Gericht hat entschieden Strombrücke in Magdeburg: Stadt muss Auftrag neu vergeben

Seit Jahren wird der Neubau der Magdeburger Strombrücke geplant, gebaut wird aber noch nicht. Denn zwei Baufirmen waren im Streit darum, wer denn nun bauen darf, vor Gericht gelandet – und zwar in Düsseldorf. Dort hat das Oberlandesgericht am Mittwoch entschieden: Wer die Brücke bauen darf, muss neu entschieden werden.

Strombrückenzug
So soll der neue Strombrückenzug in Magdeburg später einmal aussehen. Bildrechte: Bauwerksentwürfe Leonhardt, Andrä und Partner und VI-EX Visualisierung

Die Stadt Magdeburg muss neu entscheiden, welche Baufirma den Strombrückenzug baut. Das hat das Oberlandesgericht in Düsseldorf am Mittwoch entschieden. Eine Gerichtssprecherin sagte, das Gericht habe keiner der streitenden Baufirmen den Zuschlag erteilt. Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT folgten die Richter der Auffassung des Hochtief-Konzerns, der bei der Vergabe des Auftrags unterlegen war.

Hochtief hatte beklagt, die Referenzen von Züblin/Strabag würden nicht ausreichen. Züblin/Strabag war im Dezember 2017 von der Stadt mit dem Bau der Strombrücke beauftragt worden.

Ob die Stadt Magdeburg das Ausschreibungsverfahren nun komplett neu ausrollt oder den Zuschlag an den ursprünglich unterlegenen Bieter Hochtief erteilen wird, ist noch unklar. Eine Sprecherin der Stadt Magdeburg sagte MDR SACHSEN-ANHALT, man werde sich am Mittwoch nicht zu der Entscheidung des Gerichts äußern – sondern erst, wenn das Urteil schriftlich vorliege. Sollte die Stadt den Bau noch einmal komplett neu ausschreiben, würde sich der Bau des neuen Strombrückenzugs weiter verzögern.

Warum der Fall in Düsseldorf verhandelt wurde

Der Widerspruch des zweitplatzierten Bieters Hochtief ist zunächst von der Landeskammer in Halle geprüft worden. Weil der Auftrag nicht nur aus Landes-, sondern auch aus Bundesmitteln finanziert wird, musste dieser an die Vergabekammer des Bundes übergeben werden. Diese hat ihren Sitz in Bonn und gehört zum Bundeskartellamt. Die Vergabekammer in Bonn stoppte die Vergabe des Auftrages an den erstplatzierten Bieter Züblin. Dieser klagte wiederum vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf, wo der Fall aktuell verhandelt wird.

Hintergrund des Strombrückenstreits ist, dass der im Ausschreibungsverfahren unterlegene Baukonzern Hochtief eine Nachprüfung gefordert hatte. Die Stadt hatte sich für den günstigsten Anbieter Züblin entschieden. Der Rechtsstreit um den Umbau zog sich über Monate. Eigentlich hatte bereits im Sommer 2018 mit dem Bau des neuen Strombrückenzugs begonnen werden sollen.

Das geplante Bauwerk soll die bestehende Strombrücke verlängern und die hochwassergeschädigte Anna-Ebert-Brücke vom Verkehr entlasten. Dafür sind auch Hochwasserhilfen des Bundes vorgesehen.

Quelle: MDR/ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 17. April 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. April 2019, 17:14 Uhr

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7 Kommentare

19.04.2019 09:00 kein Otto 7

@jackblack, man kann jedenfalls nicht sagen, daß die Tunnelbauer langsam sind. Ich habe eher den Eindruck, die klotzen richtig ran. Diese Wette könnten sie durchaus gewinnen. ;)

19.04.2019 08:08 jackblack 6

Frohe Ostern Max, also erstmal ist mein Kommentar kein Unsinn sondern sehr verkürzt, aber ich gebe Ihnen recht, mit der Einflussnahme der Politik auf Bauvorhaben, sogenannte Berater und das Fehlen WIRKLICHER Fachkräfte bzw. Ingenieure sehen wir , dass LEIDER vom einstigen Hochtechnologieland kaum noch etwas übrig ist, und das bezieht sich nicht nur aus Sa Anh. sondern auf ehemals Made in Germany.

18.04.2019 20:54 fjtferry 5

Was nützen Ausschreibungen? Die Firmen gehen doch immer unter Preis ran, da sie dann über Nachträge, Bauverzögerungen und unvorhersehbarer Ereignisse sich dann das Geld holen. Hoffe es sind genug Rücklagen für den Bau gebildet worden. Die Brücke wir um ein Vielfaches teurer wie veranschlagt. Nur ein Beispiel: Der Tunnelbau in Magdeburg. Welch ein Schelm der da nicht eine Taktik hinter vermutet!

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