Fachhochschule Aschersleben Polizei: Auf dem Weg zum Traumberuf

700 Polizeianwärter sind im Oktober vereidigt worden. Sie alle lernen an der Fachhochschule in Aschersleben. Auch Lea Mucke hat dort im Herbst ihre Ausbildung begonnen. Drei Jahre liegen vor ihr, danach will sie als am liebsten zur Hundestaffel. Erst einmal heißt es aber: lernen, lernen, lernen. MDR SACHSEN-ANHALT hat die Polizeischülerin begleitet.

Eine junge Frau in Polizeiuniform sitzt an einem Tisch und schreibt
Polizeischülerin Lea will später mal als Kommissarin zur Hundestaffel – oder zur Kripo. Bildrechte: MDR/Annette Schneider-Solis

An ihre Uniform hat sich Lea Mucke inzwischen gewöhnt. Anfangs konnte sie es kaum erwarten, ihre eigene zu bekommen, jetzt ist das für sie Alltag." Als wir gehört haben, dass die ersten zum Einkleiden gefahren sind, da haben wir gedacht: wann sind wir denn endlich dran? Aber jetzt ist das Tragen der Uniform ganz normal", erzählt die junge Frau aus Barby.

Polizistin, das ist ihr Traumberuf. Seit zwei Jahren kann sie sich nichts anderes mehr vorstellen. Sie reizt die Vielseitigkeit, der Umgang mit Menschen. Anderen helfen, das will sie, deshalb lässt sie sich in Aschersleben an der Fachhochschule der Polizei zur Kommissarin ausbilden.

Schießtraining läuft gut

Am Anfang muss sie vor allem Theorie pauken. Zwei Prüfungen hat sie schon hinter sich, erfolgreich. Auch wenn die Studiengruppe ganze Tage in den Seminarräumen verbringt, gibt es auch schon jetzt, am Anfang des Studiums, praktische Übungen. PHT etwa, das polizeiliche Handlungstraining. Oder die ersten Versuche mit der Waffe.

Auch am Schießstand gibt es erst einmal eine Einweisung, denn beim Schießen können böse Unfälle geschehen. Ausbilder Wolf-Rüdiger Dainat ist ein erfahrener Polizist. Schon seit vielen Jahren bringt er angehenden Polizisten das Schießen bei. "Du kannst jeden mit ihm eine Stunde allein lassen – hinterher kann er schießen", weiß Hochschul-Sprecher Martin Zimmermann.

Die Gruppe übt diesmal das Schießen aus der Deckung. Aufmerksam lauschen die Schüler dem Ausbilder, dann muss jeder zeigen, wie er sich anstellt. Respektvoll nimmt Lea ihre Pistole aus dem Holster, geht in Position. Der Schießausbilder korrigiert behutsam ihre Körperhaltung. "Mitte Ziel, gestrichen Korn, sachte Druck ausüben, nicht durchreißen!" Lea umfasst fest die Waffe, kneift das Auge zu, zielt und: trifft. Das grüne Rechteck an der Wand verschwindet. "Sehr gut, prima", lobt der Ausbilder.

Lea hält sich fit

Danach geht es auf den Sportplatz. Zwei bis dreimal in der Woche ist Lea hier anzutreffen, wenn sie ihre Runden dreht. Der Sporttest gehört zwar nicht mehr zur Aufnahmeprüfung, doch die Normen müssen trotzdem erfüllt werden. Nicht alle schaffen das. Laufen gehörte vorher nicht zu Leas Freizeitbeschäftigung. "Ich tanze im Verein", verrät sie. "Das ist auch ganz schön anstrengend. Aber das hier macht Spaß, vor allem in der Gruppe."

Vor Lea liegen drei Jahre Ausbildung. In dieser Zeit wird sie mehrere Praktika in unterschiedlichen Bereichen absolvieren. Und immer wieder in Aschersleben die Schulbank drücken. Was danach kommt? Lea Mucke hat konkrete Vorstellungen. "Ich würde gern zur Hundestaffel gehen", verrät sie, die zu Hause einen Neufundländer hat. "Wenn das nicht klappt, dann zur Kripo. Diese beiden Bereiche interessieren mich am meisten." In den nächsten drei Jahren kann sich das noch verändern. Die Erfahrung zeigt, dass viele Studenten während der Ausbildung umschwenken und dann doch in einem ganz anderen Polizeibereich arbeiten wollen.

Polizeinachwuchs in Sachsen-Anhalt Im Jahr 2017 sind 700 neue Polizeianwärter vereidigt worden, das sind doppelt so viele wie im Jahr davor. Die Berufsanfänger wurden in zwei Runden eingestellt und lernen seit März beziehungsweise seit September an der Fachhochschule in Aschersleben. Im Oktober legten sie ihren Amtseid ab.

Statt der aktuell rund 5.700 sollen im Jahr 2021 fast 6.400 Polizisten in Sachsen-Anhalt für Sicherheit sorgen.

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Quelle: MDR/kb

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 11. Dezember 2017 | 19:00 Uhr

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