Critical-Mass-Bewegung Zusammen gegen den Fahrradfrust

Radfahrer, die sich über Autofahrer aufregen und Autofahrer, die sich über Radfahrer ärgern – so sieht es in vielen Städten aus, auch in Sachsen-Anhalt. In Magdeburg treffen sich Radfahrer regelmäßig zur Critical Mass, einer Art Flashmob. Scheinbar spontan fahren sie im Pulk durch die Straßen und fordern so einen radfahrerfreudlichen Straßenverkehr. Zwei Teilnehmerinnen erzählen, warum sie regelmäßig dabei sind – obwohl es Stress mit Autofahrern gibt.

Kalina Bunk
Bildrechte: MDR/ Jörn Rettig

von Kalina Bunk, MDR SACHSEN-ANHALT

Fahrradfahrer sind auf einer Straße unterwegs.
Wenn Radfahrer die Straße einnehmen: Rückblick auf die Critical Mass im März 2019. Bildrechte: Critical Mass Magdeburg

"Ich hatte schon Erfahrungen, die nicht jeder so gut wegsteckt. Wo man am liebsten weinen möchte, weil man fast überfahren wird, weil man dermaßen beschimpft, angeschrien und angehupt wird – das ist einfach ein unschönes Gefühl." Wenn Madeleine Linke in Magdeburg mit dem Fahrrad unterwegs ist, hat sie an manchen Tagen ganz schön viel Adrenalin im Blut. Schon mehrfach wäre sie beinahe mit einem Auto zusammengekracht. Linke spricht von "Nahtod-Erfahrungen", die sie ziemlich frustrieren.

Doch nicht jede ihrer Radfahrten verläuft so. Jeden letzten Freitag im Monat steht in Magdeburg die Critical Mass (= kritische Masse) an, eine Art Fahrrad-Flashmob. Madeleine Linke ist regelmäßig dabei. Gemeinsam mit dutzenden anderen Radfahrern ist sie dann auf der Straße unterwegs und will auf die Tücken des Radverkehrs in der Landeshauptstadt aufmerksam machen. "Es geht darum, zu zeigen, wie viel Fläche normalerweise die Autos einnehmen", beschreibt die 26-Jährige. Genau diese Fläche nehmen bei der Critical Mass nämlich die Radfahrer ein. Die Teilnehmer radeln nebeneinander auf den Straßen durch die Stadt, die Tour dauert zwei bis drei Stunden und wird in der Regel nicht von der Polizei begleitet – zumindest ist das von beiden Seiten vorab nie geplant.

Critical Mass – weltweiter radelnder Protest

Die Critical Mass gibt es schon seit Jahren weltweit, die erste Aktion fand 1992 in San Francisco statt. Heutzutage sind zum Teil tausende Teilnehmer dabei. In Budapest waren es 2013 einmal sogar gut 100.000.

Die Radbegeisterten treffen sich monatlich, um gemeinsam durch die Stadt zu fahren und damit eine radfahrergerechte Verkehrsführung zu fordern. Einen Verantwortlichen für die Critical Mass gibt es offiziell nicht, zudem handelt es sich nicht um eine angemeldete Demonstration.

In Sachsen-Anhalt gibt es die Critical Mass neben Magdeburg auch in Halle und Dessau.

StVO erlaubt Gruppen-Fahrt auf der Straße

Möglich macht das Paragraph 27 der Straßenverkehrsordnung. Sind mehr als 15 Radfahrer zusammen unterwegs, gelten sie als "geschlossener Verband" und dürfen zu zweit nebeneinander auf der Fahrbahn fahren. Die gesamte Fahrradgruppe kann zudem über eine rote Ampel fahren, wenn die erste Person vorn noch bei Grün gefahren ist. In der Rechtsverordnung heißt es außerdem, dass ein geschlossener Verband für andere Verkehrsteilnehmer deutlich als solcher erkennbar sein muss. Und: "Geschlossene Verbände müssen, wenn ihre Länge dies erfordert, in angemessenen Abständen Zwischenräume für den übrigen Verkehr frei lassen."

Einen Veranstalter hat die Critical Mass offiziell nicht. Die Teilnehmer organisieren sich über das Internet, hier wird auch der Startpunkt der Route bekannt gegeben. In einer Facebook-Veranstaltung heißt es: "Die Critical Mass Magdeburg ist keine Demonstration und will auch nicht als solche gesehen werden. Verzichtet also auf das Mitbringen von Transparenten und andere Dinge mit Democharakter."

Autofahrer zum Teil genervt

Dass – je nach Jahreszeit – 50 bis 200 Radfahrer im Pulk die Straßen nutzen, sorgt bei Beobachtern für unterschiedliche Reaktionen, erzählt Franziska Körner, die ebenfalls seit einigen Jahren regelmäßig bei der Critical Mass dabei ist. Es gebe diejenigen, die positiv reagieren und sich freuen – meist andere Radfahrer oder Fußgänger. "Die klingeln dann oder rufen irgendwas." Es gebe aber auch Autofahrer, die sich "sehr stark gestört fühlen und durchaus manchmal sehr aggressiv reagieren."

Einen Unfall hat die Uni-Mitarbeiterin noch nicht erlebt. Zum Teil würden Radfahrer aber von den Autofahrern ausgebremst. "Das häufigste, das passiert, ist, dass man im Trupp auf der rechten Fahrspur fährt und dass Autos dann nicht langsam hinterherfahren wollen, sondern auf der linken Spur überholen." Bei vielen Teilnehmern sei das dann natürlich eine sehr lange Überholstrecke.

Ich habe schon oft Situationen gehabt, wo ich gedacht habe: Wenn jetzt noch ein Auto auf der Gegenfahrbahn gekommen wäre, dann hätte es wirklich gefährlich werden können.

Franziska Körner, Critical-Mass-Teilnehmerin

So bewertet der ADAC den Radfahr-Protest

Aus Sicht des ADAC ist die Situation für Radfahrer in Magdeburg bereits deutlich verbessert worden. Das teilte der ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt MDR SACHSEN-ANHALT mit. Die Stadt könne "seit vielen Jahren auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Verbänden zurückblicken, bei der die Belange aller Verkehrsteilnehmer Berücksichtigung finden. Im Fokus stehe dabei die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer.

Die Critical-Mass-Bewegung versuche schon seit mehreren Jahren, auf Probleme im Radverkehr hinzuweisen und die Verkehrsteilnehmer zu sensibilisieren. Der ADAC meint, das Anliegen der Teilnehmer sollte sein, die Verkehrsteilnehmer nicht gegeneinander auszuspielen. "Ansonsten führen die Aktionen eher zu mehr Ärger und weniger Verständnis für andere Teilnehmer im Straßenverkehr. Aus unserer Sicht sollten die positiven Aspekte vorangestellt werden und überlegt werden, wie ein sicheres Miteinander auf den Straßen aussehen kann."

Der ADAC rät jedem, der im Straßenverkehr unterwegs ist, sich in die Lage der anderen Verkehrsteilnehmer zu versetzen, die Umgebung aufmerksam zu beobachten und nicht immer auf das eigene Recht zu beharren.

Madeleine Linke beschreibt das Verhalten der Autofahrer ähnlich. Es werde sehr stark beschleunigt, gehupt, aus dem Fenster gepöbelt. Was für beide Magdeburgerinnen bei der Critical Mass aber überwiegt, ist das Gemeinschaftsgefühl. Als Gruppe fühle man sich geschützter – und werde stärker wahrgenommen.

Zwei Frauen stehen mit ihren Fahrrädern an der Grünen Zitadelle in Magdeburg.
Madeleine Linke und Franziska Körner fordern einen fahrradfreundlichen Straßenverkehr. Bildrechte: MDR/Kalina Bunk

Das sagt die Magdeburger Polizei zur Critical Mass

Da es sich bei den Critical-Mass-Fahrten nicht um angemeldete Demonstrationen handelt, werden sie nicht von vornherein von der Magdeburger Polizei begleitet. Das teilte ein Sprecher der Polizei MDR SACHSEN-ANHALT auf Anfrage mit.

Vereinzelt würden die Polizisten aber Kontakt zu den Radfahrern suchen, "um aufzuklären, ob es sich nicht doch um eine Demonstration handeln könnte, die einen polizeilichen Einsatz notwendig machen würde." Der Sprecher erklärte weiter, die Radfahrgruppe zu begleiten sei nicht möglich, da sie kein bestimmtes Ziel ansteuere und keiner festgelegten Route folge. Zudem schreite die Polizei erst ein, wenn Straftaten begangen werden. Halten sich die Radfahrer an die Verkehrsregeln und gefährden niemanden, wird demnach auch nicht eingeschritten.

Bislang seien dem Polizeirevier Magdeburg keine Verkehrsgefährdungen durch die "Critical Mass" bekannt geworden. "Abgesehen von temporären Verkehrsbehinderungen durch den Fahrradkorso, ist die Critical Mass bislang polizeilich nicht negativ in Erscheinung getreten."

Aber wie kann das Radfahren auch im Alltag besser werden? Franziska Körner denkt da direkt an Kopenhagen. Die dänische Stadt ist für viele quasi ein Fahrrad-Paradies. Die Radwege seien breiter und oft durch Barrieren von der Straße abgegrenzt, beschreibt die 29-Jährige. Im Kopenhagener Straßenverkehr seien zudem alle gleichberechtigt – und der Verkehr nicht nur danach ausgerichtet, dass vor allem Autofahrer gut durch die Stadt kommen.

Cykelslangen Kopenhagen
Cykelslangen, die "Fahrradschlange": Auf dieser Kopenhagener Brücke haben Radfahrer Platz, außerdem ist der Belag besonders rutschfest (Archivbild). Bildrechte: Stadt Kopenhagen/Ursula Bach

Initiative macht sich für Radverkehr stark

Damit die Interessen von Radfahrern auch in Magdeburg mehr ins Gespräch kommen, engagieren sich Franziska Körner und Madeleine Linke auch bei der Radkultur. Die Initiative, die im Rahmen der Kulturhauptstadt-Bewerbung von der Stadt finanziell gefördert wird, setzt sich für einen sicheren Radverkehr ein. Im März waren die Mitglieder beispielsweise mit Poolnudeln auf dem Gepäckträger unterwegs, um auf den eigentlich geltenden Überholabstand aufmerksam zu machen. Vergangene Woche zeigten sie mit einer weiteren Aktion, wie ein Radweg besser sichtbar gemacht werden kann. Außerdem informiert die Initiative zum Beispiel bei Facebook und Instagram über weitere Radfahr-Themen.

Mit Autofahrern ins Gespräch kommen

Poolnudeltag
Autofahrer müssen beim Überholen 1,5 Meter Seitenabstand zu Radlern halten – das hat die Magdeburger Radkultur mit einer Aktion verdeutlicht (Archivbild). Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Für die Zukunft sind noch weitere Aktionen geplant – und auch Podiumsdiskussionen, bei denen die Radinitiative mit Autofahrern ins Gespräch kommen möchte. "Wir sind als Magdeburger schnell am Meckern. Aber wir wollten nicht nur meckern, sondern auch mal was machen", meint Madeleine Linke – die auch politisch etwas verändern will und deswegen als Grünen-Kandidatin für den Magdeburger Stadtrat kandidiert. Sie sieht das Radfahren als großen Teil der Magdeburger Kulturlandschaft. Viele Themen würden dadurch verbunden: "Die Menschen, die Fahrrad fahren, sind sehr divers – aber mit dem Fahrrad finden sie wieder zusammen. Das finde ich total spannend und ist für mich auch das, was eine Kulturhauptstadt ja auch irgendwie ausmacht." 

"Es geht um gleichberechtigten Verkehr"

Das Radfahren vereint auch für Franziska Körner gleich mehrere Themen, die ihr wichtig sind. Sie will sich für Umwelt- und Klimaschutz einsetzen und fährt deswegen viel Rad. Ganz ohne Auto geht es allerdings nicht immer. Körner und ihre Mitstreiterin besitzen beide selbst zwar keins – wenn sie mal etwas Großes transportieren müssen, setzen sie sich ausnahmsweise schon mal hinters Steuer.

Es geht uns nicht darum, dass in der Stadt nur noch Fahrrad gefahren wird. Es geht uns um einen gleichberechtigten Verkehr. Und gleichberechtigt ist man dann, wenn man sich sicher fühlt und wenn man sich traut, mit dem Fahrrad zu fahren.

Franziska Körner, Critical-Mass-Teilnehmerin

Auf ein etwas besseres Sicherheitsgefühl hoffen die beiden dann wieder am Monatsende – wenn die nächste Critical Mass ansteht.

Überblick So wollen die Parteien und Wählergruppen den Radverkehr in Magdeburg verändern

Sachsen-Anhalts Radfahrer sind unzufrieden. In einer Umfrage des ADFC hat zum Beispiel Magdeburg nicht gut abgeschnitten. MDR SACHSEN-ANHALT zeigt, was die verschiedenen Parteien und Wählergruppen hier verändern wollen.

CDU-Logo
Die CDU Magdeburg antwortete auf Anfrage von MDR SACHSEN-ANHALT:
"Gute Politik beginnt mit der Betrachtung der Realität, dem was ist, und entwickelt sich mit der Gesellschaft fort!

Die Infrastruktur der Stadt muss die verschiedenen Forstbewegungsmöglichkeiten so verbessern, dass bis auf den ÖPNV keine Bevorteilung der einen gegenüber der anderen Forstbewegungsart in der Stadt erfolgt. Fußgänger, Rad- und motorisierter Individualverkehr sind nicht gegeneinander zu bevorteilen.

Daher hat die CDU stets konkrete Forderungen und Anträge gestellt, welche auch den Radverkehr in der Stadt verbessert haben. Auch das aktuelle Kommunalwahlprogramm der CDU der Stadt Magdeburg hat den Radverkehr als ein Thema aufgenommen. So wollen wir mit Blick in die Zukunft eine konzeptionelle Auseinandersetzung zur stärkeren Fahrradnutzung und verbesserten Wegführung. In diese Diskussion sind die Themen E-Mobilität und Weiterentwicklung der Ladestationsinfrastruktur einzubeziehen. Dazu haben wir auch Anträge im Stadtrat gestellt.

Auch in das Verkehrsentwicklungskonzept hat sich die CDU deutlich eingebracht.
 
Magdeburg hat mit seiner sehr ebenen Grundfläche hervorragende Ausgangsbedingungen für den Fahrradverkehr. Die fortschreitende Technikentwicklung der klassischen Fahrräder und die zusätzliche Elektrifizierung und Neuentwicklung von Elektrofahrzeugen mit der steten Erhöhung der Geschwindigkeiten machen es notwendig, sich konzeptionell mit der Neuaufteilung der Wegeinfrastruktur in der Stadt zu beschäftigen. Dabei geht es einerseits um eine gute Wegführung für den Fahrradverkehr und um eine Verringerung der Gefährdung des Fußgängerverkehrs durch zunehmenden Radverkehr auf Wegen, welche sich beide teilen.

Diese Konzepte sind zu entwickeln. Dabei ist es möglich, entweder beispielhaft einen einzelnen Stadtteil entsprechend auf die künftigen Ansprüche des Radverkehres detailliert zu entwickeln oder über die gesamte Stadt ein vorerst grobes Radwegtrassennetz zu legen, welches bei folgenden Straßenbaumaßnahmen so verdichtet wird, dass es zu keinen einseitigen Bevorteilungen (ausgenommen der ÖPNV) einer einzelnen Fortbewegungsart kommt.

Ebenfalls stehen wir für einen Radfahrweg zwischen Magdeburg/Ottersleben und Osterweddingen."
Bildrechte: CDU Deutschland
CDU-Logo
Die CDU Magdeburg antwortete auf Anfrage von MDR SACHSEN-ANHALT:
"Gute Politik beginnt mit der Betrachtung der Realität, dem was ist, und entwickelt sich mit der Gesellschaft fort!

Die Infrastruktur der Stadt muss die verschiedenen Forstbewegungsmöglichkeiten so verbessern, dass bis auf den ÖPNV keine Bevorteilung der einen gegenüber der anderen Forstbewegungsart in der Stadt erfolgt. Fußgänger, Rad- und motorisierter Individualverkehr sind nicht gegeneinander zu bevorteilen.

Daher hat die CDU stets konkrete Forderungen und Anträge gestellt, welche auch den Radverkehr in der Stadt verbessert haben. Auch das aktuelle Kommunalwahlprogramm der CDU der Stadt Magdeburg hat den Radverkehr als ein Thema aufgenommen. So wollen wir mit Blick in die Zukunft eine konzeptionelle Auseinandersetzung zur stärkeren Fahrradnutzung und verbesserten Wegführung. In diese Diskussion sind die Themen E-Mobilität und Weiterentwicklung der Ladestationsinfrastruktur einzubeziehen. Dazu haben wir auch Anträge im Stadtrat gestellt.

Auch in das Verkehrsentwicklungskonzept hat sich die CDU deutlich eingebracht.
 
Magdeburg hat mit seiner sehr ebenen Grundfläche hervorragende Ausgangsbedingungen für den Fahrradverkehr. Die fortschreitende Technikentwicklung der klassischen Fahrräder und die zusätzliche Elektrifizierung und Neuentwicklung von Elektrofahrzeugen mit der steten Erhöhung der Geschwindigkeiten machen es notwendig, sich konzeptionell mit der Neuaufteilung der Wegeinfrastruktur in der Stadt zu beschäftigen. Dabei geht es einerseits um eine gute Wegführung für den Fahrradverkehr und um eine Verringerung der Gefährdung des Fußgängerverkehrs durch zunehmenden Radverkehr auf Wegen, welche sich beide teilen.

Diese Konzepte sind zu entwickeln. Dabei ist es möglich, entweder beispielhaft einen einzelnen Stadtteil entsprechend auf die künftigen Ansprüche des Radverkehres detailliert zu entwickeln oder über die gesamte Stadt ein vorerst grobes Radwegtrassennetz zu legen, welches bei folgenden Straßenbaumaßnahmen so verdichtet wird, dass es zu keinen einseitigen Bevorteilungen (ausgenommen der ÖPNV) einer einzelnen Fortbewegungsart kommt.

Ebenfalls stehen wir für einen Radfahrweg zwischen Magdeburg/Ottersleben und Osterweddingen."
Bildrechte: CDU Deutschland
SPD-Logo auf Würfeln
Die Magdeburger SPD antwortete auf Anfrage von MDR SACHSEN-ANHALT:           
"Die größten Probleme im Radverkehr aus Sicht der SPD sind
– die Lücken im Radwegenetz
– der Zustand vieler Radwege
– fehlende Abstellmöglichkeiten, d.h. vor allem ein Fahrradparkhaus am Bahnhof, Fahrradabstellbügel in der Innenstadt und in den Stadtteilen und Fahrradabstellanlagen an Hauptumsteigepunkten zum ÖPNV

Wir haben bereits in der laufenden Wahlperiode verschiedene Anträge dazu gestellt. Darunter zum Beispiel:
– Errichtung eines Fahrradparkhauses am Hauptbahnhof
– Geld im Haushalt für Fahrradabstellbügel
– Geld im Haushalt für fehlende Radverbindungen im Süden der Stadt (z.B. zwischen Schönebecker und Halberstädter Straße)
– Aufbringen eines Schutzstreifens auf der Großen Diesdorfer Straße

Bis auf die Fahrradbügel und den Schutzstreifen ist davon bisher aber wenig umgesetzt.
Wir haben mit daran gewirkt, dass zahlreiche Maßnahmen zum Radverkehr im Verkehrsentwicklungsplan2030plus der Stadt verankert werden. Der wird (hoffentlich) in der nächsten Stadtratssitzung beschlossen werden. Eines unserer Ziele in den nächsten Jahren ist, die Maßnahmen auch umzusetzen."
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Logo der Partei Bündnis 90/Die Grünen
Der Kreisverband der Grünen in Magdeburg antwortete auf Anfrage von MDR SACHSEN-ANHALT:
"Der Fahrradklimatest 2018 hat mit der Gesamtnote 4- für Magdeburg wiederholt gezeigt, dass es viel Nachholbedarf gibt. Viele Einwohner*innen meiden es, mit dem Fahrrad zu
fahren bzw. aufgrund der hohen Fahrraddiebstahlquote überhaupt eins zu besitzen. Noch sind viele Einbahnstraßen nicht in beiden Richtungen für Fahrradfahrende frei gegeben bzw. noch nicht so gestaltet, dass dies sicher möglich ist. Auf Magdeburger Verkehrsanlagen dominiert der Autoverkehr, der fahrende und der ruhende. Viele Kreuzungen können nicht bzw. nicht sicher befahren werden.

Beim Einhalten vom geforderten Mindestabstand zu parkenden Autos ist nur noch wenig Platz auf der Straße. Es gibt zu wenig Radwege und wenn, dann häufig in schlechter Qualität – und das auch an Straßen, auf denen man nicht gefahrlos Rad fahren kann. Trotz des hohen Potentials aufgrund der Topographie und der berühmten Fernradwege, die durch oder an Magdeburg entlangführen, lässt die Beschilderung zu wünschen übrig. Regionale Radrouten wie z.B. der Börderadweg sind im Magdeburger Stadtgebiet teilweise in schlechtem Zustand.

Es fehlen auch selbsterklärende und beschilderte Radrouten für Schüler*innen sowie
Radschnellrouten/-wege für Pendler*innen. Viele tolle und innovative Konzepte werden
nicht oder nur sehr langsam umgesetzt z.B. die Fahrradstraße in der Goethestraße oder der
Verkehrsentwicklungsplan 2030plus.

Forderungen für eine bessere Rad-Infrastruktur:
– eine verlässliche Bereitstellung von 11,00 € je Einwohner*in und Jahr für den Radverkehr im Haushalt unserer Stadt entsprechend der Empfehlung des Nationalen Radverkehrsplans (NRVP 2020) und die Nutzung entsprechender Förderprogramme
– eine(n) Radverkehrsbeauftragte(n), die/der die Geschäfte der Arbeitsgruppe Radverkehr führt, die Planungen zum Fahrradverkehr koordiniert, bei allen Straßenbauten die Belange des Radverkehrs überprüft und Kampagnen zur Förderung des Radverkehrs organisiert
– ein lückenloses Radverkehrsnetz zwischen allen Stadtteilen
– dass die noch immer ausstehenden Investitionsmaßnahmen der
Radverkehrskonzeption 2004-2012 endlich realisiert werden
– innerstädtische Radschnellverbindungen und Radschnellwege in das Umland u.a.
nach Osterweddingen, Schönebeck, entlang der 2. Nord-Süd-Verbindung bis nach Barleben und Wolmirstedt und mit Umnutzung der denkmalgeschützten Kanonenbahnbrücke bis nach Biederitz
– Ausweisung von Fahrradstraßen – wie in der Goethestraße geplant – und die Freigabe
von Einbahnstraßen für den Radverkehr in beide Richtungen
– die Projektierung von Radverkehrsanlagen an großen Straßen zukünftig vorzugsweise
als geschützte Radfahrstreifen ("Protected Bike Lane"). Wenn hierfür die Straßenbreite nicht ausreicht, sind Radfahrstreifen und Schutzstreifen entsprechend den Empfehlungen zur Anlage von Radverkehrsanlagen (ERA 2010) abzumarkieren
– dass Radverkehrsanlagen zukünftig grundsätzlich mit Asphaltoberflächen angelegt
werden und auf Kopfsteinpflasterstraßen Teil-Asphaltierungen vorgenommen werden [Fahrradstreifen] (z.B. beschlossenes Pilotprojekt Wilhelm-Külz-Straße)
– dass bei Grundstückszufahrten künftig die vorfahrtberechtigten Radwege grundsätzlich gemäß der ERA 2010 asphaltiert oder glatt gepflastert ausgeführt werden. Mit Natursteinpflaster ausgestattete Zufahrten sind nach und nach umzubauen (entsprechende Mittel stehen für die Jahre 2019-2021 zur Verfügung).
[Der Radweg sollte durchgezogen und durch Rampe zwischen Fahrbahn und Ein-
/Ausfahrt dem motorisierten Verkehr signalisiert werden, wer Vorfahrt hat.]
– eine Schaffung weiterer sicherer Abstellmöglichkeiten im öffentlichen Raum – ggf. auch durch Umwidmung von Autostellflächen, wenn keine anderen Flächen zur Verfügung stehen
– die baldige Realisierung des Fahrradparkhauses am Hauptbahnhof
– die zügige Inkraftsetzung der beschlossenen Fahrradabstellsatzung
– die konsequente Ahndung unberechtigten Parkens auf Behindertenparkplätzen, auf
Rad- und Fußwegen durch den Ausbau der Fahrradstaffel des Ordnungsamtes und
verstärkte Kontrollen. Die MVB und der Abfallwirtschaftsbetrieb müssen das Recht
bekommen, selbst abzuschleppen. Eine Vergabe von Kontrolle und Abschleppen an Unternehmen auf Provisionsbasis ist zu prüfen
– eine ausreichende Beleuchtung von Radwegen. Dabei sollten intelligente
Beleuchtungssysteme sowie LED-Leuchten zum Einsatz kommen (Dimmen per
Bewegungsmelder)
– die Aufstellung moderner elektronisch gesteuerter Fahrradboxen auch mit
Lademöglichkeiten für Pedelecs an touristischen Highlights (z.B. Dom, Museum,
Marktplatz, Petriförder, Schiffshebewerk)
– die Schaffung eines Bike-Sharing Angebots mit flächendeckenden
Rückgabemöglichkeiten insbesondere auch für Pendler*innen und für den Fahrradtourismus
– eine deutlich bessere Radverkehrsführung in der Ernst-Reuter-Allee/Bahnhofsbereich
gegenüber der planfestgestellten Variante der Tunnelplanung
– eine Intensivierung der Maßnahmen zur Bekämpfung des (organisierten) Diebstahls
von Fahrrädern in Magdeburg
– Zur Förderung des Radverkehrs sind öffentlichkeitswirksame Maßnahmen
notwendig. Dazu sollte der Fahrradaktionstag groß und regelmäßig durch die Stadt
veranstaltet werden, die Europäische Mobilitätswoche ausführlich und sichtbar
genutzt und das ganze Jahr über mit Kampagnen für die Fahrradnutzung geworben
werden
– Zügige Umsetzung bereits beschlossener und formulierten Maßnahmen z.B. aus den
Radverkehrsplänen, dem Verkehrsentwicklungsplan2030plus, dem Masterplan 100% Klimaschutz etc."
Bildrechte: Bündnis 90/Die Grünen
Das Logo der Partei "Alternative für Deutschland" (AfD)
Die Magdeburger AfD antwortete auf Anfrage von MDR SACHSEN-ANHALT:
"Die größten Probleme sind die fehlenden und sanierungsbedürftigen Radwege, aber auch deren Verschmutzung mit Glasbruch insbesondere im Bereich von Haltestellen. Die Sanierung von Radwegen darf keine Generationenaufgabe sein, sondern muss priorisiert und forciert werden. Der Neubau bzw. die Einrichtung von Radwegen darf nicht erst dann erfolgen, wenn entsprechende Unfallopfer zu beklagen sind. Es ist daher eine Befragung zu Beinahe-Unfällen von und mit Radfahrern dringend geboten.

Das Radwegenetz muss zudem auf den Hauptverbindungsstrecken lückenlos geschlossen werden, um die Attraktivität der Fahrradmobilität zu erhalten und zu steigern. Der Stadtreinigungsdienst soll insbesondere zu Wochenbeginn die Radwege auf möglichen Glasbruch kontrollieren. Der Ausbau von Radschnellwegen wird ausdrücklich unterstützt. Sowohl in der Streckenlinie Kanonenbahn als auch begleitend zur Neubautrasse der Straßenbahn vom Damaschkeplatz zum Kannenstieg sind diese anzustreben."
Bildrechte: dpa
Linke Logo
Der Stadtverband der Linkspartei in Magdeburg antwortete auf Anfrage von MDR SACHSEN-ANHALT:      
"Mit der gegenwärtigen Situation sind wir sehr unzufrieden. Fahrradwege sind teilweise marode oder werden als Parkplätze genutzt. Auf einigen Straßen haben Fahrradfahrer keine Chance gegenüber dem motorisierten Individualverkehr.
Perspektivisch muss Magdeburg zu einer Fahrradstadt werden. Das bedeutet, dass die Stadt aktiv an einer Erhöhung des Anteils des Radverkehrs arbeitet und dafür die Rahmenbedingungen bereitstellt. Durch eine Prämie beim Kauf eines Lastenrades unter anderem für Menschen mit Kindern, Vereinen, Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe oder Zusammenschlüssen von Privatpersonen möchten wir in Magdeburg Anreize für einen emissionsfreien (Waren-)Transport geben.

Die Benennung eines*einer Beauftragten für den Radverkehr in der Stadtverwaltung ist ein weiteres Instrument, um den Radverkehr in Magdeburg zu stärken. DIE LINKE fordert ein besser ausgebautes, sicheres und funktionstüchtiges Radwegenetz, einen Radschnellweg sowie mehr Fahrradparkplätze in der Landeshauptstadt."
Bildrechte: dpa
Der Entwurf für das neue FDP-Logos besteht aus drei Farben: Blau, Gelb und Magenta.
Die FDP in Magdeburg antwortete auf Anfrage von MDR SACHSEN-ANHALT:          
"Viele der Magdeburger Radwege nicht nur außerhalb der Innenstadt sind in einem schlechten Zustand. Zu nennen sind hier beispielsweise die Pestalozzistraße stadtauswärts oder der Radweg an der Raiffeisenstraße. In den innerstädtischen Straßenzügen mit geringer Breite, etwa der Goethestraße oder rund um den Hasselbachplatz, ist es den Autofahrern kaum möglich, den Sicherheitsabstand einzuhalten. An anderen Stellen tauchen für den Autofahrer gerade bei dichtem Verkehr "Radfahrer aus dem Nichts" auf, wie am Universitätsring im Bereich der Zufahrten zum Tunnel. Die Zugänge zu den Radwegen sind oftmals zugeparkt. Täglich gibt es Konflikte zwischen Radfahrern und dem Kfz-Verkehr einerseits und Radfahrern und Fußgängern andererseits.

Aus Sicht der Freien Demokraten ist deshalb ein qualitativer und quantitativer Ausbau der Radwege erforderlich. Das bedeutet unter anderem eine deutliche farbliche Abgrenzung von Radwegen und an Unfallschwerpunkten eine bauliche Trennung von der Straße und dem Bürgersteig. Die Schaffung von Fahrradparkhäusern an geeigneten Standorten als Schutz vor Witterung und Diebstahl ist aus unserer Sicht eine weitere Voraussetzung für die stärkere Nutzung von Fahrrädern und E-Bikes.

Für uns Liberale ist die Gleichrangigkeit der diversen Verkehrsmittel sehr wichtig. Jeder Magdeburger soll individuell entscheiden können, welches Verkehrsmittel in welcher Situation das richtige ist. Die Gleichrangigkeit der Verkehrsmittel, sowohl beim Ausbau der Infrastruktur als auch in den Köpfen der Menschen, ist die wesentliche Voraussetzung für ein entspannteres Miteinander."
Bildrechte: FDP-Bundespartei
Logo der Tierschutzallianz
Die Allianz für Menschenrechte, Tier- und Naturschutz in Sachsen-Anhalt schreibt in ihrem Kommunalwahlprogramm für Magdeburg: 
"Das Nebeneinander von Radfahrenden und Spaziergänger*innen muss verbessert werden. Aber auch Radfahrende müssen sich an Verkehrsregeln halten. Der zur Gewohnheit gewordenen Nutzung der verkehrten Straßenseite ist z. B. durch Markierung der Fahrtrichtung auf Radwegen kenntlich zu machen; zunehmend aggressives Wegklingeln auf Fußwegen verstärkt zu ahnden. Für Radfahrende mag es ärgerlich sein, dass Menschen sich in PKW fortbewegen. Aber dafür kann es viele Gründe geben. Schwer zu transportierende Geräte, Gehbehinderungen, Termine...

Die Forderung einiger Parteien nach Verengung der Hauptverkehrsstraßen geht offenbar von der falschen Prognose aus, dass der Verkehr in der Innenstadt durch Zwang abnehmen wird. Bereits bei kleinsten Störungen oder im Feierabendverkehr sind dann lange Stauzeiten mit entsprechender Zunahme an Abgasen zu erwarten.

Die Allianz für Menschenrechte, Tier- und Naturschutz - Tierschutzallianz - möchte verhindern, dass Verkehrsteilnehmende gegeneinander ausgespielt werden. Neben breiteren und besser ausgebauten Radwegen soll der Öffentliche Nahverkehr wieder bezahlbar und eine echte Alternative zum PKW-Verkehr werden. Magdeburg soll sich als Modellstadt bewerben, in der die Auswirkungen einer kostenlosen Nutzung des ÖPNV umfassend getestet und der spürbare Umstieg gemessen werden kann."
Bildrechte: Tierschutzallianz
Logo Bund für Magdeburg e.V. Freie Wählergemeinschaft
Der Bund für Magdeburg e.V. / Freie Wählergemeinschaft antwortete auf Anfrage von MDR SACHSEN-ANHALT:
"Magdeburg entwickelt sich immer mehr zu einer umweltbewussten Radfahrerstadt. Dieser Tatsache konnte die Stadt bisher nicht gerecht werden. Radwege sind teilweise unbenutzbar, von Baustellen blockiert oder unsicher, da sie einfach zu schmal sind. Das betrifft nicht nur die in den Medien aufgezeigten Problemviertel, wie Stadtfeld oder den Süden der Stadt. Auch östlich der Elbe ist beispielsweise das Radfahren auf der Hauptstraße in Cracau gefährlich.

Es gilt klipp und klar umfassende Maßnahmen zu ergreifen – in allen Stadtteilen! Das best ausgebauteste Netz an Radwegen in der City nutzt und nichts, wenn es den Menschen unmöglich ist, ohne Gefahr mit dem Rad in der City anzukommen. Wir brauchen einen konsequenten Ausbau aller Radfahrwege in allen Stadtteile, mehr Abstellmöglichkeiten an Knotenpunkten, wie Bahnhöfen oder den Endhaltestellen des ÖPNV, die "Fahrradparkplätze" müssen zum Schutz vor Diebstahl auch ausreichend beleuchtet sein. Verbesserung der Mitnahmemöglichkeiten von Rädern im ÖPNV.

Für die Verbesserung der Sicherheit von Radfahrern, wäre ebenso eine Ausleuchtung der Radwege vorzunehmen. Falschparker sind konsequent abzuschleppen und zur Kasse zu bitten!"
Bildrechte: Bund für Magdeburg e.V. Freie Wählergemeinschaft
Logo Gartenpartei
Der Magdeburger Gartenpartei antwortete auf Anfrage von MDR SACHSEN-ANHALT:
"In den Radverkehr in Magdeburg wurden in den letzten Jahren zu wenig Mittel investiert. Notwendige Sanierungen oder Neuanlagen wurden nicht durchgeführt, sondern auf Prioritätenlisten geschrieben. Diese Listen werden leider nicht zügig abgearbeitet, sondern lassen die notwendigen Maßnahmen in jahrelanger Warteposition verharren.

Beim Neu- und Ausbau von Fußwegen oder Straßen wurden die Notwendigkeiten für den Radverkehr nicht ausreichend betrachtet. Wie nun beim Bau der 2. Nord-Süd-Verbindung die Chance nicht genutzt wird, ein Zeichen für eine bessere Infrastruktur für den Radverkehr in Magdeburg zu setzen, indem z.B. im Wohngebiet Kannenstieg im Zuge der Errichtung der neuen Straßenbahntrasse und dem Ausbau der Straßen und Wege keine Radwege entstehen, obwohl ausreichend Fläche zur Verfügung stünde.

Diese Probleme lassen sich nur mit finanziellen Mitteln und dem Willen, tatsächlich etwas verbessern zu wollen, lösen. Dies geht nur, wenn Verwaltung und Politik an einem Strang ziehen und wie von uns im Stadtrat beantragt, von den anderen Fraktionen aber abgelehnt, die Prioritätenlisten zügig abgearbeitet werden und künftige neue erforderliche Maßnahmen alsbald erfolgen."
Bildrechte: Gartenpartei Sachsen-Anhalt
Logo der Partei 'future!'
future! teilte MDR SACHSEN-ANHALT mit:
"Der vom ADFC durchgeführte Fahrradklima-Test 2018 hat ganz deutlich gezeigt, dass Magdeburg noch viel Nachholbedarf in Sachen Radverkehr hat. Gerade in den Innenstädten braucht es ein Umdenken, weg vom autozentrierten Denken, hin zu einer modernen gleichberechtigten und umweltfreundlichen Verkehrsmobilität. Wir halten den Radverkehr als einen wichtigen Baustein für eine Verkehrswende. Um dem gerecht zu werden, muss dringend die Attraktivität der Fahrrad-Infrastruktur verbessert werden, damit jedermann diese sicher nutzen kann. Sichere Radwege für Kinder auf dem Schulweg sind eine klare Botschaft unseres Wahlprogramms.

future! fordert daher den Ausbau der Fahrrad-Infrastruktur in Magdeburg. Damit meinen wir nicht das Aufbringen von gestrichelten Linien als nicht beachtete Schutzstreifen wie auf der Großen Diesdorfer. Es braucht eigene Angebote, getrennt vom Auto- und Fußgängerverkehr, um dem Sicherheitsbedürfnis des Radverkehrs gerecht zu werden. Dazu gehört auch, dafür Sorge zu tragen dass diese Flächen nicht als Parkplätze durch den motorisierten Verkehr missbraucht werden.

Die Stadt braucht dringend mehr Fahrradabstellplätze, das Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof ist ein erster wichtiger Schritt. Wo Fahrradschnellwege sinnvoll eingerichtet werden können, hat man damit die Chance die Stadt mittels durchgehender Radwege in Nord-Süd und Ost-West Magdeburg auch für fahrradfahrende Pendler attraktiver machen. Für die Innenstadt fordern wir ein Verkehrskonzept mit Verkehrsberuhigung per Tempo 30, weniger Autospuren und mehr Grün zwischen Uniplatz und Hassel.

Wir setzen uns außerdem für einen Radverkehrsbeauftragten ein, der die Verwaltung in Sachen Radverkehr berät und ein Bindeglied zu den Vertretern des Radverkehrs, z.B. dem ADFC schafft."
Bildrechte: future!
Das Logo der Partei Mensch Umwelt Tierschutz
Die Tierschutzpartei antwortete auf Anfrage von MDR SACHSEN-ANHALT:
"Fest steht, dass auf diesem Gebiet noch viel verbessert werden muss. Sei es die unverzügliche Ausbesserung beschädigter Radwege, Neuanlegung von Radwegen auf Straßen durch Markierungen, Ausreichende Fahrradständer an Schwerpunktobjekten (Verwaltungen, Bahnhof usw.). Weitere Verbesserungen müssen aber in einem Gesamtkomplex in der Stadt betrachtet werden." 
Bildrechte: Partei Mensch Umwelt Tierschutz
Grafik zur Kommunalwahl in Sachsen-Anhalt
Folgende Parteien ließen unsere Anfrage zum Thema Radverkehr bisher unbeantwortet:

– NPD
– Piratenpartei
– Die PARTEI

Quelle: MDR/kb

Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 26. April 2019 | 09:30 Uhr
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Kalina Bunk
Bildrechte: MDR/ Jörn Rettig

Über die Autorin Kalina Bunk fährt selbst regelmäßig sowohl Fahrrad als auch Auto. Bei MDR SACHSEN-ANHALT arbeitet sie seit 2015 in der Online- und in der Hörfunkredaktion. Sie schreibt für mdrsachsenanhalt.de, verfasst und spricht die Nachrichten im Radio und ist als Reporterin im Land unterwegs. Aufgewachsen ist die Redakteurin in Bremen. Dort und in Madrid studierte sie Kulturwissenschaft und Germanistik. Danach war sie für mehrere private Radiosender in Bremen und Berlin tätig. Zu ihren Lieblingsorten in Sachsen-Anhalt gehören der Rotehornpark in Magdeburg, die Gegend am Prester See sowie der Harz.

Quelle: MDR/kb

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 26. April 2019 | 12:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. April 2019, 09:58 Uhr

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16 Kommentare

24.04.2019 08:20 Denkschnecke 16

@14 Vielleicht machts die sächsische Landehauptstadt besser als die sachsen-anhaltinische. Auf den gesamten 2 km der Hauptachse durch die Innenstadt, die lustiger Weise Breiter Weg heißt, gibt es keinen Meter benutzungspflichtigen Radweg. Auf dem Nordteil hat es (bei etwa 30 m Breite, Fußgängerzone und Straßenbahn) hat es nicht einmal für eine Radspur gereicht, nur Fußweg für Radfahrer freigegeben. An anderen neu gestalteten Hauptachsen wird der Radweg immer noch regelmäßig vergessen.

24.04.2019 05:36 Enrico Pelocke 15

@9: Für manche Autofahrer ist jeder Fahrradfahrer auf der Straße ein Problem, egal ob er sich regelwidrig oder regelkonform verhält. Aber wir können uns nun mal nicht in Luft auflösen. Daß Fahrräder wesentlich langsamer als Autos sind und zum Überholen auf eine weitere Spur ausgewichen werden muß, ist normal. Wenn eine 2. Spur nicht frei ist wegen Gegenverkehr, kann man eben nicht überholen. Viele Autofahrer machen sich auch keinen Kopf, ob sie für andere ein Problem sind. Hupen sinnlos herum, vor Kreuzungen steht der eine weiter rechts, der andere weiter links, daß Radfahrer nicht vorbei kommen, stehen der Straßenbahn im Weg, parken auf Geh+Radwegen, auf Behindertenparkplätzen, lassen Busse aus Busbuchten nicht ausfahren usw,

23.04.2019 19:29 jörg 14

ich fahre täglich mit dem Fahrrad durch die sächsische LH auf Arbeit. Ganz selten Stress mit Autofahrern Warum, ich halte mich an die Regeln, immer auf dem Radweg, nicht bei rot fahren und auch sonst nicht denn militanten Biker geben. Gleichberichtigung, SOFORT, allerdings auch die gleichen Sanktionen, Rote Ampel, Punkte in Flensburg, Fahrrad nicht verkehrssicher, aus dem Verkehr damit. Ich habe so die Schn. voll von diesen Vollpfosten, die denken auf dem Elbradweg einRennen fahren zu müssen und rücksichtslos sind