"Kulturanker" bei Weltblumenausstellung Magdeburger Verein bringt Bauhaus nach Taiwan

Ein Bambus-Kubus im Bauhausstil: Damit vertritt der Magdeburger Verein "Kulturanker" in diesem Jahr Deutschland auf der Weltblumenausstellung in Taiwan. Eine Aufgabe, die nur mit vielen Freiwilligen zu stemmen ist. Um auch die Magdeburger an der Ausstellung teilhaben zu lassen, steht seit Dienstag ein nachgebauter Kubus im Elbauenpark.

von Sarah Peinelt, MDR SACHSEN-ANHALT

Ein Kubus aus Bambus im Elbauenpark in Magdeburg
Neu im Elbauenpark in Magdeburg: Ein Kubus aus Bambus. Eine Nummer größer soll dieser demnächst auf der Weltblumenausstellung in Taiwan zu sehen sein. Bildrechte: MDR/Sarah Peinelt

Manfred Gramer ist ein Macher und mit Blumen hat er nicht viel am Hut. Trotzdem geht es für ihn zu einer der größten Pflanzenausstellungen der Welt. Denn Manfred Gramer hat "Hummeln im Hintern".

Der junge Mann mit Capy kniet auf einer Wiese im Elbauenpark in Magdeburg. Dort ragen mehrere Bambusstangen in die Höhe, zusammengehalten werden sie von Kabelbindern. Die Stangen bilden einen Kubus. Umrandet wird der von frischer Erde und weil Manfred Gramer gerade keine Harke findet, glättet er eben mit den Händen den Boden. "Hier kommen dann noch Kräuter rein", sagt der 32-Jährige nebenbei. Das war vor knapp einer Woche.

Ein Mann baut an einem Würfel aus Bambus.
Der Kubus im Elbauenpark steht. Als nächstes baut Manfred Gramer den "Richtigen" in Taiwan. Bildrechte: MDR/Sarah Peinelt

Der Kleine in Magdeburg, der Große in Taiwan

Wenige Tage später ist der Kubus fertig: Bilder hängen an den Säulen, die Blumen stehen an ihrem Platz. Manfred Gramer und sein Team haben es mal wieder geschafft – pünktlich zur Präsentation des Kunstwerks. Für sie geht es nun weiter zum eigentlichen Projekt: der "World Flora Exposition" in Taiwan.

In Magdeburg steht nämlich nur ein Abbild von dem, was in Taiwan geplant ist: ein 300 Quadratmeter großer und begehbarer Kubus. Denn der Magdeburger Verein "Kulturanker" vertritt in diesem Jahr Deutschland auf der Weltblumenausstellung – natürlich mit einer klassischen Idee aus Sachsen-Anhalt.

Bauhaus auf der Weltblumenausstellung

"Nächstes Jahr feiern wir 100 Jahre Bauhaus. Damit gehen wir über die Grenzen, nach Taiwan", sagt Manfred Gramer voller Euphorie. Bereits seit fast einem Jahr sitzt der Schönebecker mit 14 weiteren Freiwilligen an den Plänen für die Ausstellung. In wenigen Tagen geht es für ihn knapp 10.000 Kilometer gen Osten in die Metropole Taichung. Knapp zwei Monate bleiben den Freiwilligen dann, um den "großen" Kubus pünktlich zum Start der Ausstellung im November zu bauen.

In dem Kubus finden sich Ideen des Bauhauses wieder, erklärt Stephan Murer, der die Leitung für den künstlerischen Bereich übernommen hat. "Der Kubus ist eine klassische Form aus dem Bauhaus." Bei dem Stil gehe es um ökonomisches und ökologisches Bauen. Diese Ideen haben sie auf ihr Projekt übertragen.

Kubus im Bauhausstil Der "Kleine" im Magdeburger Elbauenpark

Ein Kubus aus Bambus im Elbauenpark.
Im Elbauenpark in Magdeburg gibt es seit Dienstag etwas Neues zu entdecken: Ein Kubus aus Bambus. Bildrechte: MDR/Sarah Peinelt
Ein Kubus aus Bambus im Elbauenpark.
Im Elbauenpark in Magdeburg gibt es seit Dienstag etwas Neues zu entdecken: Ein Kubus aus Bambus. Bildrechte: MDR/Sarah Peinelt
Drei Personen stehen vor einer Informationstafel.
Projektleiter Manfred Gramer vom Magdeburger Verein "Kulturanker" erklärt, dass der Kubus ein Nachbau ist. Auf der diesjährigen Weltblumenausstellung in Taiwan soll ein größerer Kubus zu sehen sein. Bildrechte: MDR/Sarah Peinelt
Ein Kubus aus Bambus im Elbauenpark.
Bei der Ausstellung in der taiwanesischen Metropole Taichung vertritt der Magdeburger Verein ganz Deutschland. Bildrechte: MDR/Sarah Peinelt
Eine Informationstafel.
Damit sich auch die Sachsen-Anhalter ein Bild machen können: Ein QR-Code auf der Info-Tafel führt zu einer Live-Übertragung aus Taiwan. Bildrechte: MDR/Sarah Peinelt
Ein Mann baut an einem Würfel aus Bambus.
Einige Tage vorher: Noch steht nur das "Gerüst". Die Bilder der Künstler und die Blumen fehlen noch. Bildrechte: MDR/Sarah Peinelt
Ein Mann misst mit einem Zollstock.
Damit alles rechtzeitig fertig wird, ist Manfred Gramer noch fleißig am Werkeln. Bildrechte: MDR/Sarah Peinelt
Ein Mann hält ein Stück Bambus in der Hand.
Der Kubus ist aus Bambus, da er in Taiwan als traditionelles Baumittel gilt. Bildrechte: MDR/Sarah Peinelt
Ein Mann schleift Bambus.
Beim Sägen mit einer einfachen Säge splittert das Bambus. Daher muss Manfred Gramer nachschleifen. Das Bambus, das für den Kubus in Taiwan verwendet wird, wird allerdings mit einer sehr scharfen Säge – einer Japansäge – geschnitten. Dann gibt es keine Splitter. Bildrechte: MDR/Sarah Peinelt
Menschen besichtigen eine Baustelle.
Ortswechsel: Hier auf der Ausstellungsfläche in Taichung soll der Kubus im September aufgebaut werden. Bildrechte: Markus Seifert
Modellplan für einen Kubus.
Und so soll der Kubus zur Ausstellungseröffnung im November aussehen.

Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 04. September 2018 | 12:30 Uhr

Quelle: MDR/sp
Bildrechte: Markus Seifert
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Kulturellen Austausch fördern

Mit der Teilnahme an einer internationalen Ausstellung, zu der mehrere Millionen Besucher erwartet werden, erhofft sich der "Kulturanker" positive Auswirkungen auf Sachsen-Anhalt. Vereinsvorsitzender Karsten Steinmetz betont: "Touristisch wird es einen unglaublich wichtigen Wert haben." Doch hoffe er auch darauf, dass ein Austausch zwischen den verschiedenen Kulturen entstehe. "Für die Beziehung zwischen Magdeburg, Sachsen-Anhalt oder Deutschland und Taiwan wird es viel bringen",  ist er sich sicher.

Damit sich auch die Menschen hier im Land ein Bild von der Ausstellung machen können, hat der Verein den Kubus im Elbauenpark nachgebaut. Außerdem wird eine Kamera mit Live-Übertragung eingerichtet. Für den "Kulturanker" ist die Teilnahme laut Vorsitzenden Steinmetz "eine riesen Nummer". Ohne finanzielle Hilfe von Sponsoren und Freiwillige wie Manfred Gramer wäre das nicht zu stemmen.

Vor dem Verein liegen also arbeitsreiche Wochen, wobei Manfred Gramer alles sehr entspannt sieht. "Das fühlt sich nicht nach Arbeit an", sagt er und lacht. Ein wenig aufgeregt sei er zwar, aber auch sehr fokussiert und ziemlich im "Flow". Dann kann eigentlich nichts mehr schiefgehen.

Sarah Peinelt
Bildrechte: MDR/Manuel Mohr

Über die Autorin Sarah Peinelt arbeitet seit Mai 2017 als freie Mitarbeiterin in der Online-Redaktion von MDR SACHSEN-ANHALT. Sie schreibt Artikel, postet Bilder, Videos und Nachrichten auf den Social Media-Kanälen und moderiert die Kommentare der Nutzer. Nach Magdeburg kam sie 2013 zum Journalistik-Studium an der Hochschule. Zu ihren Lieblingsorten in Sachsen-Anhalt gehören ihre Heimatstadt Naumburg und die Saale-Unstrut-Region. Radtouren an Saale und Elbe sind ihrer Meinung nach immer einen Ausflug wert.

Quelle: MDR/sp

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 04. September 2018 | 12:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. September 2018, 18:36 Uhr

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