Polizeieinsatz am Hasselbachplatz
In der Nacht zum Sonntag verletzten Randalierer Polizisten, die für Sicherheit sorgen sollten. Jetzt wurde eine Sonderermittlungsgruppe gebildet. Bildrechte: MDR SACHSEN-ANHALT

FCM-Aufstieg Sonderermittler nach Krawallen am Hasselbachplatz

Fünf Beamte sollen ab Dienstag die Ausschreitungen vom Hasselbachplatz aufarbeiten. Am Wochenende hatten etwa 300 Randalierer nach dem Aufstieg des 1. FC Magdeburgs in die 2. Fußballbundesliga Polizisten angegriffen.

Polizeieinsatz am Hasselbachplatz
In der Nacht zum Sonntag verletzten Randalierer Polizisten, die für Sicherheit sorgen sollten. Jetzt wurde eine Sonderermittlungsgruppe gebildet. Bildrechte: MDR SACHSEN-ANHALT

Die Krawalle am Sonnabend in der Magdeburger Innenstadt nach dem Aufstieg des 1. FCM werden von einer Sonderermittlungsgruppe der Polizei aufgearbeitet. Nach einer friedlichen Aufstiegsparty hatten am Hasselbachplatz rund 300 teils Vermummte randaliert. 30 Polizisten wurden bei den Ausschreitungen verletzt. Die Sonderermittlungsgruppe "Aufstieg" besteht einem Polizeisprecher zufolge aus fünf Beamten und soll am Dienstag mit ihrer Arbeit beginnen.

Prellungen, Stauchungen, blaue Flecken

Polizeieinsatz am Hasselbachplatz
Elf Personen nahm die Polizei in Gewahrsam. Bildrechte: MDR SACHSEN-ANHALT

Die Ermittlungsgruppe soll nun alle Straftaten zentral bearbeiteten. So war die Feuerwehr durch Angriffe am Löschen eines Feuers auf der Fahrbahn gehindert worden. Es kam zu Sachbeschädigungen, unter anderem an der Videoüberwachungstechnik auf dem Hasselbachplatz. Auf Polizisten flogen aus einer Gruppe von hunderten Personen Flaschen. Später kamen Steinwürfe dazu. Von der Polizei hieß es, die Beamten konnten den Angriffen "nur durch eigene körperliche Gewalt und dem Einsatz von Pfefferspray" begegnen. Im Anschluss wurde der Hasselbachplatz geräumt.

Fünf Polizisten, die an dem Abend vor Ort im Einsatz waren, sind noch nicht wieder dienstfähig. Die am schwersten verletzen Beamten konnten laut Pressestelle der Polizeidirektion Nord zwar aus dem Krankenhaus entlassen werden. Sie haben jedoch komplizierte Handverletzungen – eine abgerissene Sehne bzw. eine gebrochene Hand, die später noch operiert werden muss. Andere Polizisten erlitten Prellungen, Stauchungen, blaue Flecken und Abschürfungen.

Alle Verdächtigen wieder frei

Polizeieinsatz am Hasselbachplatz
Die Festgesetzten kamen alle im Lauf des Sonntags wieder frei. Bildrechte: MDR SACHSEN-ANHALT

Laut Sprecher der Polizeidirektion Nord, Frank Küssner, waren bei den Krawallen elf Personen festgesetzt worden. Sie wurden in den Zentralen Polizeigewahrsam in Magdeburg gebracht, ihre Personalien festgestellt und erste Befragungen durchgeführt. Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung, Körperverletzung, schweren Landfriedensbruchs und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Insgesamt gibt es nun 19 Strafanzeigen. Im Lauf des Sonntages waren alle aus dem Gewahrsam entlassen worden.

Gastronomen rund um den Hasselbachplatz haben inzwischen die Polizei scharf kritisiert. In einem offenen Brief an Innenminister Stahlknecht und an Magdeburgs Oberbürgermeister Trümper forderten sie Antworten. Ein Café-Betreiber sagte MDR SACHSEN-ANHALT, die Polizei habe zugesehen, wie wilde Horden Feuer entzündet und den Hitlergruß gezeigt hätten. Zwischen 20 und 2:00 Uhr sei eine rechtsfreie Zone entstanden.

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Quelle: MDR/lk

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 24. April 2018 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. April 2018, 11:37 Uhr

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7 Kommentare

24.04.2018 22:06 Mike H. 7

@mattotaupa
Ich bin sehr wohl in der Lage eine Suchmaschine zu bedienen.
Ich sprach auch nicht von einem Versagen der Ordnungskräfte! Ganz im Gegenteil Sie tun einen in meinen Augen guten Job in einem schwierigen Umfeld.
Ich habe auch kein Problem damit, wenn man weiß mit wem ich das Bett teile und was ich verdiene. Den großen Konzernen ist das eh bekannt. Jedoch hätte ich gern das Gefühl am Abend mit meiner Frau auszugehen ohne Angst zu haben, von Chaoten welcher Couleur auch immer, belästigt zu werden. Und wenn das denn doch mal geschehen sollte möchte ich durch die Polizei beschützt werden. Ja und Richter sollten dann Strafen aussprechen welche den Namen auch verdienen.

24.04.2018 17:38 wwdd 6

Zu 5, Es waren FCM-Fans die geil auf Gewalt waren, genau so wie es FCM-Fans gab, die sich friedlich über den Aufstieg freuten. Das hat erstens nichts mit dem Fußball zu tun sondern sollte Sache der Strafverfolgungsorgane sein. Stellen Sie sich vor, wir würden zu Himmelfahrt von randalierenden und besoffenen Christen reden.

24.04.2018 15:01 Tanja 5

Das waren KEINE FCM-Fans, es wurden ja FCM-Fans von diesen Randalierern angegriffen und verletzt...