Vorbereitung für den Ernstfall Unikliniken bereiten sich auf das Coronavirus vor

In Deutschland sind die ersten Fälle des Coronavirus bestätigt worden. Sollte sich das Virus bis nach Sachsen-Anhalt ausbreiten, wollen die Universitätskliniken in Halle und Magdeburg vorbereitet sein.

Intensivstation
Im Ernstfall müssen genügend Krankenhausbetten zur Verfügung stehen. (Symbolbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Unikliniken in Sachsen-Anhalt bereiten sich auf das Coronavirus vor. Der Magdeburger Mikrobiologe Achim Kaasch sagte MDR SACHSEN-ANHALT, es gebe das Virus in Mitteldeutschland zwar noch nicht, allerdings müsse man sich nun auf eine neue Situation einstellen: "Bisher war die Strategie, das Virus in anderen Ländern einzudämmen. Jetzt müssen wir uns darauf einstellen, dass es plötzlich auch bei uns auftreten kann."

Der Universitäts-Professor betonte, man könne sich auf eine Pandemie-Situation im eigenen Wohnort vorbereiten. Jeder habe die Möglichkeit, das eigene Erkrankungsrisiko zu minimieren, indem er zum Beispiel aufs Händeschütteln verzichte: "Das Virus hält sich nicht an Grenzen und Nationalitäten. Insofern müssen wir vorbereitet sein, dass es plötzlich hier in der Region auftaucht."

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Coronavirus unter dem Mikroskop
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Verzicht auf Händeschütteln – Hygiene schützt vor Virus

Prof. Kaasch
Achim Kaasch ist ist Direktor des Instituts für Krankenhaushygiene an der Uni Magdeburg. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nach den Worten Kaaschs ist noch nicht bekannt, wie sich das neuartige Coronavirus bei unterschiedlichen Temperaturen und klimatischen Bedingungen verhält. Kaasch ist Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene an der Universität Magdeburg. Das Institut ist zuständig für die Hygiene im Uniklinikum. Bereits Ende Januar hatte Kaasch die zu treffenden Vorkehrungen im Hinblick auf das Coronavirus mit denen für das Grippevirus verglichen. Die Vorkehrungen seien ähnlich.

Halle gut vorbereitet

Der ärztliche Direktor der Uniklinik Halle, Thomas Moesta, sieht sein Haus auf die Ankunft des Virus gut vorbereitet. Moesta sagte MDR SACHSEN-ANHALT, die Klinik könne in ihrem virologisch-mikrobiologischen Labor Patienten auf das Coronavirus testen. Das sei auch in einer großen Anzahl möglich. Außerdem habe die Hallesche Uniklinik "mit Atemschutzmasken etc. Vorsorge getragen, dass wir auch, wenn der Markt die gar nicht mehr hergibt, entsprechend ausgestattet sind."

Erkrankte werden sofort isoliert

Laut Gesundheits- und Veterinäramt liegt für den Ernstfall ein Pandemieplan vor. Dabei orientiere man sich an vergangenen Pandemien wie der Schweinegrippe. Allerdings sei die Planung schwierig, da man nicht genau weiß, wie schwer die Krankheit ist – man habe keine Daten aus China.

Potenziell Erkrankte würden in den Unikliniken direkt vom Rettungsdienst in ein Isolierzimmer gebracht werden. Jeder Verdachtsfall werde behandelt und isoliert, auch Kontaktpersonen müssten isoliert werden.

Coronavirus in Deutschland

Der Erreger ist inzwischen zum ersten Mal in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg aufgetreten. Die EU-Gesundheitsminister hatten am Abend beschlossen, dass trotz der Lage in Italien die Grenzen zu den Nachbarländern vorerst geöffnet bleiben.

Bereits im Januar wurden in Sachsen-Anhalt Verdachtsfälle auf das Coronavirus gemeldet. Diese hatten sich aber nicht bestätigt.

Quelle: MDR/mx

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | MDR SACHSEN-ANHALT | 26. Februar 2020 | 07:00 Uhr

2 Kommentare

ottovonG vor 29 Wochen

Der Tipp ist übrigesn auch nicht real, was nützt es den hausarzt anzurufen und was sol der dann entscheiden. Er wird sagen wenn sie denken Corona-Virus zu haben, dann gehen sie in die Notaufnahme. Die Symtome sind wie bei einer Grippe,keiner kann es von außen unterscheiden und die Leute können schon 2 Wochen vor den Symptomen infektiös sein.
Es gibt keine Katastrophen-Pläne und keine Vorsorge des Landes oder Bundes. China baut in 2 Wochen neue Krankenhäuser, in Sachsen Anhalt bekommt man in 10 Jahren keine neues Krankenhaus aus dem Boden gestampft.
Mit Corona-Virus lässt sich schlecht Geld verdienen udn nur drauf ist die Karnkenhauslandschaft heutzutage ausgelegt. Das zeigen schon die Bertelsmannstudien, die jede 2. Klinik schließen möchten. Was für Experten.

ottovonG vor 29 Wochen

Wollen vorbereitet sein ist die richtige Wortwahl, aber sie sind es nicht. Mit Schuld daran 1,5 Milliarden Investitionsstau. Es gibt weder genug FFP3 Masken für alle Mitarbeiter noch für die Bevölkerung, das war aber schon in den letzten Grippewellen so und lange bekannt. Dazu eklatanter Personalmangel und unterbesetzte Notaufnahmen, wie in magdeburg, die nur komissarisch geführt werden oder dauerstreikende Ameos Kliniken, nicht genug ITS Betten, Mangel an Antibiotika, die seit Jahren nur noch in China produziert werden und jetzt vor Ort gebraucht werden.
Dafür werden für 10 tausende Euro alberne Werbevideos gedreht und Personal anzulocken, die mit der Wertschätzung vor Ort absolut nichts zu tun haben. Die Krankenhauslandsacht in Sachsen Anhalt war schon vor Corona-Virus ein Sterbefall.

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