Ein hoher Plattenbau in Magdeburg
Plattenbauten heizen sich besonders stark auf. Bildrechte: MDR/Daniel George

Wohnungsbaugesellschaft Hitze in Plattenbauten: Stadtentwicklung in Magdeburg und der Klimawandel

Der Klimawandel beeinflusst die Stadtentwicklung von Magdeburg. So gehört Hochwasserschutz inzwischen zur Planung dazu. Aber künftig wird wohl auch ein besserer Hitzeschutz wichtig. In Magdeburg gibt es erste Ideen.

Ein hoher Plattenbau in Magdeburg
Plattenbauten heizen sich besonders stark auf. Bildrechte: MDR/Daniel George

Dreißig Grad und mehr in der Wohnung: Die Sommerhitze ist vor allem für Bewohner von Plattenbauten ein Problem. Denn diese sind darauf ausgelegt, im Winter warm zu sein – heizen sich jedoch im Sommer besonders stark auf. Als sie geplant wurden, redete niemand über den Klimawandel. Peter Lackner, Chef der Magdeburger Wohnungsbaugesellschaft, sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Gerade diese großen Blöcke, die 20 Meter hoch sind. Durch die Einkesselungen wird sich das da aufheizen."

In südlichen Ländern gehört die Klimaanlage zu Wohnungen oft dazu. Aber ökologisch – und auch ökonomisch – ist das nicht sinnvoll. Der Stromverbrauch ist hoch, was zu steigenden Kosten führt.

Bessere Durchlüftung und mehr Grün

Ein weiß-roter Plattenbau in Magdeburg
Über vielstöckige Plattenbauten kann die Luft nicht so gut hinwegziehen. Bildrechte: MDR/Daniel George

Die Stadt Magdeburg hat untersucht, wie sich Hitze in der Stadt verteilt. Das Ergebnis: Es gibt einige Stadtteile, die sind heißer als andere. Für Lackner stellt sich daher die Frage, wie sich mancher Stadtteil abkühle. Daher müsse bei der Stadtentwicklung auch an Durchlüftung gedacht werden. Weniger hoch gebaute Siedlungen aus den 1920er Jahren seien dafür besser aufgestellt, weil die Luft über diese herüberziehen könne, erklärt Lackner.

Auch mehr Grün könne helfen, sagt er. Ein grüner Innenhof beispielsweise erhöhe bereits die Lebensqualität. Das Problem bei großen Plattenbau-Siedlungen: "Es war einfach zu wenig Grün da." Mittlerweile habe sich das in einigen Stadtteilen aber schon deutlich verbessert. Allerdings reichten auch Bäume nur einige Stockwerke hoch.

Und das Grundproblem bleibe: Plattenbauten heizten sich stärker auf als andere Haustypen, sagt Lackner. Darum müsse Hitze künftig stärker bei der Stadtentwicklung berücksichtigt werden.

Quelle: MDR/mh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 29. Juli 2019 | 09:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2019, 12:55 Uhr

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9 Kommentare

31.07.2019 11:46 Klimawandel gibt es nicht in Magdeburg 9

Ist das der Chef der Magdeburger WoBau, die gemeinsam mit anderen WBGs am Breiten Weg erst die günstigen DDR-Plattenbauten mit Fördermitteln abgerissen hat, die über 40 Jahre alte Kastanienallee und die große 100jährige Ulme und Platane abgehackt hat, dann dort neue exklusive Hochhäuser auch im Plattenbaustil hochzieht, Kleingartenanlage und Bäume im Stadtpark plattmacht, um dort exklusive Hochhäuser zu bauen und jetzt von zu viel Hitze und zu wenig Grün in der Stadt redet aber künftig (wann soll das sein?) Hitze bei der Stadtentwicklung berücksichtigen will? Interessant! Da bezahlt die Stadt Magdeburg genau die richtigen Leute, um auch künftig den Bewohnern das Leben in der Stadt unerträglich zu gestalten. Und der Stadtrat nickt das alles brav ab.

30.07.2019 20:58 Holbe 8

Einfach die Preise der öffentlichen Verkehrsmittel stark senken. Die Gelder aus dem Verteidigungshaushalt freigeben .Bei dem Zerstörungspotential der USA,Russlands,Chinas usw. kämen wir sowieso zu spät bei der Erdvernichtung aber näher an an das Weiterleben unserer Erde.
Auch unsinnige Flugverbindungen unserer Politiker - auch der Grünen - von Berlin nach Bonn sind generell überflüssig. Man verdient eben so nebenbei mit der Spesenabrechnung ganz gut.

30.07.2019 16:44 pkeszler 7

"Dreißig Grad und mehr in der Wohnung: Die Sommerhitze ist vor allem für Bewohner von Plattenbauten ein Problem. Denn diese sind darauf ausgelegt, im Winter warm zu sein – heizen sich jedoch im Sommer besonders stark auf. Als sie geplant wurden, redete niemand über den Klimawandel. "
Dieses Problem kenne ich aus DDR-Zeiten, allerdings aus einer anderen Stadt. Damals wurden sehr viele Wohnungen gebaut, aber nicht gleichzeitig für mehr Grün und entsprechende Wohnviertel zu sorgen. Bei diesen Plattenbauwohnungen hilft nur eine ökologische Sanierung, teilweisen Abriss und wahrscheinlich eine Klimaanlage, wie in den südlichen Ländern.

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