

Es ist eine Schande, dass die Krankenhäuser in eine solche Situation gezwungen werden. Gesundheit ist das höchste Gut. Die Kosten der Behandlung sowie die Unterbringung sollten immer gedeckt sein. Wer ist nur auf die schwachsinnige Idee gekommen, das ein Krankenhaus und erst recht eine Uniklinik wirtschaftlich sein muß? Dem gegenüber werden Banken, wie jetzt die NordLB mit Milliarden gerettet. ..Das Geld hätten die Krankenhäuser und Kliniken mit den Patienten dringender verdient und nicht dieses marode Geldinstitut. Ich fordere ein notwendiges Umdenken unserer Regierung.