Unternehmen in der Coronakrise Pizza-Ausliefern in Zeiten von Corona

Kevin Poweska
Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Pizza ist beliebt. Darauf wollen viele nicht verzichten – auch nicht während der Corona-Krise. Doch das Ausliefern von Pizzen hat sich in Zeiten von Corona verändert. Der Fokus: Ansteckungsrisiko minimieren.

Pizzabotin liefert Mann Pizza vor die Haustür
Der Pizzadienst liefert trotz Corona – allerdings mit Sicherheitsabstand und Hilfsmitteln, wie einem Hocker, auf dem die Ware deponiert wird. Bildrechte: Kay Kladroba

Sie kann so einfach und trotzdem lecker sein: Eine Pizza. Darauf wollen viele nicht verzichten – auch nicht in der Corona-Krise. Lokale dürfen keinen Vorortverzehr mehr anbieten. Doch Pizza gibt es trotzdem – wie gewohnt per Lieferdienst oder Abholung. Doch das Ausliefern der Pizzen hat sich in Zeiten von Corona verändert.

Pizza auf Pizzawender
Viele Deutsche lassen sich gerne eine Pizza liefern. Bildrechte: imago

Auch die Pizzalieferdienste müssen sich an die Hygienevorschriften und Kontaktsperren halten. Eine ungewohnte aber nachvollziehbare Situation, findet Kay Kladroba, Inhaber von Domino's Magdeburg: "Ich finde es richtig, dass wir alle Vorsichtsmaßnahmen, die wir realisieren können, versuchen umzusetzen. Mittlerweile haben wir uns an die Situation gewöhnt und können damit gut umgehen." Seit den Anfängen der Krise wird Pizza ohne direkten Kontakt zum Kunden ausgeliefert oder am Laden ausgegeben. Ein ungewohntes Bild.

Die kontaktlose Lieferung

Im Fall von Domino's-Pizza haben die Fahrer alle einen kleinen Hocker dabei. Dieser wird vor der Haustür abgestellt und die Pizza daraufgelegt, damit sie nicht auf dem Boden liegen muss. Der Fahrer wartet in einiger Entfernung, bis der Kunde herauskommt. "Wir haben das schnell bei uns eingeführt, sagt Kay Kladroba. Er habe dabei auf Erfahrungen aus Filialen anderer Länder zurückgegriffen. Der Mindestabstand von 1,5 Metern soll so auch bei Lieferungen eingehalten werden. Damit sich Kunde und Fahrer auch beim Bezahlen nicht zu nahe kommen, wird das bargeldlose Bezahlen im Internet bevorzugt. Die Fahrer selbst hätten auch kein Wechselgeld dabei, sodass eine Barzahlung nur passend bzw. mit Trinkgeld möglich ist. Das Geld könne ebenfalls auf den Hocker gelegt werden.

Auch bei der Abholung im Laden bietet sich ein verändertes Bild in den Magdeburger Domino's Filialen: Ein Tisch steht direkt hinter der Eingangstür, sodass der Kunde nur über eine Distanz von etwa vier Metern seine Bestellung abgeben kann. Die Übergabe erfolgt dann auch über diesen Tisch, sodass kein Kunde den Laden weiter betreten kann.

Leerer Pizzaladen
Magdeburg: Bei diesem Lieferdienst erfolgt die Übergabe der "heißen Ware" mit Abstand und ohne Kontakt zwischen Personal und Kunden. Bildrechte: Kay Kladroba

Kunden reagieren unterschiedlich

"Es gibt ganz unterschiedliche Kunden: Einige machen gar nicht erst die Tür auf. Die sagen zum Beispiel, ich habe etwas vor die Tür gestellt, bitte da übergeben – solche Kunden sieht man dann nicht einmal. Andere Kunden wollen uns am liebsten umarmen. Die Kunden sind da wirklich komplett unterschiedlich", erzählt Kay Kladroba über das Verhalten der Kunden.

Fast 30 Prozent weniger Bestellungen

Leere Straße bei Dunkelheit
Leere in der Magdeburger Innenstadt. Auch Domino's Magdeburg spürt Einbußen beim Vorortverzehr und bei den Abholern. Bildrechte: MDR/Julia Heundorf

Obwohl weiterhin Pizza ausgeliefert werden kann, werden wohl auch Pizza-Lieferdienste nicht von Einbußen verschont bleiben, fürchtet Kladroba. Die wirtschaftlichen Folgen der Krise seien zum jetzigen Zeitpunkt schwer abzusehen. "Unser Liefergeschäft war zu Beginn der Krise eingebrochen, aber jetzt hat es mittlerweile wieder das Niveau vor der Krise erreicht" , sagt der Pizza-Unternehmer. Was jedoch komplett wegfalle, sei der Vorortverzehr. Hinzu komme, dass der Anteil der Abholer kleiner geworden sei. Das mache etwa 30 Prozent aus. "Wenn wir mit den Zahlen durch die Krise kommen und irgendwann wieder Normalität eintritt, dann mach ich drei Kreuze und bin froh, dass wir das so überstanden haben", meint Kladroba.

Hinzu komme, dass die Bestellungen jetzt anders über die Woche verteilt sind. Vor der Krise sei Sonntag der Tag mit den meisten Bestellungen gewesen – Montag der, mit den wenigsten. Durch die Krise würden sich die Tage nun kaum mehr voneinander unterscheiden. "Wir haben jetzt quasi jeden Tag einen Donnerstag", sagt der Unternehmer. Mittags kämen zwar keine Großbestellungen der Firmen mehr, dafür aber mehr kleinere Bestellungen."

Vorischtsmaßnahmen bleiben

Aktuell haben Bund und Länder erste Lockerungen beschlossen. Für die Magdeburger Domino's-Filialen ändere sich dadurch aber nichts. Kay Kladroba wünscht sich zwar einen Zustand wie vor der Krise. Trotzdem stehe für ihn die Sicherheit im Vordergrund: "Wir werden die nächsten Monate, solange es kein Immunitätsmittel gibt, weiter die Vorsichtsmaßnahmen hochhalten und dafür sorgen, dass sich möglichst keiner im Kundenkontakt ansteckt."

Kevin Poweska
Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Über den Autor Kevin Poweska arbeitet trimedial im Funkhaus von MDR SACHSEN-ANHALT. Aktuell ist er im sechsten Semester seines Bachelor-Studiengangs Journalismus an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Während seines Studiums absolvierte er bereits ein Praktikum bei der Braunschweiger Zeitung. In seiner Freizeit ist Kevin gerne sportlich aktiv: Seine Hauptambitionen liegen in den Sportarten Basketball, Tennis und Fußball – aber auch da probiert er sich gerne immer wieder neu aus. Zudem ist er journalistisch sportlich voll dabei: Kevin führt einen Blog zu den Deutschen Tennisherren und steht dabei mit den Spielern für Postgame-Interviews in regem Kontakt.

Quelle: MDR/pow

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