Hözerner Richterhammer und Resonanzboden
In Sachsen-Anhalt sind viele Stellen von Richtern und Staatsanwaltschaft unbesetzt. Bildrechte: imago images / Panthermedia

Unbesetzte Stellen Zu wenig Justizpersonal in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt findet die Justiz nicht genügend Personal. Demnach gibt es im Land deutlich zu wenig Richter und Staatsanwälte – mehr als 250 Stellen sind unbesetzt. Der Bund der Richter und Staatsanwälte in Sachsen-Anhalt fordert deshalb mehr Anstrengung vom Justizministerium.

Hözerner Richterhammer und Resonanzboden
In Sachsen-Anhalt sind viele Stellen von Richtern und Staatsanwaltschaft unbesetzt. Bildrechte: imago images / Panthermedia

Sachsen-Anhalts Justiz hat Probleme damit, genügend Personal zu finden. Das geht aus einer Antwort des Justitzministeriums auf eine Anfrage der Linken-Landtagsabgeordneten Eva von Angern hervor. Insgesamt sind im Haushaltsplan 3376 Stellen in Gerichten und Staatsanwaltschaften vorgesehen. Bis zur Mitte des Jahres waren davon aber noch immer 266 unbesetzt, was knapp acht Prozent aller Stellen entspricht.

Viele scheiden aus Altersgründen aus

Bis Ende des Jahres hat sich das Land als Ziel gesetzt, 50 Richter, Staatsanwälte und Wirtschaftsreferenten neu einzustellen. Ende Juli lag die Zahl der Neueinstellung in diesem Bereich bisher bei 21. Nach Angaben des Justizministeriums scheiden bis 2030 mehr als die Hälfte aller Bediensteten aus Altersgründen aus. Um diesen Wegfall kompensieren zu können, will das Land bis dahin mehr neues Personal einstellen als nötig ist. Später solle die Zahl dann wieder sinken.

Kritik vom Richterbund

Anne-Marie Keding
Justizministerin Anne-Marie Keding. Bildrechte: IMAGO

Das Problem ist auch dem Bund der Richter und Staatsanwälte in Sachsen-Anhalt bekannt.Kürzlich wandte er sich mit einem Brief an Sachsen-Anhalts Justizministerin Anne-Marie Keding (CDU). Darin bringt der Bund seine Sorgen zum Ausdruck, im Hinblick auf die vielen Beschäftigten, die in Zukunft in den Ruhestand gehen werden. Nach Ansicht des Richterbundes müsse vom Land noch mehr getan werden, um die Kammern ausreichend besetzen zu können.

Land will verstärkt werben

Nach eigenen Angaben bemüht sich das Justizministerium verstärkt um Nachwuchsgewinnung. So sollen Referendare schon früher eine Einstellungszusage erhalten, wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Außerdem kündigte das Ministerium an, in Zukunft mehr für ein Referendariat in Sachsen-Anhalt zu werben.

Quelle: MDR/fl

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 18. August 2019 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. August 2019, 11:56 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

7 Kommentare

19.08.2019 12:24 Hans Schwarz 7

Ein Mangel an Personal ist schlimm, aber mangelhaftes Personal ist viel schlimmer und leider ein existentes Problem. Dieses Problem sollte in erster Linie bekämpft werden

19.08.2019 09:21 Bingo 6

Man kann das gejammer nicht mehr hören...In der Autoidustrie, werden in absehbarer Zeit viele Stellen überflüssig...Auserdem gibt es immer noch ein Millionenheer von Arbeitslosen.

18.08.2019 22:05 Pattel 5

Es sind nicht zu wenig Justiz Mitarbeiter sonder zu viele Ganoven .
Dazu kommt das jeder kleine pups vor Gericht kommt. Jeder gegen jeden.

Mehr aus Magdeburg, Börde, Salzland und Harz

Mehr aus Sachsen-Anhalt