Ein Jahr nach Gruppenzuwachs Kein Gebrüll mehr bei Affenbande im Zoo Magdeburg

Der Zoo Magdeburg hat im Januar 2018 zwei neue Schimpansen-Männchen bekommen. Aber die Integration lief nicht friedlich ab. Jetzt ist Harmonie eingekehrt. Doch das könnte auch die Ruhe vor dem Sturm sein.

Vor genau einem Jahr, im Januar 2018, hat der Zoo Magdeburg zwei neue Schimpansen-Männchen bekommen. Die Herren aus dem Zoo Leipzig sollten die Führung der Affenbande übernehmen. Denn in der Gruppe aus vier Weibchen und vier kastrierten Männchen gab es ständig Streit, nachdem der Anführer 2016 gestorben war. Keiner der Affen wollte sich richtig durchsetzen.

Auch die Integration der neuen Schimpansen in die Gruppe war kompliziert – und nicht friedlich. Am Anfang sei es sehr laut und grob gewesen, erzählt die zuständige Tierpflegerin Julia Schrage MDR SACHSEN-ANHALT. Die Affen hätten sich viel geprügelt. Hinter dem ganzen Team liege ein stressiges Jahr, in dem sich die Schimpansen erst in Einzeltreffen oder durch Gitter hindurch kennengelernt haben.

Auch Schimpansen-Nachwuchs möglich

Diese Eingewöhnung dauerte gut ein Jahr. Seit etwa zwei Wochen leben nun alle Affen – ohne Gitter dazwischen – in einem Gehege. Und bisher ist auch noch nichts passiert. Selbst beim Füttern, einem klassischen Streitpunkt, sei keiner auf den anderen sauer oder neidisch. "Wir sind richtig happy, dass das jetzt hier alles so hervorragend klappt. Die Belohnung für die Arbeit, quasi", sagt Schrage.

Zoodirektor Kai Perret, im Hintergrund ein Schimpanse.
Zoodirekter Kai Perret traut dem Frieden bei den Schimpansen noch nicht. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Selbst mit der "Zicke" Sambala, die anfangs sehr aggressiv gewesen sei und auch die anderen Affen aufgehetzt habe, habe bei der Zusammenführung alles hervorragend geklappt. "Sie fand die jungen Männer unerwartet toll", so Schrage. Sogar mit der Schimpansen-Zucht im Zoo Magdeburg könnte es dann langsam losgehen. Allerdings müsse ein Langzeit-Verhütungsimplantat, das den Weibchen eingesetzt wurde, zunächst noch auslaufen, erklärt Zoodirekter Kai Perret. Es könne bis zu zwei Jahren dauern, bis die Weibchen wieder fruchtbar seien.

Chef-Frage noch offen

Wer nun neuer Chef der Schimpansen wird, hat sich noch nicht herauskristallisiert. Das sei auch nur schwer einzuschätzen. "Im Moment sind wir zufrieden, dass es erstmal so friedlich läuft", sagt Pflegerin Schrage. Kofi sei eher ein ängstlicher, vorsichtiger Affe, Bangolo sei sehr selbstbewusst. "Da könnte ich mir vorstellen, dass er in ein paar Jahren die Rolle übernimmt – oder vielleicht auch beide Männer, das gibt es auch."

Ruhe vor dem Sturm?

Auch wenn es im Augenblick in der Affen-WG sehr harmonisch aussieht: Vollständige Entwarnung kann Zoodirektor Kai Perret noch nicht geben. Das sei noch nicht das Ende des Liedes. Schimpansen bildeten ein sehr dynamisches System. "Das ist vielleicht auch die Ruhe vor dem Sturm", sagt Perret. Das habe er bereits oft erlebt, dass zunächst oberflächlich alles ruhig ist. "Und dann kommt es nämlich nochmal richtig dicke."

Das sei auch zu erwarten, da die einzelnen Persönlichkeiten der Gruppe nun in ihren Rollen zusammenfinden müssten, erklärt Perret. "Das wird noch eine sehr spannende Zeit."

Quelle: MDR/mh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 23. Januar 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Januar 2019, 20:35 Uhr

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1 Kommentar

24.01.2019 16:42 Klaus Pfister 1

Ruhe im Affengehege?
Klingt genau wie "Monkey Business"....