Akten zu einer Klage gegen den VW-Konzern auf einem Tisch
Gegen Volkswagen: Am Magdeburger Landgericht sind das knapp 300 Verfahren. Bildrechte: dpa

Landgericht Magdeburg Abgasskandal: Weitere Urteile rechtskräftig – Autobesitzer gescheitert

Der VW-Dieselskandal beschäftigt die Gerichte. Vier weitere Urteile aus Magdeburg wurden am Donnerstag für rechtskräftig erklärt. Damit sind die Betroffenen mit ihren Klagen vor Gericht gescheitert. Knapp 300 Verfahren sind beim Landgericht in Magdeburg eingereicht worden.

Akten zu einer Klage gegen den VW-Konzern auf einem Tisch
Gegen Volkswagen: Am Magdeburger Landgericht sind das knapp 300 Verfahren. Bildrechte: dpa

Im Abgasskandal sind vier weitere Urteile des Magdeburger Landgerichts rechtskräftig. Wie das Gericht am Donnerstag mitteilte, haben die Kläger ihre Berufung zurückgenommen. Das Gericht hatte die Klagen abgewiesen.

Als Beispiel wurde die Klage eines Magdeburgers gegen einen VW-Händler genannt, bei dem er 2012 einen Passat Diesel erworben hatte. Nach Bekanntwerden des Abgasskandals Ende 2015 erklärte er den Rücktritt vom Kaufvertrag und wollte ihn wegen arglistiger Täuschung anfechten. 2016 verkaufte er den Wagen an den Händler für weniger als die Hälfte des ursprünglichen Kaufpreises.

Gericht: Händler nicht für VW-Täuschung verantwortlich

Vor Gericht wollte der Kläger erreichen, dass ihm auch der Rest zurückerstattet wird und er darüber hinaus Schadensersatz bekommt. Das Gericht wies die Klage ab. Der Händler sei in keinem Fall für eine etwaige arglistige Täuschung des Herstellers verantwortlich und habe davon nichts gewusst.

Klagen gegen die Volkswagen-AG von dem Magdeburger und anderen scheiterten, da die Kläger ihren Schaden nicht konkret beziffern konnten.

Aussicht auf erfolgreiche Klage gegen VW gering

Insgesamt waren beim Magdeburger Landgericht rund 280 Verfahren eingereicht worden. Seit Mai 2017 werden sie bearbeitet. Etwa ein Drittel davon ist beendet, meist durch Urteil. Nach Angaben des Gerichts wurden sämtliche Klagen gegen den Hersteller VW abgewiesen, ebenso vereinzelte Klagen gegen Skoda, Seat und Mercedes. Auch Klagen gegen VW-Händler seien überwiegend nicht erfolgreich gewesen.

Chancen hätten Kunden nur, wenn sie vom Kaufvertrag bereits zu einem Zeitpunkt zurückgetreten seien, zu dem das vom Hersteller entwickelte Update noch nicht zur Verfügung gestanden habe.

"Dieselgate" Als VW im September 2015 in den USA mit seinem Diesel-Betrug aufflog, war das der Ausgangspunkt für "Dieselgate". Vor den Behörden in den USA gestand VW Betrug ein.

Mit einem "Cheat Device", einer Abschaltvorrichtung für die Abgasreinigung, hat man Behörden und Verbraucher an der Nase herumgeführt. Die Vorrichtung erkennt, wenn ein Auto auf einem Prüfstand auf Schadstoff-Emissionen getestet wird, und schaltet dann auf einen schadstoffarmen, aber den Motor stärker belastenden, Labormodus um.

Quelle: MDR/agz

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 20. Dezember 2018 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Dezember 2018, 17:10 Uhr

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13 Kommentare

22.12.2018 11:44 Ossi 65 13

Ja Leute wir Leben alle nun mal im Kapitalismus, und so Funktioniert dieser, Ausbeuten, Abzocken, Betrügen.

22.12.2018 09:51 Günter Kromme 12

Was in diesem Land der Hysterie und blindwüdigen Aktionismus hinsichtlich Dieselskandal läuft ist die zur Perfektion gebrachte Methode "Haltet den Dieb"! Und der geistig verwirrte Gutmensch wählt natürlich wieder die von denen er nun wirklich sichtbar betrogen wird. Und noch eins, hallo Tim #2, ich bin auch stolz auf dich, aber wo bleibt die Überweisung der 100.000 Euro damit ich mir auch einen Tesla kaufen kann?

21.12.2018 10:10 DiDi 11

Man kann nur lachen diese Diskussionen. Es ist sind Mafia Methoden da stecken doch Politik ,Wirdschaft, also die ganze Autolobby die das Volk betrügen. Leute wann wacht ihr auf raus auf die Straße und das verlogen de Pack aus dem Land jagen und dort hin wo viele Menschen weggegangen sind ist jetzt genügend Platz

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