Die Elbe in Magdeburg mit Blick auf den Strombrückenzug und den Dom
Seit Monaten in Verzug: Der Bau der neuen Magdeburger Strombrücke Bildrechte: MDR/Hanns-Georg Unger

Bieterstreit Urteil verschoben: Neue Strombrücke Magdeburg wird immer teurer

In Magdeburg liegen die Pläne für den Bau der neuen Strombrücke weiter auf Eis. Die Gerichtsentscheidung zu dem Bieterstreit um die Vergabe des Projekts sind auf März verschoben worden. Die Stadt befürchtet, dass die Kosten nun weiter steigen.

Die Elbe in Magdeburg mit Blick auf den Strombrückenzug und den Dom
Seit Monaten in Verzug: Der Bau der neuen Magdeburger Strombrücke Bildrechte: MDR/Hanns-Georg Unger

Der Bieterstreit zwischen zwei Bauunternehmen um den geplanten Neubau der Magdeburger Strombrücke zieht sich weiter in die Länge. Am Oberlandesgericht Düsseldorf wurde am Mittwoch erneut über den Fall verhandelt. Ein Sprecher sagte MDR SACHSEN-ANHALT, das Gericht werde das Urteil nicht vor dem 20. März fällen.

Kosten drohen zu steigen

Lutz Trümper
Lutz Trümper, Oberbürgermeister Magdeburg Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper sagte MDR SACHSEN-ANHALT, das Gericht habe seine Bewertung der bisherigen Sachlage abgegeben. Aus der könnte man schließen, dass das Oberlandesgericht Düsseldorf ähnlich entscheiden werde, wie die Vergabekammer Bonn, so Trümper. "Aber sicher ist das erst, wenn wir das schriftliche Urteil am 20. März haben." Bis dahin müsse man sich gedulden.

Warum wird der Fall am Oberlandesgericht Düsseldorf verhandelt und was wurde vorab in Bonn entschieden?

Der Widerspruch des zweitplatzierten Bieters HOCHTIEF ist zunächst von der Landeskammer in Halle geprüft worden. Weil der Auftrag nicht nur aus Landes-, sondern auch aus Bundesmitteln finanziert wird, musste dieser an die Vergabekammer des Bundes übergeben werden. Diese hat ihren Sitz in Bonn und gehört zum Bundeskartellamt. Die Vergabekammer in Bonn stoppte die Vergabe des Auftrages an den erstplatzierten Bieter Züblin. Dieser klagte wiederum vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf, wo der Fall aktuell verhandelt wird.

Trümper zufolge droht wegen des Streits eine weitere Kostensteigerung des Bauprojekts. "Und das zahlt am Ende der Steuerzahler." Wie hoch die Mehrkosten sein werden, konnte der Oberbürgermeister noch nicht sagen. "Das hängt davon ab, wie mit der Firma gesprochen wird. Aber das haben wir nicht in der eigenen Hand", so Trümper. Der bei der Ausschreibung angebotene Preis sei nach einem Jahr nicht mehr hundertprozentig gültig.

Bieterstreit seit Monaten

Hintergrund des Strombrückenstreits ist, dass der im Ausschreibungsverfahren unterlegene Baukonzern HOCHTIEF eine Nachprüfung gefordert hatte. Die Stadt hatte sich für den günstigsten Anbieter Züblin entschieden. Der Rechtsstreit um den Umbau zieht sich schon seit Monaten hin. Das Oberlandesgericht in Düsseldorf soll entscheiden, welches Bauunternehmen den Auftrag bekommt. Ursprünglich sollte mit dem Bau des neuen Strombrückenzugs bereits im vergangenen Sommer begonnen werden.

Quelle: MDR/pat

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 13. Februar 2019 | 17:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Februar 2019, 20:06 Uhr

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11 Kommentare

15.02.2019 19:34 lummox 11

na nu lassen se ma den trümper in ruhe, wenn der otto-bürjer nich zur oberbürjermeisterwahl aus'n knick kommt wer hat denn da den zug verpaßt?

15.02.2019 09:43 böse-zunge 10

hallo altmärker, seit den frühen 90ern besuche ich die Stadtratssitzungen (als man noch neben den Vertretern der Bevölkerung in Stuhlreihen saß).
Ich erspare mir den Vergleich von Besprochenem und Erreichtem (Firmen-/Beschäftigtenverluste, IKEA, Flugplatz - und aus vielen anderen Gründen).
Eine Pontonbrücke IST sachlich die schnellst errichtbare Brücke.
Und, da die Trassierung parallel zur Schönebecker entlang der Gleise immer noch "hängt", ist auch dieser gegenwärtige Querungsentwurf noch weit entfernt von "fertig gebaut".
Ein, ähnlich der Umflut, "weiter" gedachter Ansatz (Verlängerung des Tunnels nach Ostelbien mit Anbindung des Schleinufers und der Parkhäuser und Austritt am Heumarkt) wurde nie ernsthaft von den Räten diskutiert - obwohl der Preis von Minitunnel und Brückenprojekt sich in Summe langsam nähern und diese wohl noch übertreffen werden.

15.02.2019 03:47 altmärker 9

@böse-zunge
völlig unsachlich, mal informieren!
seit jahren wird hin und wieder im stadtrat über den dritten elbübergang diskutiert,
letztmals erst vor einigen tagen, vorstellungen liegen vor, deshalb mein "forcieren".
@Jenny
sehe ich auch so, die strombrücke wird irgendwann gesperrt.
dann wird auf den umwelschutz gesch...(ist sowieso nicht mehr nötig, da es schon 10 nach 12 ist)
und der verkehr geht auch über die sternbrücke(@Herr Stecyk: am bonzenviertel vorbei).