16. Januar 1945 Sachsen-Anhalter erinnern sich an Bombennacht von Magdeburg

Der 16. Januar 1945 ist einer der schrecklichsten Tage in Magdeburgs Geschichte. Die Stadt wurde bombardiert und zu großen Teilen zerstört. Tausende Menschen starben. MDR SACHSEN-ANHALT hat auf Facebook ein Video zum 75. Jahrestag der Zerstörung veröffentlicht, das viele Sachsen-Anhalter mit bewegenden Erinnerungen kommentierten.

Es ist der 16. Januar 1945, als der Angriff um 21:28 Uhr beginnt. 39 Minuten dauert er. Bomben der Alliierten töten Tausende Menschen, Magdeburg gleicht danach einem Trümmerfeld. Unter den Überlebenden: Die Oma von Wolfgang Cleve. Sie hat ihm von ihren Erlebnissen erzählt, die er auf Facebook beschreibt:

Meine verstorbene Oma (1912-1993) hat davon erzählt. Sie war gerade mit ihren Kindern (Mutti und Onkel) in Olvenstedt. Der Himmel war bei dem Angriff ganz rot. In der Nähe auf dem Acker (jetziger Bruno-Taut-Ring) ist ein Bombe herunter gekommen und die Kirche in Olvenstedt wurde beschädigt. Nachher lebten 6 Familien in den 2 Familienhaus in Olvenstedt. Oma war Trümmerfrau und ist jeden Tag zu Fuß bis zum Sammelpunkt gelaufen. Opa (1912-2005) wurde 1944 eingezogen und kam auch bald in Gefangenschaft (Russland). Ich ziehe den Hut vor den Frauen [...], was sie zu dieser Zeit geleistet haben [...].

Wolfgang Cleve auf Facebook

Dieser feuerrote Himmel wird in vielen Kommentaren erwähnt. Isabel Lebasi schreibt beispielsweise, dass ihr damals zehnjähriger Vater ihn bis nach Cochstedt sah. Laut Heike Bodensiecks Opa hat man ihn bis nach Förderstedt gesehen.

Verschüttet, aber überlebt

Auch die Schwieger-Oma von Antje May hat den Tag miterlebt:

Wir kommen aus dem Harz. Meine letztes Jahr verstorbene Schwieger-Omi ist damals als Krankenschwester nach Magdeburg gekommen und wurde in der Nacht 3 Tage verschüttet. Danach ist sie wieder hier in ihre Heimat gegangen und hat weiter im Lazarett gearbeitet. Sie ist 93 geworden.

Antje May auf Facebook

Die Erinnerungen blieben: "Meine Eltern waren 8 Jahre alt, sie hatten diesen Tag präsenter als jeden anderen Tag in ihren Leben.....einfach Todesangst!!", schreibt Heike Siepens. Und Silvia Schmidt fügt hinzu: "Meine Mutter war damals noch ein Kind und schreit heute noch in der Nacht auf."

"Sowas darf nie wieder passieren"

Facebook-Nutzerin Kornelia Engel fasst – und das spiegelt die Meinung der meisten Kommentatoren wider – mit Blick auf die Zukunft zusammen:

Wenn solche Beiträge gepostet werden blutet mein Herz und ich bin voller Traurigkeit. Auch für meine Eltern war der 16.1. Ein unvergessenes Datum und erzählten viel davon. Sowas darf nieeeee wieder passieren. Frieden auf aller Welt.

Kornelia Engel auf Facebook

Quelle: MDR/jd

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 17. Januar 2020 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Januar 2020, 18:48 Uhr

6 Kommentare

Peter W. vor 5 Wochen

Diese Legende erzählt man auch u.a. über Dresden und Leipzig. Das macht sie aber auch nicht plausibler.

Und "erfunden" haben es ganz klar die Deutschen, siehe den Angriff auf Warschau bzw. das "Coventrieren".

gaffesachse vor 5 Wochen

Immer diese Übertreibungen. Eine Atombombe auf die Stadt ist natürlich grundverkehrt. Berlin stand oben auf der Liste. So entscheidend war und ist Magdeburg nicht.

August vor 5 Wochen

Magdeburg stand warscheinlich bis zum Bombenangriff auf der Liste für den ersten Atombombenabwurf. Dafür Brauchte man eine möglichst unversehrte Stadt die Bomber haben schon Jahre zuvor auf dem Weg nach Berlin die Stadt überflogen. Zynischerweise war die Verzögerung der Fertigstellung unser Glück sodas man nur mit konventionellen Spreng und Brandbomben die Stadt in Schutt und Asche legte. Die Frage nach dem Sinn überhaupt ist eigentlich leicht erklärt da mann in späteren Konflikten Japan Korea Vietnam bis hin zum Irak immer erst mal alles Bombadiert hatt ob mit Bombern oder Marschflugkörpern und wer hatt es erfunden !!! die Taktik der verbrannten Erde.

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