Fußball-Fans halten ein Plakat in die Höhe, das Mitgefühl mit dem schwerverletzten FCM-Fan Hannes ausdrückt.
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Trauer nach Tod von Hannes Oberbürgermeister von Magdeburg und Halle für Ende von Hass und Gewalt

Nach dem Tod eines FCM-Fans trauern Menschen in ganz Deutschland. Viele wünschen sich, dass Hass und Gewalt zwischen den Fans verschiedener Fußballvereine endlich aufhören. Ganz ähnlich äußern sich die Oberbürgermeister von Magdeburg und Halle. Erste versöhnliche Töne sind auch aus den Fanlagern zu hören.

 Fußball-Fans halten ein Plakat in die Höhe, das Mitgefühl mit dem schwerverletzten FCM-Fan Hannes ausdrückt.
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Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper wurde von der Todesnachricht im Urlaub überrascht. Er sprach den Angehörigen sein Mitgefühl aus und schrieb bei Facebook, er habe gehofft, dass Hannes es schaffen würde. Er habe ihm zusammen mit Tausenden die Daumen gedrückt.

Jetzt sei es an der Zeit, dass der Hass zwischen den Fans aufhöre. Trümper schrieb, wirkliche Fußballfans müssten sich einigen, dass damit Schluss sei.

Auch Halles Oberbürgermeister Wiegand zeigte sich tief betroffen. Er übermittelte den Angehörigen und Freunden von Hannes seine Anteilnahme. Wiegand forderte die beiden Vereine HFC und FCM auf, sich schnell zusammenzufinden, um gemeinsam an einer gewaltfreien Fankultur zu arbeiten.

Fußballvereine appellieren an Fans

Der Präsident des 1. FC Magdeburg, Peter Fechner, hat sich nach dem Tod von FCM-Fan Hannes bestürzt gezeigt. Er sagte MDR SACHSEN-ANHALT, es könne nicht sein, dass es so weit ginge, bis jemand sterben müsse. Er richtete einen Appell an alle Fans: "Hört auf mit dem aggressiven Gegeneinander. Besinnt euch auf eure Fankultur und lasst sowas nie wieder vorkommen. Es muss Schluss sein."

Logos HFC, FCM
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Auch der Präsident des Halleschen FC, Michael Schädlich, zeigte sich tief betroffen. Er sagte MDR SACHSEN-ANHALT, er sei minutenlang sprachlos gewesen. Er sei in Gedanken bei den Angehörigen und bei den ehrlichen Fans vom 1. FC Magdeburg. "Es tut mir unendlich leid", so der HFC-Chef. Er hoffe, dass jetzt die richtigen Lehren gezogen würden und nicht die falschen. Die Stimmung dürfe keinesfalls eskalieren.

Fanszenen wollen aufeinander zugehen

Viele Fußball-Fans hoffen jetzt, dass nun ein Wendepunkt in Sachen Fangewalt erreicht ist und ein Umdenken einsetzt. Auch die aktive Szene der FCM-Ultras schreibt auf ihrer Internetseite: „An Fußball und alles, was Fan-Leben ausmacht, ist im Moment nicht zu denken. Trotz aller Rivalität und der aufgewühlten Gefühlslage rufen wir zur Besonnenheit aller Clubfans auf, um jegliche Verschärfung der Situation zu verhindern.“

Die Fanprojekte in Magdeburg und Halle stehen derzeit in engem Kontakt und wollen gemeinsam beraten, wie es weitergeht. Ende Oktober ist der nächste Runde Tisch im Innenministerium zu Gewalt im Fußball geplant.

Zuletzt aktualisiert: 12. Januar 2019, 17:55 Uhr

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12 Kommentare

15.10.2016 09:01 Mediator 12

Gewalt in Fußballstadien und in deren Umfeld scheint ja fast so etwas wie tolerierte Gewalt zu sein. Wenn man sich dann anschaut wie die besoffenen Fans auf dem Heimweg ganze Regionalzüge demolieren bzw. andere Fahrgäste angehen, dann wird schnell klar, dass man sich hier in einer art rechtsfreiem Raum fühlt, in dem die Normen des Strafrechts, aber auch die des Anstands nicht zu gelten scheinen.

Solche Gewaltexzesse passieren nicht plötzlich, sondern der Mensch lernt langsam aber stetig, dass ihm in der Gruppe für Fehlverhalten anscheinend keine Sanktion droht.

Die Übergänge zwischen gemeinschaftsstiftendem Identitätsgefühl zu verbaler Gewalt die in blindem Hass auf andere mündet sind fließend und reale Gewaltexzesse sind für viele dann nur eine logische Konsequenz. Spätestens an diesem Punkt finde ich dann deutliche Parallelen zu aktuellen Erscheinungen in der Gesellschaft , wie Sie in Kommentar 9 beschrieben wurden.

14.10.2016 10:38 Uralt-HFC-Chemie-Fan 11

@1. Hans Peter hat Recht.

14.10.2016 05:54 Brandenburger 10

Was das mit der AfD zu tun haben soll erschließt sich mir zwar nicht , aber das Geschehene mit Politik zu vermischen ist so was von dumm und naiv. Aber passend zu bestimmter Klientel. Die richtigen Schlüsse müssen gezogen werden, ohne Polemik.