Einkaufsfestival "Offline" Magdeburg Verdi klagt gegen erlaubte Sonntagsöffnung

Die Gewerkschaft Verdi klagt gegen erlaubte Sonder-Öffnungszeiten für Geschäfte in Magdeburg an einem Wochenende Mitte September. Mehrere Händler laden dann zum so genannten "Offline"-Festival mit Musik, Mode und Lesungen in die Innenstadt ein.

Blick in die leere Einkaufsmall vom Allee Center Magdeburg.
Wegen Corona ist das Allee-Center in Magdeburg lange komplett leer gewesen. Bildrechte: dpa

Die Gewerkschaft Verdi wehrt sich gegen die Pläne von Einzelhändlern, am Sonntag in Magdeburg ihre Geschäfte zu öffnen. Die Dienstleistungsgewerkschaft teilte mit, dass beim Verwaltungsgericht Magdeburg Klage eingereicht wurde.

In der Magdeburger Innenstadt wollen am Sonnabend, dem 12. September, und insbesondere am Sonntag, dem 13. September, mehrere Geschäfte und Restaurants öffnen. Sie laden zum so genannten "Offline"-Festival mit Musik, Mode und Lesungen ein.

Festival in der Innenstadt geplant

Für das Offline-Festival hatte das Landesverwaltungsamt am 24. August eine Allgemeinverfügung ausgestellt. Sie erlaubt es Läden, die sich in der Innenstadt befinden – also zwischen Walther-Rathenau-Straße und Höhe Hasselbachplatz – am Sonntag zwischen 13 und 18 Uhr zu öffnen.

In der Verfügung heißt es unter anderem, die erlaubte Sonntagsöffnung sei als flankierende Maßnahme notwendig, die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie abzuschwächen. Es werde zudem eine "Entzerrung des Besucherandranges an den Bühnen des Offline-Festivals Magdeburg erreicht". Bei Einhaltung der Hygienevorschriften werde so auch ein Beitrag zur Verringerung der Ansteckungsgefahr geleistet.

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Verdi: Beschäftigte sind besonderen Belastungen ausgesetzt

Verdi argumentierte hingegen, der der freie Sonntag sei verfassungsrechtlich geschützt. Ihn aufzuheben, um den innerstädtischen Handel zu beleben, sei keine gute Idee. Dafür sei von Montag bis Sonnabend ausreichend Zeit.

Verdi-Landesbezirksfachbereichsleiter für den Bereich Handel, Jörg Lauenroth-Mago, erklärte: "Gerade in der aktuellen Situation der Corona-Pandemie sind Beschäftigte im Handel besonderen Belastungen ausgesetzt." Dazu würden der Stress gehören, auf die Einhaltung der Hygienevorschriften zu achten, und gleichzeitig die Angst, sich gegebenenfalls selber mit Covid-19 anzustecken.

Quelle: MDR/jh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 31. August 2020 | 14:00 Uhr

6 Kommentare

klarimkopf vor 12 Wochen

Die selbstherrlichen verdi-Funktionäre sollten froh sein, wenn sich die Händler solche Aktionen auch zur Arbeitsplatzsicherung der Beschäftigten einfallen lassen. Aber nein , es wird wie üblich herumgetrotzt. Das geht doch der Kundschaft und dem Bürger, der sich gerade jetzt mal wieder ein paar lockere Events wünscht, einfach nur auf den Zeiger. Andere müssen auch regelmäßig Sonntags arbeiten. Warum der Handel nicht wenigstens ein paar mal im Jahr?
Reine Wichtigtuerei der verdi-Nomenklatura!

ElBuffo vor 12 Wochen

Das schließt natürlich nicht aus, dass sich gerade die gut bezahlten, gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter in Einzelhandel dann doch immer wieder äußerst schwer tun, wenn die Filiale dann geschlossen wird.

statusquo vor 12 Wochen

Das ist schon ein zweiseitiges Schwert. Eigentlich braucht es die Sonntags Öffnungszeiten nicht. Die großen Kaufhausketten machen sicher auch in Corona Zeiten guten Umsatz. Bei den Online Riesen gibt es überhaupt keine Schließzeiten, es gibt alles rund um die Uhr und die Ware wird meistens noch kostenlos geliefert. Bei den kleinen Selbstständigen sieht die Sache schon ganz anders aus. Die kämpfen ums Überleben. Wenn man durch die Innenstädte spaziert, kann einem Angst u. Bange werden. Der Leerstand, selbst in besten Lagen, wird immer größer. Ich habe die Befürchtung, die gut ausgebildeten Verkäufer/innen wird bald keiner mehr brauchen. Schuld sind wir alle selber, mit unserer großen Bequemlichkeit.

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